Einfrieren - das sollten Sie wissen

Einfrieren - das sollten Sie wissen

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Gefrierschrank oder Gefriertruhe - wer in einem Haushalt mit Kindern über eines dieser Geräte verfügt, ist klar im Vorteil, aus unterschiedlichen Gründen.

Immer wieder kann es vorkommen, dass Kinder nicht so großen Appetit hatten und Essen übrig bleibt. Dann müssen die fertigen Speisen aber nicht in den Müll. Einfrieren ist die Lösung! So kann man im Nu ein feines Gericht auftauen und servieren.

Einfrieren ist besser als Einwecken

Aber auch unbehandeltes Gemüse und Obst, das in größerer Menge gekauft wurde und nicht sofort verbraucht wird, kann durch einen Kälteschlaf länger haltbar gemacht werden. Vor allem: Durch das Einfrieren bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe und Vitamine erhalten, Geschmack und Farbe der Tiefkühlware werden durch den Vorgang nicht verändert und bleiben unangetastet. Beim Gefrieren kristallisiert nur das Wasser, welches in den Lebensmitteln steckt, Bakterien und Schimmelpilze haben somit keine Chance mehr.

Übrigens, ob Sie Gefrierschrank oder Gefriertruhe nutzen ist letztendlich egal, das Gerät sollte aber über drei Sterne verfügen (-18 Grad). Ein Gefrierschrank kann praktischer sein, da die einzelnen Fächer ganz herauszuziehen sind, eine Gefriertruhe benötigt mehr Platz. Wichtig ist aber, dass das Gerät regelmäßig abgetaut wird, damit sich keine dicke Eisschicht bildet, welche nur den Stromverbrauch unnötig in die Höhe treibt

Welche Lebensmittel sind für den Kälteschlaf geeignet?

Grundsätzlich kann man jedes Nahrungsmittel einfrieren, abgesehen von Salat oder Südfrüchten, diese Lebensmittel vertragen den Kälteschlaf nicht. Frisches Gemüse, beispielsweise Kohlrabi, Blumenkohl oder Brokkoli sollte man zuerst schälen oder putzen, waschen und in Scheiben oder eben Röschen schneiden. Möhren und Zucchini kann man dann direkt in Gefriertüten füllen, das andere Gemüse blanchiert man besser, bevor es eingefroren wird. Auch Tomaten und Äpfel muss man vorbehandeln, sie dürfen nicht roh, sondern nur als Püree bzw. Kompott eingefroren werden.

Kleine Nahrungsmittel, wie Erbsen, Mais, Beeren, Kirschen oder Nüsse, die sonst schnell ranzig werden können, sollte man am besten unverpackt und "frei rollend" einfrieren, also vorzugsweise auf einem Tablett. So kann der schützende Eismantel die Früchte rundherum umschließen. Nach etwa zwei bis drei Tagen können Sie das Tablett entnehmen und die Lebensmittel in jeweilige Behältnisse portionieren. Bei Steinobst, wie Nektarinen, Pfirsichen, Pflaumen oder Aprikosen entfernt man vorher der Stein und friert die Früchte geviertelt ein.

Fleisch dürfen Sie ebenfalls einfrieren. Bitte geben Sie es aber nicht als großes Stück in den Tiefkühler, sondern teilen Sie das Fleisch vorher in kleinere Portionen, so wie Sie es voraussichtlich für ein Gericht benötigen werden. Dicke Stücke klopfen Sie vorher schön flach, so friert das Fleisch schneller durch und lässt sich bei Bedarf auch leichter auftauen. Falls Sie mehrere Fleischstücke einfrieren, legen Sie vielleicht Klarsichtfolie - keine Aluminiumfolie! - zwischen die Filets, so lassen sich einzelne Portionen besser entnehmen. Hackfleisch drückt man möglichst flach, eine kugelige Form friert nämlich nur verzögert ein.
Wichtig: Eingefrorenes Fleisch nicht auftauen lassen und dann erneut einfrieren, zubereitete Gerichte aus vorher gefrorenem Fleisch dürfen aber durchaus erneut eingefroren werden.

Die kleinen Helferlein in der Küche: Kräuter, Zwiebeln, Brühe

Rosmarin, Schnittlauch und Petersilie - im Sommer duften die Kräuter so lecker. Wer auf die feinen Würzblätter auch im Winter zurückgreifen will, kann die Kräuter waschen, mit einem Küchentuch behutsam trocken tupfen, zerkleinern und dann in kleine Döschen oder Gefriertütchen füllen. Eine kleine Dosis Zwiebeln können einem Ragout oder einem Pilzgericht schon einen aromatischen Pfiff geben. Das Gemüse ist maximal sechs Monate haltbar, wenn Sie die Zwiebel geschält, gewürfelt und in kleinen Döschen eingefroren haben. Zum Ablöschen von angebratenem Fleisch oder Gemüse benutzen viele Köche gern Brühe oder auch Wein. Gut wenn man dann kleine Portionen davon zur Verfügung hat. So eignen sich für diesen Zweck beispielsweise Eiswürfelbehältnisse gut, hier lassen sich die Flüssigkeiten in kleinen Dosen abfüllen und entsprechend einfrieren.

Bei zubereiteten Gerichten, die nach Mittag- oder Abendessen übrig geblieben sind, sollte man generell darauf achten, dass die Speisen gut abgekühlt sind ehe man sie in Gefrierschrank oder -truhe einlagert. Die Reste füllt man in Kunststoffdosen, klebt ein Etikett darauf, hier werden Inhalt und Datum des Einfüllens notiert und schon kann das Essen im Gefrierschrank einfrieren.
Fest verschließbare Plastikgefäße sind insgesamt als Behältnisse zu empfehlen. Gefriertüten sollte man nach dem Füllen zusammen rollen, damit die Luft entweicht. In einem größeren Haushalt kann sich die Anschaffung eines Vakuumierers lohnen.

Haltbarkeit der Lebensmittel

Das Beschriften der Behälter ist wichtig, damit die Tür des Gefrierschranks nur kurz geöffnet werden muss. Denn dies erhöht erstens den Stromverbrauch und zweitens können die enthaltenen Speisen antauen. Entweder können Sie wie beschrieben eine Notiz direkt auf die Dose bzw. die Tüte kleben oder Sie befestigen mit einem Magnet eine Liste an der Tür, an der Sie die enthaltenen Speisen mit dem Datum, wann sie eingefroren wurden, notieren.

Die Haltbarkeit der unverarbeiteten Lebensmittel ist verschieden. Während Obst und Beerenfrüchte etwa acht Monate im Gefrierschrank haltbar sind, können es Bohnen, Erbsen, Kohlrabi oder Spinat durchaus ein ganzes Jahr im Kälteschlaf aushalten. Zucchini dürfen sechs Monate, Blumenkohl acht Monate und Möhren können sogar etwa zehn Monate im Tiefkühler gelagert werden. Bei Fleisch richtet sich die Haltbarkeit nach dem Fettgehalt, mageres Fleisch kann länger gelagert werden, fettes Fleisch sollte innerhalb von sechs Monaten verbraucht werden. 

Auftauen: langsam und schonend

Um das Lebensmittel oder das Gericht besonders schonend aus seinem Kälteschlaf zu wecken, lässt man Eingefrorenes am besten ganz langsam auftauen. Deshalb lagert man die Sachen nach der Entnahme aus dem Tiefkühlfach im Kühlschrank. Insbesondere bei Fleisch sollten Sie vorsichtig sein, es sollte nicht bei Zimmertemperatur aufgetaut werden, sonst können sich schnell Bakterien entwickeln. Legen Sie es in ein geschlossenes Gefäß in den Kühlschrank und schütten Sie das Abtauwasser regelmäßig weg, denn das Fleisch sollte nicht lang darin liegen. Eine Ausnahme bildet mariniertes Fleisch, das darf von der Marinade umschlossen bleiben.

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