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Geschrieben von sandburg21 am 08.11.2020, 15:32 Uhr

ADHS Gymnasium

Hallo,
hat von euch zufällig jemand Erfahrung mit dem privaten Gymnasium in Esslingen, das auf ADHS Kinder spezialisiert ist?
Ich überlege meine Tochter da für nächstes Jahr anzumelden, aber habe Angst das es mit vielen ADHS`lern auf einmal dann noch chaotischer wird. Andererseits ist dort alles auf diese Kinder zugeschnitten.
Vielleicht probieren wir es auch erstmal auf einem normalen Gymnasium, aber sie hat in der Grundschule schon viele soziale Probleme und das wird dort sicher auch nicht besser.

Gruß
Marlene

 
6 Antworten:

Re: ADHS Gymnasium

Antwort von Marielue am 08.11.2020, 19:53 Uhr

Hallo
Von diesen Gymnasium habe ich auch schon gehört, leider zu weit von uns entfernt, aber sehr interessant.
Vor allem haben die sich dort auf ADHS Kinder spezialisiert.
Berichte mal von unserem ADHS ler auf dem Gymnasium:
Kind 11 Jahre, ist jetzt in der 6. Klasse.
Letztes Jahr 5. Klasse hat super geklappt .
Jetzt am Anfang der 6. Klasse war es sehr schwierig für ihn, leider. Die Medikamente haben nicht mehr gewirkt und bei ihm hat sich das direkt massiv in der Konzentration gezeigt und auch im Lernverhalten , natürlich kamen auch schlechte Noten und auf ihn wird keine Rücksicht genommen, trotz Nachteilsausgleich seiner Psychaterin, welches hier anerkannt werden muss und auch ist ( Nachteilsausgleich heißt hier: 10 min früher beginnen oder 10 min länger bei einer Prüfung oder in einen ruhigen Raum arbeiten), welches hier von nur 2 Lehrern umgesetzt wird. Auch haben uns die Lehrer nicht rechtzeitig informiert, das er Probleme bekam, obwohl sie die Problematik bei ihm kennen, erst nach mehrmaligen !!!! Nachfragen meinerseits , wurde ich informiert.
Von daher, wenn ihr dieses Gymnasium in der Nähe habt, wäre es einen Versuch wert, hier fühlen wir uns schon alleine gelassen.
Seit ein paar Wochen hat er nun das neue Medi, jetzt klappt es wieder besser und die Noten werden wieder viel besser.
Sind trotzdem am Überlegen ob wir ihn runter nehmen vom Gymnasium,denn diese Problematik mit den Medikamenten kommen ja mit Sicherheit noch öfters und der Stoff wird ja auch schwerer und lernintensiver und wenn dann noch die Pubertät dazu kommt !
Bin mal gespannt was die Lehrer nach den Halbjahreszeugnis beim Gespräch dazu meinen.
Grüße

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Re: ADHS Gymnasium

Antwort von sandburg21 am 08.11.2020, 20:54 Uhr

Hallo marielue,
in der Nähe ist übertrieben. Es wären mit dem Auto 40min und mit der S-Bahn ca.1,15h. Das würde schon einen ganz schönen logistischen Aufwand bedeuten. Aber das Konzept klingt schon genau passend für uns.
Aber genau das was Du beschrieben hast, befürchte ich sonst auch bei meiner Tochter. Sie ist zwar sehr intelligent, hat aber trotzdem manchmal schlechte Phasen, wo es sowohl sozial als auch vom Lernen Probleme gib. Deswegen bin ich mir total unschlüssig. Entweder in eine Gemeinschaftsschule, mit kleinen Klassen und individueller Förderung (gymnasiales Niveau möglich), wo sie dann wahrscheinlich unterfordert ist. Oder ins Gymnasium, wo sie dann vielleicht sozial und emotional überfordert ist.
Wir versuchen es jetzt auch seit einem Monat mit Medikamenten, aber haben da noch nicht viel Erfolge. Sind aber auch noch bei der niedrigsten Dosis.

Gruß
Marlene

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Re: ADHS Gymnasium

Antwort von Mucksilia am 09.11.2020, 8:22 Uhr

Dazu kann ich nichts sagen.

Aber mein ADHSler, der sehr schlau ist, würde das Gymi nicht schaffen.

Wir sehen das ja bei seiner großen Schwester, 10. Klasse, ohne ADHS, wie streng das zugeht. Da wird auf nichts Rücksicht genommen oder Rücksprache mit den Eltern genommen. "Friss oder stirb"

Da wurde nach der 6. alles aussortiert, was nicht konform lief (auch mehrere ADHSler).

Für unseren (hat aber auch sehr ausgeprägtes ADHS) wäre das nichts.

Er geht jetzt in die 5. KL. einer integrierten GS.

Mega Struktur, klare Vorgaben und enger Austausch mit den Eltern. Genial.

Liegt natürlich auch immer an der Schule und den Lehrern, aber für uns passt das Konzept.

Wenn sie mit 16 das ADHS besser im Griff haben, kann man noch immer über einen Wechsel nachdenken.

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Re: Mucksilia

Antwort von Marielue am 09.11.2020, 12:48 Uhr

Genau wie du es beschrieben hast, läuft es auch bei Kind‘s Gymnasium, keine Rücksicht trotz Auflagen und ausgesiebt wird jetzt nach der 6. Klasse hier auch . Der Elternwille zählt hier trotzdem und die Kids können auch bei schlechten Noten noch eine Prüfung ablegen, um auf dem Gymnasium zu bleiben.
Die Frage macht das Sinn?
Hier gibt es 3 Optionen: Klasse ohne sitzen bleiben freiwillig wiederholen , sitzen bleiben und wiederholen, mit Empfehlung Schule wechseln ( Kooperation mit Realschule), freiwillig wechseln. Hier werden jetzt, wo Kind‘s Medikament wieder wirkt, gute Noten geschrieben. Am Anfang ( vor dem Herbstferien) lief hier alles schlecht, da Medikament nicht mehr gewirkt hat. Aber das kommt ja bestimmt, gerade mit Beginn der Pubertät und in der Pubertät öfters vor, das die Medis nicht mehr richtig wirken. Deswegen auch unsere Überlegung ihn runter zu nehmen. Dann stellt sich aber uns wieder die Frage wohin. Zur Realschule? Oder Gemeinschaftsschule/ IGS, welche bei uns nur eine sehr schlechte Schule in der Nähe ist, andernfalls müsste ich ihn mit 49-50 min ein Weg immer fahren und ohne Busverbindung, das wäre natürlich sehr stressig, auch wenn wir selbstständig sind und ich Zeit habe

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Re: ADHS Gymnasium

Antwort von daide am 11.11.2020, 12:20 Uhr

Hallo,
ich kann auch nur von unserer Situation berichten:
Da wir sowieso keine G8-Fans sind, haben wir uns für unser ADHS- und Tics-Kind für eine Realschule entschieden. Klein, familiär, viel Elternkontakt - für uns ideal. Sie kommt bis jetzt (7. Klasse) super zurecht und will nach der 10. aufs Gymnasium und Abi machen. Passt wunderbar, finde ich. Gymnasium jetzt wäre vermutlich eine Vollkatastrophe geworden, v.a. was die Anforderungen an Selbstorganisation und Ordentlichkeit angeht...
LG daide

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Re: ADHS Gymnasium

Antwort von IzzyP am 17.11.2020, 15:24 Uhr

Kurz mal meinen Senf als ADSlerin, die sich vor 15 Jahren durch ein humanistisches Gymnasium gequält hat, aber inzwischen heilfroh bin, dass ich dadurch direkt die Option aufs Studium an ner FH hatte, was für mich aufgrund der Projektstruktur wiederum großartig war.
Es ist total abhängig von der Art der Lehre nicht vom Stoff.
"Dröge" klassische Lehrweisen, die auf häufiger Wiederholung basieren wie es häufig bei Sprachen, Erdkunde, Mathe usw praktiziert wird, funktioniert einfach nicht, da kann aber eine andere Lehrweise als Nachhilfe oder so Abhilfe schaffen - bei mir mit drei Sprachen (Latein, Französisch und Englisch) ist der Knoten z.B. ganz schnell durch entsprechende Bücher, Spiele und Konversation statt Grammatik pauken geplatzt - da das Erlernen der Sprache dann einfach das Vehikel ist, um die Geschichte dahinter (den Kontext) zu entdecken, ist das Interesse dann automatisch da, den Wortschatz zu erweitern.
Mathequiz etc hat nen ähnlichen Effekt.
Andere Fächer, die für mich direkt "sinnvoll" erschienen, weil die Lehrer da bei uns den Gesamtzusammenhang und praktischen Nutzen besser vermittelt haben, z.B. Chemie, Physik, Geschichte usw fielen mir dann wieder leicht, fiel und stand aber auch immer mit der Art der Vermittlung durch die Lehrer..
An eurer Stelle würde ich gezielt nach Lehrweisen gucken, je mehr interdisziplinär und projektfokussiert, also mit praktischer Anwendung des Gelernten, umso besser.

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