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Erste Kontakte mit dem Baby
Babys sind von Anfang an soziale Wesen. Sie hören schon kurz nach der Geburt
nachgewiesenermaßen lieber menschliche Stimmen, als andere Geräusche und betrachten viel
lieber menschliche Gesichter als irgendwelche Gegenstände.
Wenn es gerade mal eine Woche alt ist, kann ein Baby schon die Stimme seiner Mutter von
der anderer Frauen unterscheiden. Nur eine weitere Woche später begreift es die Stimme
und das Gesicht der Mutter als eine Einheit - und wird unruhig, wenn man ihm im Experiment
die Stimme einer Fremden kombiniert mit dem Gesicht der Mutter bietet - oder umgekehrt.
Aber Babys reagieren nicht nur auf die
Signale der Erwachsenen, die für sie sorgen, sie nehmen auch von sich aus Kontakt auf und
suchen nach einer freundlichen Interaktion. In den Gesichtern, die ihnen begegnen,
versuchen sie von Anfang an, zu lesen und senden ihre Botschaften an diejenigen, die
hoffentlich willens sind, liebevoll darauf zu reagieren. Babys sprechen vor allem mit den
Augen. Ihre Botschaften reichen bei genauem Hinsehen von "Dich mag ich" oder
"Du machst mir Spaß" über "geh´noch nicht - bleib noch ein
bißchen" bis "ich will jetzt hier weg - vor Dir hab´ich Angst".
Dabei scheinen sie bei einem neuen Gegenüber
erst einmal vorauszusetzen, dass er freundlich gesonnen ist. Selbst wenn Sie einem Baby
ein "böses" Gesicht vorhalten, wird es nicht in derselben Sekunde mit Schreien
reagieren. Es werden in der Regel einige Sekunden vergehen, in denen es seinen Gegenüber
"prüft", bevor es mit einem noch ungläubigem Gesicht den ersten Schluss zu
ziehen scheint und erst danach - in der Annahme, dass der Gegenüber wirklich
"böse" ist, mit Schreien reagiert. Typisch für die ersten Lebensmonate ist der
prüfende Blick, der sich nach ein paar Sekunden abwendet. Strampelt es dabei, fühlt es
sich wohl. Babys verstehen noch keine Sprache, weshalb sie darauf angewiesen sind, ihre
Schlüsse aus der Mimik zu ziehen.
Besonders schnell scheinen sie im Gesicht der
Mutter zu sehen, was sie fühlt oder vermitteln will, erkennen sehr bald Freude, gute
Laune und Zuneigung - und versuchen darauf zu reagieren, indem sie ihre eigene Mimik mit
der der Mutter zu koordinieren versuchen. In gleichem Maße, in dem sich das gegenseitige
Verhalten von Mutter und Kind aufeinander einspielt, scheinen ihre Gefühle voneinander
abhängig zu werden. So kann es sein, dass ein zwei Monate altes Kind lacht, weil seine
Mutter lacht - aber auch, dass es die Stirn runzelt und weint, wenn es die Mutter traurig
glaubt. Blicke, stimmliche Äußerungen und Berührungen zwischen Mutter und Kind sind
schon jetzt fein aufeinander abgestimmt.
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