Sylvia Ubbens

Bindungsperson

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,

ich hoffe, Sie können mir etwas weiterhelfen… zur Zeit zweifle ich an meinem „Status“ als primäre Bezugsperson für unseren fast 2 jährigen Sohn (23 Monate).
Von Anfang an haben mein Mann und ich uns gleichermaßen um den Kleinen gekümmert, ich ein wenig mehr da mein Mann tagsüber arbeiten musste. Als unser Sohn 6 Monate alt war, mit dem Beginn von Corona, hatte mein Mann 1 Monat Elternzeit und war in Kurzarbeit, sodass er sich vermehrt um den Kleinen gekümmert hat - da ich aber noch immer in Elternzeit war, habe natürlich auch ich mich weiterhin gekümmert. Dadurch hatte unser Sohn immer eine starke Bindung zu uns beiden, wir konnten ihn beide beruhigen, trösten, ins Bett bringen usw.

Mit etwa 18 Monaten hatte unser Sohn aber eine starke Papa-Phase, etwa 6-8 Wochen lang, danach war alles wieder wie vorher und nun seit ca. 4 Wochen wieder eine Papa-Phase.

Nun habe ich gelesen, dass ein Kind nur eine primäre Bezugsperson hat, kann das sein, dass diese der Vater in diesem Fall übernommen hat?

Er gab dazwischen ein paar Situationen, in denen unser Sohn sich lieber von mir hat beruhigen lassen, ansonsten ausgeglichen, außer eben in den Papa-Phasen.

Ich fühle mich als Versagerin

Vielen Dank im Voraus

von Maman88 am 22.07.2021, 07:58 Uhr

 

Antwort auf:

Bindungsperson

Liebe Maman88,

Kinder können mehrere primäre Bezugspersonen haben. Neben den Eltern können dies auch Großeltern oder andere Personen sein, die dem Kind in den ersten Lebensmonaten viel Nähe gegeben haben. Aus dem Grund gehören Sie auch zu den primären Bezugspersonen.

Viele Kinder haben Mama- oder Papa-Phasen. Manche Kinder wechseln diese, andere sind beiden Elternteilen scheinbar gleichermaßen zugewandt und andere sind über längere Zeiträume ein "Mama- oder Papakind". Bei allen Formen gilt, dass die Kinder auch dem anderen Elternteil nahe stehen. Seien Sie sich der Liebe Ihres Sohnes gewiss.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 22.07.2021

Antwort auf:

Bindungsperson

Hallo,

Ich kann dir kurz von uns berichten. Bei meiner älteren Tochter, mittlerweile 5, war ich über die gesamte Babyzeit untertags immer mit ihr alleine, abends und am WE war auch Papa da. Mit 11 Monaten begann eine starke Papa-Phase, die bis zum Alter von 3,5 Jahren andauerte. DURCHGEHEND, OHNE Unterbrechung, ohne Wechsel!!! Ich zweifelte über die gesamte Zeit sehr stark an mir und war traurig...sie wollte nur Papa. Seit sie 3,5 ist, macht es keinen Unterschied mehr. Sie liebt uns nach wie vor beide und das zeigt sie uns mittlerweile auch in gleichen Teilen.
Unsere jüngere Tochter, 12 Monate alt, beginnt jetzt allmählich auch mit der Papa-Phase. Bei ihr waren aber (durch Corona) mein Mann und ich beide stets zu Hause und kümmerten uns um sie. Ich weiß mittlerweile, dass man es nicht ändern kann. Jedoch wurde mir auch klar, dass beide Eltern vom Kind geliebt werden, auch wenn es oft nicht ganz ersichtlich ist. Es ist hart und teilweise ernüchternd, aber sei dir stets sicher, dass dein Kind dich über alles liebt und braucht.

Alles Gute!

von Cindy_cindy am 26.07.2021

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