ADHS - ADS

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Geschrieben von Muffin2020 am 12.11.2021, 18:57 Uhr

Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Hallo ihr Lieben,
mein Sohn ist in der ersten Klasse und bringt die Lehrerin zur Verzweiflung, weil er sich nicht alleine konzentriert. Es muss immer einer daneben sitzen.
Sie möchte gerne eine Schulbegleitung für ihn und denkt, dass wir mit einer ADS-Diagnose am besten beraten sind.
Wie ist denn der Weg?
Muss ich zum Kinderarzt oder direkt zum Psychologen? Wie wird denn ADS festgestellt? Gibt es da bestimmte Tests? Wird es auch körperlich untersucht?
Wie lange dauert die Diagnose?

Bin etwas verwirrt über die Infos im Internet.

Lg

 
12 Antworten:

Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von misses-cat am 12.11.2021, 19:20 Uhr

Meiner hat ADHS wobei es in der 1 Klasse noch Recht milde war
Der richtige Ansprechpartner ist ein Psychiater für Kinder und Jugendliche, das ist ein Arzt eine Diagnose kann nur ein Arzt stellen und das ist ein Psychologe nicht.

Die Frage ist wie lief es vorher mit ihm , war er wegen corona in der Kita, musste er Zuhause auch Mal was machen was er nicht mag ( Bild ausmalen als Beispiel). Durch Corona sind viele Kinder auffällig geworden, ich würde da nicht gleich von das sprechen, finde ich eh immer befremdlich wenn ein Lehrer schon die Diagnose und die Therapie stellt .

Ach so bei uns waren es vier Termine

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Muffin2020 am 12.11.2021, 19:52 Uhr

Danke für die schnelle Antwort!
Er hat schon eine kleine Vorgeschichte. Wir waren schon einmal beim Psychologen und da wurde Hochbegabung und Hochsensibilität festgestellt.
Ich glaube nicht, dass er ADS hat. Es passen einige Dinge, aber andere überhaupt nicht. Die Psychologin meinte damals aber auch, dass es eventuell sein könnte.
Die Lehrerin pocht so auf die Schulbegleitung und dafür braucht man eine Diagnose für irgendeine seelische Behinderung oder zumindest die Gefahr, dass eine solche entsteht. Deshalb kam sie auf ADS. Weil er zeigt schon etwaige Anzeichen.

Sie sagt sonst schafft er die erste Klasse nicht und muss wiederholen. Was total kontraproduktiv wäre. Da würde er sich nur langweilen und noch mehr träumen

Ich hasse diese Situation und möchte ihm helfen. Weiß aber auch nicht, ob diese Diagnose die richtige Lösung ist...

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Muffin2020 am 12.11.2021, 19:56 Uhr

Er war während der 3 (?) Lockdowns immer wieder zu Hause, da ich in Elternzeit bin.
Er hat zwei jüngere Geschwister, weshalb es auch einiges gab, was er machen musste ohne das er es wollte.
Ich bin aber auch Erzieherin und denke das haben wir alles ganz gut gewuppt, ohne Dauerfernsehen und PC.

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von misses-cat am 12.11.2021, 20:05 Uhr

Es geht sicher nicht um PC und Dauerfernsehen, es gehte um das wegbrechen von gewohntes, Freunde weg, Isolation

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Kacenka am 13.11.2021, 7:29 Uhr

Wenn ich hier so lese, wie das in deutschen Schulen läuft, bin ich immer wieder froh um unsere Schule (wir wohnen im Ausland). Wir haben auch so unsere "Diagnosen" und ohne das Engagement unserer Lehrerinnen (sowohl in der Kita als auch später mehrere Lehrerinnen und mittlerweile auch Lehrer in der Schule) hätte unser Sohn nie eine so positive Entwicklung gemacht. Ich habe das Gefühl, die machen das nicht nur professionell, sondern auch mit ganz viel Empathie für das Kind.
Was Du beschreibst ist erst mal frustrierend, denn es klingt nach: Kind funktioniert nicht 100-prozentig, also muss eine diagnose her, nur so kann man Lösungen finden.

Fakt ist aber auch: wir hatten schon vor der Einschulung psychologische Gutachten für ihn und die kannten die Lehrerinnen auch. Sie haben das sogar bei der Klassenzusammenstellung mit berücksichtigt (damit nicht zu viele solcher "schwierigerer" Kinder in einer Klasse sind). Fakt ist auch: jede Grundschullehrerin kann an dieser schule recht unkompliziert Assistenten bekommen, denn es wird mit der pädagogischen Fakultät und den Studenten dort zusammengearbeitet. Und in der ersten und zweiten Klasse hatten wir immer Assistenten (für die ist das Teil der Praxisausbildung). Hat den Vorteil, dass die nicht für ein bestimmtes Kind sind, im Fall des Falles sich aber trotzdem besonders um ein oder zwei bestimmte Kinder kümmern können. Es gibt hier auch persönliche Assistenten z. B. für Asperger-Kinder, aber die brauchte unser Sohn dank dieser Umstände gar nicht. Er ist also nach und nach gereift und selbständiger geworden.

Was ich sagen will: es schadet sicher nicht, von einem Kinderpsychiater feststellen zu lassen, wo es wirklich hakt (oder auch, dass er ganz in der "Norm" und nur durch die fehlende Routine nach so viel Homeschooling durch den Wind ist). Du kannst ihm das ganz normal erklären, dass diese Tests ihm helfen sollen, damit es in der Schule besser läuft, damit die Lehrerin ihn besser versteht. Es heisst ganz sicher nicht, dass mit ihm etwas nicht stimmt.

Und die Lehrerin kann ja auch nichts dafür, dass sie solche bedingungen hat, wo sie einen Assistenten nur aufgrund einer Diagnose bekommen kann. Das ist halt blöd organisiert, aber leider nicht so einfach zu ändern.
Also ich würde es probieren, wenn das Schulsystem so unflexibel ist, müsst ihr eben flexibler sein, irgendwie muss es ja weitergehen. Nur ist es mit einer Diagnose nicht getan, das muss man sich auch klarmachen (und manchmal habe ich das Gefühl auch manche Pädagogen denken, sobald das Kind beim Psychologen war, wird alles sofort besser)

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Muffin2020 am 13.11.2021, 7:59 Uhr

Okay, verstehe...
Ja er geht schon auf eine Privatschule. Es sind nur 15 Kinder in der Klasse. Die Lehrerin + eine Erzieherin.
Und zusätzlich hat bereits ein Kind in der Klasse eine Schulbegleitung.
Die Lehrerin sagte aber auch, dass die Erzieherin oft spät im Unterricht ist. Sonst wäre das alles kein Problem.

Homeschooling hatten wir nicht. Er ist erst vor drei Monaten eingeschult wurden :)

Ich werde dann mal einen Termin beim Psychiater machen.

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Kacenka am 13.11.2021, 9:42 Uhr

naja, er muss sich ja in den Schulalltag auch erst reinfitzen. Da ist es schon gut, wenn sich die Lehrerin rechtzeitig "meldet", so kann man noch gegensteuern. Und die fehlende Vorschulerziehung in der Kita macht auch viel aus. Das hört man jetzt an allen Ecken, dass die ERstklässler dieses Jahr extrem anstrengend sind, schwieriger als manch erfahrene Lehrerin das je erlebt hat.

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Muffin2020 am 13.11.2021, 9:47 Uhr

Echt? Doof....
Ich weiß, es hat nichts mit dem Thema direkt zu tun, aber die Lehrerin kam nicht auf mich zu. Sondern ich auf sie, weil er Albträume hat und morgens Bauchschmerzen. Und das was beim Gespräch rauskam... da hätte sie sich definitiv bei mir melden müssen.

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Zwerg1511 am 14.11.2021, 8:31 Uhr

Du schreibst etwas von Hochbegabung. Wurde denn hier schon mal angesetzt? Unterforderung ist genauso schlimm wie Überforderung. Mein Sohn hat eine Teilhochbegabung. In den betreffenden Fächern hat er sich unheimlich schwer getan, sich zu konzentrieren, da es für ihn fürchterlich langweilig war. Leider war unsere Grundschule nicht im Geringsten darauf ausgelegt, ihm Unterlagen zu geben, die ihn mehr gefordert hätten. Die Gespräche mit der Schule haben hier nichts gebracht. Die Antwort war, dass von 28 Kinder 17 irgendeinen Förderbedarf hätten (keine Deutschkenntnisse, ADHS usw.), da könnten sie sich nicht auch noch darum kümmern.

Mein Sohn hat sich dann teilweise ein Buch mit in den Unterricht genommen und gelesen, während die anderen Kinder den Stoff durchgangen sind. Er hatte irgendwie das Talent genau dann wieder "anwesend" im Unterricht zu sein, wenn es um Dinge gegangen ist, die er noch nicht konnte. Seine Klassenlehrerin hat das akzeptiert. Sie war wohl froh, dass er nicht gestört hat. Seine Noten waren immer sehr gut. Befriedigend fand ich das nicht, aber ein Schulwechsel kam nicht in Frage, da die Schule ansonsten viele Vorteile hatte.

Du schreibst, dass ihr auf einer Privatschule seid. Bei 15 Kindern plus Erzieherin kann man eigentlich schon erwarten, dass nicht gleich nach weiterer Hilfe durch eine Schulbegleitung gefordert wird, sondern man der Sache mal etwas mehr auf den Grund geht. Staatliche Schulen würden von so einem Betreuungsschlüssel träumen. Wurden ihm denn schon mal anspruchsvollere Arbeiten gegeben?

Ich würde an Deiner Stelle einen Termin bei einem KJP (Kinder- u. Jugendpsychiater) machen und mit diesem über alles sprechen.

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Maca am 14.11.2021, 12:59 Uhr

Ein reizfilterschwaches und hochbegabtes Kind reagiert auf Unterforderung genauso, wie dein Sohn es tut.
Wie ist es zu Hause, wie zeigt sich seine hohe Begabung im Alltag?
Wird er überhaupt irgendwie seinen kognitiven Möglichkeiten gemäß gefördert?

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von kitkat170583 am 19.11.2021, 14:03 Uhr

Die Lehrerin finde ich lustig. Ihr sollt euch ads attestieren lassen damit euer Sohn einen schulbegleiter bekommt und sie weniger Stress mit ihm hat!?
In Hamburg bekommt man erst einen schulbegleiter wenn das Kind andere Kinder z.b. gefährdet aber nicht weil es unkonzentriert ist. Die sind dann aber auch meist nur 2 Std am Tag da. Und finden muss man auch erstmal einen.
Mein Sohn hat Anfang des Jahres die Diagnose adhs erhalten nach 3 Terminen an denen er verschiedene Tests (keine körperlichen) machen musste. Das Ergebnis wird dann im Gespräch genau analysiert und Therapie Möglichkeiten besprochen. Bei uns weiterhin ergo und medikamentengabe. Klar ist er weiterhin auffällig in der Schule und kann sich nicht gut und auch nur kurz konzentrieren aber es sind Fortschritte zu sehen. Eine gute Kommunikation mit dem lehrpersonal ist das a und o. Und vor allem sollten euch keine Vorwürfe gemacht werden. Ihr könnt nichts für das Problem eures Kindes.
Solange das Kind nicht gewalttätig ist und unberechenbar sehe ich einen schulbegleiter nicht als die ideale Lösung.
Ich würde einen Kinder und Jugend psychiater anrufen und einen Termin vereinbaren (kann oft einige Monate dauern). Frage dort nach ob und wenn ja was auf der Überweisung vom Kinderarzt stehen muss.

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Re: Wie ist der Weg zur Diagnose/ an wen wende ich mich?

Antwort von Badefrosch am 23.11.2021, 19:55 Uhr

Ansprechpartner ist der Kinder- und Jugendpsychiater.

Der macht eine Intelligenz Diagnostik, ihr, die Lehrer und Erzieher füllen Fragebögen aus.

Wenn dann die Diagnose steht, stellt ihr beim zuständigen Jugendamt einen Antrag auf Schulbegleitung, das Jugendamt wird dann etwas von der Schule ausgefüllt brauchen, das bekommt ihr mit.

Und mit viel Glück bekommt ihr eine genehmigt.

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