ADHS - ADS

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von subidu  am 02.03.2021, 13:55 Uhr

Erfahrung? Wann Diagnose?

Hallo, ich wollte Mal nach Erfahrungen fragen .
Es geht um unseren 3 jährigen Sohn (Mittelkind großer Bruder ist 5 und die kleine Schwester 8monate )mit dem wir erzieherisch an unsere Grenzen kommen. Das Problem besteht schon eine Weile und ist natürlich durch Corona und die Zeit die wir im engsten Kreis verbracht haben noch mehr zum Vorschein gekommen.

Wir überlegen nun ob wir eine Erziehungsberatung in Anspruch nehmen. Da einige seiner Verhaltensweisen zu ADHS passen würden, frage ich mich ob der Berater/die Beraterin darauf geschult ist so etwas zu erkennen ,sollte es der Fall sein. Bzw. Ob in diesem Alter überhaupt schon eine Diagnose möglich ist.(wir wissen in dem Alter ist vieles noch "normal" und schwer von der Symptomatik zu unterscheiden)

Bitte nicht falsch verstehen , wir hoffen natürlich dass es ein Kommunikationsproblem ist und wir eventuell mit den Tipps der Beratungsstelle schon weiter kommen. Aber sollte er wirklich ADHS haben, wäre es natürlich gut wenn wir so bald wie möglich Hilfe mit dem Umgang bekommen würden um ihm und uns das Leben angenehmer zu machen.
Wann wurde es bei euren Kindern erkannt?

Es tut mir leid ich schaffe es irgendwie nicht diesen Text zu schreiben ohne wie eine hypochondrische Glucke zu klingen ... Aber es beschäftigt uns schon eine weile und wir haben immer gesagt es ist eine Phase.. aber diese Phase endet gefühlt nie und da macht man sich die ein oder anderen Gedanken.

Liebe Grüße
Subidu

 
9 Antworten:

Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von Kacenka am 02.03.2021, 17:20 Uhr

Also aus meiner Sicht ist eine Erziehungsberatung erst mal nie falsch - egal ob später eine Diagnose dazu kommt und das Personal darauf spezialisiert ist oder nicht. Wir haben immer noch keine eindeutige Diagnose (Grenzfall?), trotzdem haben wir schon früh Erziehungsberatung aufgesucht auch in Kooperation mit der Kita. Da kamen ganz verschiedene, teils gegensätzliche Tipps - manches hat funktioniert, manches überhaupt nicht, manches haben wir gleich wieder verworfen. Und vieles hatten wir eh schon intuitiv so gemacht.
Mir persönlich hat schon allein geholfen, dass mir mal jemand ausführlich zuhört - ganz unvoreingenommen. Und anschliessend sagt: sie haben es schon schwerer als andere Eltern. Das tat einfach gut, unabhängig davon, ob man manches besser machen kann - zu wissen - man kann nicht alles beeinflussen.
Eine Diagnose wird meiner Erfahrung nach vor allem mit dem Beginn der Schulzeit wichtig - wenn es da nicht rundläuft, spielt sowas dann eine Rolle. Ich habe auch noch nichts davon gehört, dass jemand wegen ADHS oder ähnlichem schon in dem Alter Medikamente bekommen hat, aber da kann ich mich irren.Es kann sich lohnen vor der Einschulung solche Dinge zu klären, wenn man evtl. zurückstellen lassen möchte oder eben entscheidet, in was für eine Schule das Kind gehen soll.
Aber auch wenn bei der Erziehungsberatung niemand sein sollte, der sich mit dem konkreten Problem deines Kindes auskennt, hat er zumindest etwas Erfahrung mit der Diagnostik - sprich kennt Anlaufstellen, wo man die machen lassen kann und hat evtl. auch schon ähnliche Kinder gesehen...

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von asclepiatina am 02.03.2021, 19:23 Uhr

Also zu uns sagte man Diagnose frühestens ab 5 bzw ab 6 Jahre, vorher ist es lediglich ein Verdacht.
Da es im Kindergarten alter schwierig ist.

Erziehungsberatung kann man aber immer machen, haben wir auch.

Lg

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von ohno am 02.03.2021, 21:50 Uhr

Diese Phase geht jetzt genau wie lange? Er ist doch erst 3 Jahre und ein Sandwichkind , da könntet Ihr evtl. ansetzen. Aber jetzt über ADHS zu sprechen ist viel zu früh.

Eine Erziehungsberatung ins Boot zu holen - ganz ehrlich, ich selbst würde es nicht machen wollen (und habe es auch nicht gemacht). Wenn Ihr merkt, dass er andere Führung braucht wie der große Sohn, dann ist es so, und ja, das darf so auch sein. Kinder sind unterschiedlich. Hier auch. Mein Sohn ein problemloses Kind, seine jüngere Schwester genau das Gegenteil. Beide brauch(t)en für ihre persönliche Entwicklungen ganz unterschiedliche Erfahrungs- und Grenzwerte, demnach sind sie völlig unterschiedlich erzogen. Das ist hart und anstrengend, ich habe die Kurve aber bekommen. Ich musste meine Ansprüche an mein Wunsch-Familienleben vollends runterfahren, weil ich jedes Kind im Grunde anders handhaben musste.

Wartet mal noch ab. Sollte er im Kindergarten auffälliger werden, holt Euch einen Hospitierer von der Frühförderung, der mal einen Tag mit in der Gruppe und in Einzelsituationen mit ihm verbringt, und mit Euch danach ein ergebnisorientiertes Gespräch führt.

Viele Grüße ohno

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von Mucksilia am 03.03.2021, 9:46 Uhr

Mein Sohn war auffällig seit er in den KiGa ging. Die Erzieherin und die Leiterin haben mir mit 3 die Diagnose auf den Kopf zugesagt und der Kinderarzt hat sich mega aufgeregt, in dem Alter könnte man es gar nicht wissen. Wir sind dann zu einem Kinderpsychologen, der hat nix mit Sinn zu sagen gehabt. Wir waren bei der Erziehungsberatung, Ergo-Beratung etc etc - überall, wo man es sich vorstellen kann. Alle sagten, er sei einfach nur überdurchschnittich schlau (bis auf den KiGa).
Die Diagnose haben wir dann bekommen, als er in die Schule kam und die Katastrophe ihren Lauf nahm.
Ich glaube deshalb schon, dass erfahrene Erzieher schon früh sagen können, dass was nicht stimmt.

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von subidu am 03.03.2021, 12:19 Uhr

Danke auch für deine Einschätzung und Erfahrung.
Wir haben denke ich mitunter auch das Problem dass der große Bruder einfach komplett anders ist und wir eben das krasse Gegenbeispiel haben (Bezüglich Sozialkompetenz und verständigkeit). Wir starten einen letzten Versuch und haben uns noch einmal ein paar Sachen vor Augen geführt die jeder von uns ändern kann in der Kommunikation mit ihm.. wenn es wieder nichts hilft werden wenn es uns Beratung suchen .

Das mit dem kindergarten ist irgendwie witzig, da er genau einen Monat im kindergarten war bevor dieser wieder zu war ansonsten hatte ich auch gehofft eine Einschätzung von dieser Seite zu bekommen... Aber ich fürchte ehrlich gesagt dass sie so schnell nicht die Chance haben werden ihn richtig kennen zu lernen , wer weiß wie lange der kiga noch offen ist.

Ich bin jetzt gespannt wie er sich weiter entwickelt.. bei ihm besteht eben leider zusätzlich das Problem dass er dauermüde ist weil er sich nicht den Schlaf gönnt den er braucht und das macht es nicht immer einfacher... eventuell kannst du mir wenn du Zeit hast Mal schreiben in wie fern du die Kinder unterschiedlich erziehst? Also worin es sich ungefähr unterscheidet?

Lg

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von subidu am 03.03.2021, 12:24 Uhr

Danke für deine Antwort!
Wir wollen noch einen letzten Versuch starten, und etwas bewusster kommunizieren und hoffen auf Besserung. Der nächste Schritt geht dann zur Beratung. Es ging mir auch nicht darum dass die Beraterin oder der Berater auf das Thema geschult sind sondern ob sie einen Unterschied ausmachen können und uns bei einer Auffälligkeit eben zur not auch Empfehlungen geben können.

Ich möchte auch keine Medikamente sondern wenn dann einfach wirklich Hilfe im Umgang.

Vielen Dank und liebe Grüße

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von subidu am 03.03.2021, 12:26 Uhr

Danke dir auch. Ja , so etwas habe ich mir gedacht und es hat ja auch seinen Sinn. Wir werden sehen und hoffen dass wir einen ganz anderen Ausgang haben.

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von subidu am 03.03.2021, 12:32 Uhr

Hallo,
danke für den Kommentar, ich denke dass die Erzieher im Moment nicht genug Kontakt zu ihm hatten. Und wer weiß wann der kiga wieder zu machen muss.. deswegen die Beratung.

Wir werden sehen...

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Re: Erfahrung? Wann Diagnose?

Antwort von paluja am 16.04.2021, 7:41 Uhr

Siehe oben wer ich bin (Kinderpsycholgin in den USA).
Manchmal schau ich hier herein, weil mich die deutsche Perspektive interessiert. Bin auf ADHS spezialisiert.

Also kurz: 3 ist, find ich, ein bisschen zu frueh. Ich sehe am liebsten die 5-7-jaehrigen. Da sieht man vieles klarer.
Auch wuerde ich ein so junges Kind eh nicht mit Medikamenten behandeln.
Aber: Eine Abklaerung ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn ihr Verhaltensprobleme beobachtet.
Es gibt zwei verschiedene Interventionsstrategien, die erfolgreich sind. Verstaerkungsbasierte Interventionen und das sogenannte CPS (Collaborative Proactive Solutions). Wenn ihr beides als Eltern lerrnt, UND lernt, wann was wie genutzt wird, wird es EUCH und dem Kind besser gehen.
Ich weiss nicht, wie das in Deutschland laeuft und wo geschulte Leute sitzen. Ich wuerde halt immer zu den Experten gehen.
Gibt es ADHS in der Familie? Wenn ja, dann frueh intervenieren mit skill-building fuer Eltern und Kind.

Alles Gute, und sei nicht besorgt, dass Du als Glucke gesehen wirst. Wenn eine Kind "challenging' ist, dann hat das Gruende und je eher geholfen wird, je besser.

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