Die Körpersprache
Das Mienenspiel ist ein Teil der genetischen Grundanlage, mit der jedes Baby zur Welt
kommt, den es nicht erst "erlernen" muss. Alle Babys beherrschen diese erste,
universelle "Sprache", die zwischen Nord- und Südpol überall verstanden wird.
Die Natur gab Ihnen den herrlichen Blick aus großen Augen sicher auch deshalb mit auf den
Weg, um zu gewährleisten, dass sie Aufmerksamkeit und Fürsorge erfahren. Es gibt wohl
kaum einen Erwachsenen, der sich dem entziehen könnte - und nicht ganz instinktiv auf ein
"Spiel-mit-mir-Lächeln" eingehen würde, oder sich angesichts eines
"Hilfe-Blicks" nicht sorgen und kümmern würde.
Am leichtesten ist wohl Zufriedenheit zu
erkennen. Das Baby liegt lachend und mit den Ärmchen rudernd auf dem Wickeltisch, spielt
leise brabbelnd mit seinen Zehen oder Fingern. Vielleicht beäugt es mit interessiertem
Blick ein Spielzeug oder animiert glucksend die Eltern, sich mit ihm zu beschäftigen. Das
nennt man die "aktive Wachphase".
Weit geöffnete Augen signalisieren
Aufmerksamkeit. Ein dabei geöffneter Mund und ein oder zwei ausgestreckte Ärmchen
fordern deutlich zur Unterhaltung auf. Daneben können große Augen aber auch pure Freude,
Staunen oder Angst bedeuten. Was tatsächlich dahintersteht, haben Eltern meist schnell
herausgefunden. Halb geschlossene Lider können Zweifel, Langeweile oder einfach nur
Müdigkeit verbergen. Eine Denkerfalte, angespannte Körperhaltung, mehr oder weniger
zusammengezwickte Augen und geballte Fäustchen stehen für Unbehaglichkeit - das Baby ist
irritiert oder mit irgendetwas unzufrieden.
Schlägt ein Kind die Augen nieder und dreht das
Köpfchen ein Stück weit weg, will es meistens sagen: "... ich will das gar nicht
wissen ..." Finger im Mund deuten beim Säugling auf Hunger hin, bei älteren Babys
kann es heißen: "... jetzt will ich es aber genau wissen ..!". Fassen sich
Babys (etwa ab der Fremdelphase zwischen dem 7. und 12. Monat) ans Ohr, steckt oft
Verlegenheit und Unsicherheit dahinter. Manchmal vielleicht die Frage: "... wie sag'
ich es Mami ..?"
Hochgezogene Augenbrauen drücken Erstaunen aus.
Steile Falten über der Nasenwurzel signalisieren wie Querfalten auf der Stirn eine
kritische Stimmungslage - es fühlt sich nicht wohl, ist unsicher. Wenn sich bei schon
etwas älteren Babys dabei das kleine Kinn ein wenig nach vorn schiebt, möchte es gern
einen eigenen Standpunkt durchsetzen oder einem Wunsch Nachdruck verleihen. Bekommt ein
Baby den "Seemannsblick", schaut also ein wenig glasig - so, als würde es durch
einen hindurchsehen, ist es dabei, abzuschalten und möchte seine Ruhe haben.
Neben der "aktiven Wachphase" gibt es
die "inaktive Wachphase", in der sich das Baby kaum bewegt und vor sich
"hinstarrt", als würde es angestrengt über etwas nachdenken. Das sind
Ruhephasen, die der Körper auch im wachen Zustand braucht.
Etwas ältere Kinder ziehen sich dann in eine
Ecke zum Spielen zurück, legen sich auf ihr Lieblingskissen oder halten einfach nur eine
Schmusepuppe fest und "gehen in sich". Sie müssen in solchen Fällen nicht
immer ins Bett, weil sie nicht unbedingt schläfrig dabei sein müssen - vielmehr oft nur
ausruhen wollen. Störungen werden dann manchmal mit Schreien oder Weinen quittiert.
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