Die häufigsten Verschwenderfallen in der Küche

Die häufigsten Verschwenderfallen in der Küche

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Der Joghurt ist abgelaufen, der Frischkäse riecht nicht mehr appetitlich und die trockene Brezel mag auch niemand mehr essen: Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, wandert laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in den Müll. Mit ein paar kleinen Tricks lässt sich diese Verschwendung vermeiden oder zumindest stark eindämmen.

Unglaubliche 82 kg Lebensmittel wirft jeder in Deutschland pro Jahr weg, besagt der Bericht des Bundesministeriums, das sind zwei vollgepackte Einkaufswagen. In den anderen europäischen Ländern sieht es nicht besser aus. Nach EU-Angaben geben die Europäer jährlich insgesamt bis zu 100 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Eine unfassbar große Menge! Umso wichtiger ist es, dass jeder etwas dazu beiträgt, damit nicht zu viele Lebensmittel sinnlos verschwendet werden. Dies belastet nur unnötig die Umwelt und nicht zuletzt den eigenen Geldbeutel. Hält man sich im Alltag an ein paar kleine Regeln, kann jeder dafür sorgen, nicht zu viel wegzuwerfen.

Nicht zu viel einkaufen!

Das Prinzip ist einfach: Wer zu viel wegwirft, hat zu viel eingekauft, jedenfalls mehr als von der ganzen Familie verbraucht wird. Aber wer kennt das nicht? Man war einkaufen und im Supermarkt haben uns die verschiedensten Lebensmittel so angelacht, so dass wir sie fleißig in den Einkaufswagen gelegt haben: frisch duftendes Brot, das Gemüse, welches im Angebot war, an der Fleischtheke konnten wir nicht nur vorüber gehen und auch beim Käse haben wir zugegriffen - einer in der Familie wird ihn schon essen.

Wichtig: Erstens gehen Sie nicht hungrig einkaufen und zweitens kaufen Sie nicht planlos ein. Ein Wochenplan mit dem die Gerichte für die ganze Woche geplant werden, ist die Grundlage. Dann kaufen Sie nicht wahllos und spontan Dinge, für die Sie in nächster Zeit gar keine Verwendung haben.

Ist es doch passiert und Sie haben mehr eingekauft als Sie alle zusammen essen können, dann frieren Sie am besten gleich ein paar Lebensmittel, wie Fleisch, Gemüse etc. ein - so können sie nicht so schnell verderben. Außerdem können Sie bei einer großen Menge Gemüse, dieses in Essig oder Öl einlegen oder aus einem Zuviel an Obst Marmelade kochen oder einen Aufstrich zubereiten.

Einkaufszettel: Ein Speiseplan hilft

Erstellen Sie vor dem Einkauf einen Speiseplan, können Sie außerdem gleich schauen, welche Zutaten noch im Haus sind und ob Vorräte wieder aufgestockt werden müssen. Mit einer Einkaufsliste in der Hand kauft man entspannter und vor allem auch schneller ein. Schließlich kann man sicher sein, dass nichts vergessen wird, wenn es auf dem Zettel notiert wurde.

Schreiben Sie gegebenenfalls auch die Mengen auf, dann wissen Sie im Laden, ob Sie den großen Vorteilspack kaufen müssen oder doch lieber zu der kleineren Einzelportion greifen. Bleibt von den Lebensmitteln etwas übrig, wird es direkt wieder für die nächste Woche eingeplant. Dann hilft es, gezielt nach Rezepten zu schauen oder Gerichte zu planen, mit denen beispielsweise die übrigen Tomaten, der Lauch oder die Kokosmilch verbraucht werden.

Wichtig: Ordnung im Kühlschrank

Wer im Kühlschrank Ordnung hält, der hat alle Lebensmittel schneller im Blick, muss deshalb die Kühlschranktür nicht so lang offen halten und wird auch nicht so viele verdorbene Lebensmittel in den Müll geben, weil er sie vergessen oder übersehen hat. Stellt man die frische Milch vor eine angebrochene, halbvolle Packung oder Flasche, dann kann es natürlich leichter passieren, dass die ältere Milch sauer wird. Deshalb sollte man sich beim Einräumen des Kühlschranks besser ein wenig mehr Zeit nehmen: Die Lebensmittel, die demnächst verbraucht werden müssen, sollten vorn gut sichtbar bleiben, die Dinge, die man noch etwas länger lagern kann, dürfen hinten stehen. So greift man eher zu dem Joghurt mit dem kürzeren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), der vorn steht, während hinten an der Kühlschrankwand der mit längerer Haltbarkeit steht.

Küchenschränke aufräumen - so gerät nichts in Vergessenheit

Dieselbe Regel wie für den Kühlschrank gilt auch für die Küchenschränke: Wer eine Grundordnung einhält und nicht die neuen Packungen nur vorne hinstellt, muss am Ende weniger wegwerfen. Am besten füllen Sie geöffnete Packungen immer in durchsichtige, stapelbare Behälter um, so hat man schnell einen Überblick, was ist noch im Haus und was muss nachgekauft werden.

Dazu sollte man regelmäßig mal seine Küchenschränke inspizieren und die Lebensmittel, die bald verbraucht werden müssen, raussuchen. Anschließend kann man die Gerichte auf den Wochenplan setzen oder Rezepte raussuchen, bei denen diese Dinge verbraucht werden. Ab und an hat man vielleicht ein spezielles Öl oder eine ganz besondere Zutat, wie Tonkabohnen oder Tahin für ein neues Rezept gekauft, mit der Zeit ist das Produkt dann in Vergessenheit geraten. Damit man es nicht wegwerfen muss, kann man nach weiteren Zubereitungen suchen und es somit aufbrauchen. Es hilft übrigens, bei neuen oder selten genutzten Produkten kleinere Mengen zu kaufen oder nach Alternativen zu schauen, ob man es vielleicht durch etwas anderes ersetzen kann.

Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten: Lebensmittel sind trotzdem noch genießbar

Welche Lebensmittel sind verdorben und gehören in den Müll? Bei Obst, Gemüse oder Milch lässt sich dies leicht durch Geruch, Geschmack und Aussehen sagen. Bei anderen Lebensmitteln richten sich viele Verbraucher nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Dieses Verhalten führt dazu, dass zu viele Lebensmittel, die eigentlich noch in Ordnung sind, weggeworfen werden. Denn das MHD ist kein Verfallsdatum.

Das MHD besteht seit 30 Jahren und gibt laut Lebensmittelkennzeichnungsverordnung den Zeitpunkt an "bis zu dem ein Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält". Also bis zu dem Tag garantiert der Hersteller, dass Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert in der ungeöffneten Packung so sind, wie sie sein sollen. Einige Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Alkohol, Salz, Zucker in fester Form, Kaugummi etc. sind von der MHD-Pflicht ausgenommen, auf allen anderen Produkten muss ein MHD aufgedruckt sein.

Immer wieder gibt es Überlegungen das MHD bei langlebigen Lebensmitteln, wie bei Nudeln, Reis, Kaffee, Tee oder Hartkäse wegzulassen - bislang ohne Ergebnis. Denn viele Experten halten das MHD für überflüssig, schließlich sind die meisten Nahrungsmittel noch über das MHD hinaus genießbar.

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