Etikettenschwindel: Auf welche Güte-Siegel ist Verlass?

Am besten Bio, ohne Zusatzstoffe, ohne Gentechnik und möglichst natürlich – so wünschen sich die meisten Eltern die Lebensmittel, die sie für sich und ihre Kinder zubereiten. Doch regelmäßig sorgen Meldungen über eine ungenügende Kennzeichnung oder dubiose Werbebotschaften für Verunsicherung.

Da ist die Rede von Analogkäse, der nur zu einem Minimalanteil aus echter Milch besteht oder von Kalbsleberwurst in der vor allem Schweineleber enthalten ist. Im Fruchtjoghurt stecken gerade mal 3,5 Prozent Früchte und dafür viele Aromastoffe und Produkte, die extra für Kinder angeboten werden, sind mit Zucker bzw. verschiedenen Zuckerarten versetzt.

Gütesiegel sollen dem kritischen Verbraucher helfen, geprüfte und somit einwandfreie Lebensmittel auszuwählen. Doch was besagen die Qualitätsmerkmale tatsächlich?

Bioprodukte - aus ökologisch kontrolliertem Anbau und nicht gentechnisch verändert

Bioprodukte müssen strenge Richtlinien erfüllen, die ständig geprüft werden. Denn „Bio“ ist ein geschützter Begriff, ebenso wie die Bezeichnungen „aus kontrolliert biologischem Anbau“ und „mko“. Diese Produkte sind erkennbar beispielsweise an dem Bio-Siegel der EU. Das staatliche Siegel zeigt 12 weiße Sterne auf grünem Hintergrund und wird nur verliehen an Produkte, die zu mindestens 95 Prozent ökologisch produziert werden.

Das deutsche Bio-Siegel zeigt ein Sechseck mit grünem Rand und der Aufschrift Bio nach EG-Verordnung. Daneben existieren aber noch weitere deutsche Bio-Siegel von Verbänden, wie beispielsweise von Demeter oder Bioland, für die teilweise noch strengere Regeln gelten.

Produkte mit diesem Siegel dürfen unter anderem nicht durch und mit gentechnisch veränderten Organismen hergestellt sein, es dürfen keine synthetischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, auch keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren.

Regionalprodukte - immer frisch aus der Region?

Ebenfalls empfehlenswert sind normalerweise Regionalprodukte. Die Produkte, die das Symbol „regional“ tragen, sollten aus dem räumlichen Umkreis stammen, auch die weiteren Inhaltsstoffe und die Produkte sollten auch vor Ort vermarktet werden. Doch obwohl die Regionalprodukte durch ihre Frische auffallen, denn Obst und Gemüse werden reif geerntet, müssen sie nicht immer besser sein. So verarbeiten manche Hersteller beispielsweise Zutaten, die aus einer anderen Region stammen und eingeführt werden.

Nach einer aktuellen Studie durch mkotest (mko-Test, September 2011), bei welcher 53 Produkte mit regionalem Namen untersucht wurden, haben die Experten nur 14 echte Regionalprodukte gefunden. Manche Hersteller verarbeiten zwar Rohstoffe der Region, bei anderen beschränkt sich die Regionalität allein auf den Namen bzw. den Ort der Herstellung.

Ein einheitliches Gütezeichen für Regionalprodukte und einheitliche Richtlinien gibt es derzeit noch nicht. Fleisch, das aus der Region stammt, sollten Kunden beispielsweise an Siegeln des jeweiligen Bundeslandes für bestimmte Markenfleischprogramme erkennen. Aber wie die Sachverständigen von mkotest feststellen: Für Geprüfte Qualität Hessen dürfen Rohstoffe aus der gesamten EU verarbeitet werden. Fleisch, welches das Siegel Geprüfte Qualität Thüringen und Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein trägt, muss zu überwiegendem Teil aus den jeweiligen Bundesländern stammen. Nur bei Fleisch mit dem Label Gesicherte Qualität Baden-Württemberg und Geprüfte Qualität Bayern müssen die Rohstoffe zu 100 Prozent aus der Region kommen.

Gütesiegel wie Institut Fresenius, TÜV-Süd oder QS-Ihr Prüfsystem für Lebensmittel werden nicht von staatlichen Institutionen vergeben, hier gelten völlig verschiedene Kriterien. Jedoch werden die Lebensmittel, welche solch ein Siegel tragen, ebenfalls regelmäßig auf ihre Güte hin kontrolliert.

Insgesamt sind das deutsche Lebensmittelrecht und die Regeln zur Kennzeichnung äußerst kompliziert. Verbraucher, die den Angaben auf der Lebensmittel-Verpackung nicht vertrauen, können sich dazu auf verschiedenen Seiten im Netz informieren. So wird beispielsweise von der Verbraucherzentrale die Internet-Seite Lebensmittelklarheit angeboten. Das Portal wird im Rahmen der Initiative „Klarheit und Wahrheit bei der Lebensmittel-Kennzeichnung“ durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert: Damit Sie wissen, was Sie für Ihre Familie auf den Tisch bringen!

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