Wohnen mit Kindern - so sichern Sie die Wohnung

Wohnen mit Kindern - so sichern Sie die Wohnung

Mit Kindern im Haushalt wird die Wohnung zum Entdeckungsfeld: Alles muss erforscht und erkundet werden. Gefahren können die Kleinen dabei natürlich nicht richtig einschätzen.

Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass Eltern alle Dinge, die ein Unfallrisiko bergen aus dem Weg räumen. Am besten begeben sich Eltern selbst mal auf den Boden und betrachten die Wohnung mal aus dieser Perspektive. So fallen die Gefahrenpunkte schneller ins Auge, wissen Experten. Aber nicht nur beim Kind zu Hause sollte man das Umfeld sichern, sondern auch wenn der Sohn oder die Tochter bei den Großeltern ist oder wenn die Familie in einer Ferienwohnung Urlaub macht, sollte man sicherheitshalber zuvor alle potentiellen Unfallursachen beseitigen und die Erwachsenen für Gefahren sensibilisieren. Denn Vorsicht ist immer besser! Viele Unfälle wären durch Sicherheitsvorkehrungen vermeidbar.

Im Krabbelalter: Alles, was herunterhängt oder umfallen kann, muss gesichert werden

Die Neugier von kleinen Krabbelkindern ist schnell geweckt. Das ist auch gut - aber umso wichtiger ist es, alles was verführerisch nach unten hängen, wie Kordeln an Gardinen oder Tischdecken zu entfernen. Schnell zieht sich das Kind daran hoch. So gehören Pfannen mit dem Stiel nach hinten auf den Herd, die Kabel von Wasserkochern, Toastern und Kaffeemaschinen oder anderen elektrischen Geräten werden gesichert, bzw. hinter und unter schweren Möbelstücken versteckt und liegen nicht offen herum.

Besonders viele Unfälle gab es etwa in letzter Zeit durch herabfallende Flachbildfernseher. Schieben Sie das TV-Gerät am besten ganz nach hinten. Auch andere Regale sollte man vor dem Umfallen sichern, Kantenschützer können scharfe Ecken etwas ungefährlicher machen. Wackelige Lampen werden abgestützt und vor eingeklemmten Fingern kann ein Türstopper vorbeugen. Vor Treppen wird natürlich ein entsprechendes Treppengitter gesetzt.

Häufigste Unfallursache: der Sturz vom Wickeltisch

Steckdosen müssen jetzt mit einer Kindersicherung oder mit einem Blindstopfen gesichert werden. Die Matratze im Gitterbett stellt man am besten auf die niedrigste Stufe, damit das Kleine, wenn es sich hochzieht, nicht obendrüber fallen kann. Generell sollte man das Baby jetzt auch niemals allein auf dem Wickeltisch lassen, eine Hand gehört dann immer ans Kind. Der Sturz vom Wickeltisch ist die häufigste Unfallursache. Kleinteiliges Spielzeug, Münzen und vor allem Knopfbatterien sollten sicher und nicht erreichbar verwahrt werden. Mülleimer kommen in einen unzugänglichen Schrank. Heißlüfter werden abgedeckt, der Fön sollte immer direkt weggeräumt werden. Weiter sollten selbstverständlich auch Messer, Schere, Porzellan und andere zerbrechliche oder gefährliche Dinge außerhalb der Reichweite aufbewahrt werden.

Bitte lassen Sie niemals Ihr Baby allein in der Badewanne, nicht einmal für einen Augenblick! Hier kann es einfach zu schnell zu einem Unfall kommen. Eine rutschfeste Matte im Bad ist außerdem recht praktisch, denn im feuchtnassen Klima rutscht man doch schneller aus.

Vorsicht bei Balkon, Hochstuhl, Hochbett: viele Kinder klettern gern!

Glasfronten, bodentiefe Fenster und Terrassenglastüren versieht man am besten mit großen bunten Aufklebern, damit es nicht zu einer Beule kommt, weil das Kind dagegen stößt. Ganz wichtig: Achten Sie bitte darauf, das Kind sollte nicht bei einem geöffneten Fenster allein im Zimmer verbleiben. Der Balkon ist für kleine Entdecker ein großes Abenteuer, lassen Sie ihr kleines Kind nicht allein hier. Stellen Sie alles, was zum Klettern lockt, wie Getränkekisten oder Blumenkübel nah an die Hauswand und nicht an die Brüstung. Im Garten ist der Gartenteich tabu, er wird mit einem kleinen Zaun gesichert. Die Regentonne bekommt einen schweren Deckel aufgesetzt, der für die Kleinen nicht zu verschieden ist.

Eine weitere Quelle für Stürze sind etwa der Hochstuhl oder ein Hochbett. Schauen Sie, dass der Hochstuhl immer sicher steht, höhenverstellbar ist und damit mitwächst. Ein Gurt, der das Kind am Aufstehen hindert ist ebenfalls sinnvoll. Ein Hochbett sollten Kinder erst bekommen, wenn sie älter sind, etwa ab sechs Jahren. Das Möbel sollte dann aber trotzdem über eine hohe Brüstung und eine standfeste Leiter verfügen.

Achtung vor Vergiftungen: Lampenöle, Putzmittel, Verdünner gehören unter Verschluss

Auch Unfälle durch Vergiftungen können durch vorausschauende Sicherheitsvorkehrungen immer vermieden werden. Deshalb: Schließen Sie Putzmittel weg, räumen Sie Lampenöl, welches oft in bunten Farben leuchtet, Haushaltschemikalien, Autozubehör, Verdünner, Pinselreiniger, Lacke und Farben weg. Auf Schädlingsbekämpfungsmittel, wie am Boden liegende Ameisenköder oder Insektensprays sollte man in einem Haushalt mit Kindern ohnehin besser verzichten. Denn Kinder atmen, bezogen auf ihr Körpergewicht, mehr und sind dadurch stärker gefährdet den Sprühnebel einzuatmen. Dies kann Übelkeit, Magenkrämpfe und Kopfschmerzen verursachen. Und generell sollte man diese ganzen Stoffe und Flüssigkeiten niemals in ein Behältnis für Lebensmittel, wie eine Wasserflasche oder Plastikdose umfüllen, sonst kann es im schlimmsten Fall doch mal zu einer Verwechslung kommen:

Kosmetika und Parfum sollten für die Erwachsenen leicht erreichbar sein, aber keinesfalls darf ihr Kind selbstständig herankommen. Schnell steckt das Kleine mal seine Zunge in die Cremedose oder nippt am Ende noch am Rasierwasser vom Papa. Nagellackentferner wird am besten im Schrank ganz oben gelagert. Babypuder wird nicht über dem Wickeltisch aufbewahrt, die Dose könnte herunterfallen, er ist für die Babypflege sowieso entbehrlich.

Medikamente wegräumen und giftige Zimmerpflanzen nach oben stellen

Die Großeltern haben die Tabletten offen liegen - und das Kleinkind nascht schnell mal von den bunten Bonbons. Damit dies nicht passiert, sollten Sie mit ihnen sprechen und selbst auch darauf achten, dass Medikamente, Pillen, Arzneisaft und Co immer unerreichbar sind für die Kids. Sie gehören grundsätzlich in eine verschließbare Hausapotheke und nicht in ein Schälchen auf den Tisch.

Nach einer Feier stehen noch halbleere Gläser mit Wein, Bier oder Schnaps auf dem Tisch? Schütten Sie die Reste am besten nach dem Ende der Party immer schnellstmöglich weg. Es ist einfach schon zu häufig vorgekommen, dass ein Kind irrtümlich den Inhalt eines Glases kostete. Selbstverständlich gehören ebenso alle anderen Alkoholika sicher verstaut. Volle Aschenbecher werden ausgeleert.

Vergiftungen können außerdem durch Pflanzen hervorgerufen werden, Zimmerpflanzen, wie Dieffenbachie, Alpenveilchen oder Weihnachtsstern sind nicht zum Verzehr und stehen deshalb am besten ganz oben auf dem Schrank. Vor neugierigem Ausprobieren müssen die Kleinen geschützt werden. Im Garten trifft dies bei Giftpflanzengenauso zu.

Nicht nur im Herbst und in der Weihnachtszeit: Kerzenlicht ist für kleine Kinder nichts

Feuer übt eine magische Wirkung auf Kinder aus. Sobald eine Kerze auf dem Tisch brennt, sollte man sich vorsichtig verhalten. Führen Sie Ihre Kinder ab einem gewissen Alter langsam an einen verantwortungsbewussten Umgang mit Feuer heran. Was im Dezember der Adventskranz ist, betrifft im Sommer das Grillen. Kleine Kinder haben in unmittelbarer Nähe des Grills nichts verloren, ein Sicherheitsabstand ist der beste Schutz. Auf Brandbeschleuniger sollte man grundsätzlich und speziell in Anwesenheit von Kindern verzichten.

Weisen Sie Ihre Kinder immer auf Gefahren hin. Der beste Schutz ist, wenn Kinder verstehen, warum etwas für sie gefährlich ist. Jedoch muss sich das Gefahrenbewusstsein erst Schritt für Schritt entwickeln.

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