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Der Einfluss der Hormone auf Haut und Haare

Der Einfluss der Hormone auf Haut und Haare

Hormone sind Botenstoffe, die in unserem Körper unterwegs sind, um Informationen weiterzugeben. Sie sorgen dafür, dass die richtige Nachricht an Nervenzellen, Muskeln oder Organen ankommt.

Es gibt über 30 Hormone, die alle ihr bestimmtes Aufgabenfeld erfüllen. Gebildet werden sie in den verschiedenen Drüsen - in der Hypophyse im Gehirn, in der Schilddrüse, der Bauchspeicheldrüse, der Nebennierenrinde und bei den Frauen in den Eierstöcken und den Männern in den Hoden.
 
Die Hormone funktionieren nach dem "Schlüssel-Schloss-Prinzip": Wenn sie an das passende Schloss, also die passende Zelle andocken, wird eine Reaktion in Gang gesetzt. Fast alle Körperfunktionen werden auf diese Weise gesteuert - Blutdruck und Herz-Kreislaufsystem, Blutzucker und Verdauung, Muskelbewegungen - aber auch Gefühle wie Wohlbefinden, Glück und Liebe. Kein Wunder, dass bei uns alles durcheinander läuft, wenn die Hormone aus dem gewohnten Gleichgewicht geraten. Auch die Haut als unser größtes Organ reagiert auf den Einfluss der Hormone und unterliegt dem Schwanken des Hormonspiegels.

Wunderwerk Haut

Unsere Haut hat mehrere Schichten: Die äußerste Schicht, die Epidermis, besteht größtenteils aus bereits abgestorbenen, verhornten Hautpartikeln. Diese werden in der darunter liegenden Keimschicht gebildet und wandern von dort an die Oberfläche. Auf diese Weise erneuert sich unsere Haut alle 27 Tage einmal komplett. In der Epidermis wird auch das Melanin gebildet, der dunkle Farbstoff, der die Haut vor den gefährlichen UV-Strahlen der Sonne schützt.
 
Darunter liegt die Lederhaut. Sie besteht aus Bindegewebe und Kollagenfasern, die die Haut fest und straff halten. Und hier setzt auch die Hautalterung ein: Wenn die Kollagenfasern nachlassen, kommt es zu Falten. In der Lederhaut sitzen außerdem die Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen sowie die Haarwurzeln.
 
Ganz unten in der Unterhaut ist der Wasserspeicher unseres Körpers. Den sollte man immer gut füllen, indem man genügend trinkt, dann ist die Haut auch schön glatt. Und hier liegen auch die Fettpölsterchen, die dafür sorgen, dass wir nicht frieren.

Der Einfluss der Hormone auf die Haut

Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron sind, neben vielen anderen Aufgaben im Körper, auch für den Aufbau der Elastin- und Kollagenfasern in der Haut verantwortlich. Sobald mit dem Einsetzen der Wechseljahre der Hormonspiegel sinkt, lässt entsprechend auch die Elastizität der Haut sehr schnell nach. Die Folge: sie kann nicht mehr genügend Wasser speichern und wird trocken, faltig und knittrig. Aber auch die männlichen Hormone, die bei Frauen in geringem Maßen ebenfalls vorhanden sind, haben ihre Aufgabe in der Hautfunktion: Das Testosteron stärkt das Bindegewebe, regt die Produktion der Talgdrüsen an, fördert das Wachstum von Haaren am Körper und bremst das der Haare auf dem Kopf. Deswegen haben Männer zwar keine Cellulitis, bekommen dafür aber schneller eine Glatze. Wenn der Spiegel an weiblichen Hormonen sinkt - z. B. bei Hormonstörungen oder während der Wechseljahre -, bekommen die männlichen "Gegenspieler" oft ein Übergewicht. Vorübergehend kann es dadurch bei Frauen zu einer Art männlichen Haartyps kommen z.B. mit Haarausfall, verstärkten Haaren im Kinn und Oberlippenbereich. Durch eine gezielte Gabe von Östrogen und Gestagen (z.B. eine antiandrogyne Pille) kann man dem entgegenwirken.

Hormontabletten und Hormoncremes

Künstliche Hormone können die Zeichen der Hautalterung aufhalten oder teilweise sogar rückgängig machen. Man sollte sich aber immer darüber im Klaren sein, dass man dabei in den natürlichen Hormonhaushalt des Körpers eingreift, was unter Umständen unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Lassen Sie sich hier bitte in jedem Fall von Ihrem Frauenarzt beraten. Mehr über das Thema "Hormontherapie in der Wechseljahren" lesen Sie hier.
 
Hormone in Cremes oder Salben wirken über die Haut direkt an der gewünschte Stelle und haben den Vorteil, dass sie damit nicht den gesamten Organismus belasten. Sie müssen allerdings vom Hautarzt verschrieben werden. In kosmetischen Cremes sind Hormone wegen ihrer Nebenwirkungen nicht zugelassen. Seit einigen Jahren versucht man auch, echte Hormone durch hormonähnliche Stoffe, die in Pflanzen gebildet werden, zu ersetzen. Diese "Phytohormone" sind zwar sehr viel schwächer in der Wirkung, haben aber auch weniger negative Begleiterscheinungen. Phytohormone kommen in der Kosmetik bereits häufig zum Einsatz.

Hormone ankurbeln für schöne Haut

Alles, was die Hormonproduktion in unserem Körper auf natürlich Weise ankurbelt, wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden und damit auch kräftigend auf Haut und Haare aus. Eine relativ neue Methode, den natürlichen Spiegel von Östrogen und Progesteron anzukurbeln, ist Hormon-Yoga. Bestimmte Übungen (Asanas) aus dem klassischen Yoga sollen verschiedene Drüsen des Körpers anregen und, bei regelmäßigem Training mehrmals pro Woche, den Hormonspiegel erhöhen.

Der Einfluss der Hormone auf die Haare

Ob wir uns wohlfühlen, sieht man auch unseren Haaren an. Denn obwohl sie eigentlich nur aus "toten" Hornzellen bestehen, wirken sich die Hormone über die Haarwurzel und die Talgdrüsen auch auf ihr Aussehen und ihre Stärke aus. Stumpfe, brüchige, fettige oder schlappe Haare zeigen an, dass wir krank sind oder unser Hormonspiegel aus der Balance geraten ist. Verantwortlich sind in diesem Fall vor allem zwei Hormone: Das Stresshormon Cortisol, das die Durchblutung in der Haarwurzel bremst und das männliche Testosteron, das die Talgproduktion ankurbelt und den Ausfall der Haare begünstigt. Das weibliche Hormon Östrogen hingegen verringert die Talgproduktion. Deshalb leiden wir oft kurz vor der Periode, wenn der Östrogenspiegel am niedrigsten ist, unter fettigen Haaren oder beklagen uns über einen "Bad Hair Day". Sind wir hingegen so richtig gut drauf, schüttet der Körper Endorphine aus. Diese Glückshormone regen die Durchblutung in Kopfhaut und Haarwurzeln an und fördern die Produktion von Östrogen. Die Folge: unsere Haare glänzen, sind voll und kräftig. Man sieht ihnen direkt an, wie gut es uns geht.

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: September 2015

   

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