Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Tipps für das Abendessen eines 2jährigen Entdeckers

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Frau Neumann,

unser Sohn ist aktuell 25 Monate alt, liebt es, neues zu entdecken und gilt grundsätzlich als unproblematischer Esser. Allerdings mag er bei uns zum Frühstück und zum Abendessen kein Brot essen. Er isst sehr gerne Wurst, manchmal Käse oder Apfel/Mangomark von seinem Brot ab, aber das mundgerecht geschnittene Brotstück da drunter bleibt bei uns liegen. (Wir Eltern essen zum gleichen Zeitpunkt unsere belegten Brote+Gemüse. In der Kita gibt es nach unserem Frühstück nochmal Frühstück bestehend aus Mischbrot+Obst, dort ist er sein mit Leberwurst/Frischkäse/Marmelade dünn bestrichenes Brot. Bei uns rührt er diese Varianten nicht an.)

Wir behelfen uns nun schon eine Weile damit, dass er morgens seine geliebte Banane zu den belegten Brotstücken und abends Nudeln mit Rohkost/gedünstetem TK-Gemüse und manchmal Wurststückchen (oder am Wochenende nochmal das Mittagessen in kalt) bekommt. Dafür gab es dann tagsüber im Buggy oder Auto eine Scheibe Vollkornbrot oder Vollkornbrötchen.

Nur leider mag er nun auch nachmittags kein Vollkornbrötchen bzw. Brotscheibe mehr (nachdem er 2x Franzbrötchen und öfter auch mal Milch- oder Rosinenbrötchen essen durfte). Und abends werden ihm die Nudeln nun langsam langweilig.

Ihre Herzoginnenkartoffeln mag er noch ganz gern, die Grießschnitten werde ich demnächst nochmal probieren.

Er trinkt nur Wasser (bei uns zu Haus Gerolsteiner Mineralwasser), weil er keine Trinkmilch mag. In Milch angerührtes Kindermüsli oder Joghurt ist er nachmittags alle paar Tage sehr gern. Das Müsli schmeckt angerührt allerdings süß, so dass wir ihm das Kindermüsli zum Abendessen nicht anbieten.

Reicht die Menge an Milch im Müsli bzw. ab und zu mal Käse neben dem Mineralwasser am Nachmittag für ihn aus?

Hätten Sie für uns weitere Rezeptideen für das Abendessen? (Soweit ich das überschauen kann, könnte unserem Sohn etwas B1 fehlen, da das Mischbrot in der Kita kein Vollkornbrot ist. Richtig?)

Viele Grüße und Danke für Ihre Einschätzung und hilfreichen Tipps!

Die Wolfsmama

von Wolfsrudel am 23.11.2019, 21:08 Uhr

 

Antwort auf:

Tipps für das Abendessen eines 2jährigen Entdeckers

Hallo Wolfsrudel
wenn du deinen Sohn als generell gerne essendes, neugieriges und munteres Kind am Esstisch erlebst, brauchst du dir eigentlich keine Sorgen zu machen, dass er unter einem Nährstoffmangel leiden könnte solange du dafür sorgst, dass er alles erhält was er braucht.
Deine Sorgen gelten insbesondere der Calciumversorgung durch sein mangelndes Interesse an Kuhmilch als Trinkmilch und auch bezüglich seiner mangelnden Begeisterung für Brot am Abend.
Ich schildere dir zunächst einmal ein paar ganz allgemeine Infos.
Also: ca 330 ml Milch (inklusive Milchprodukte wie Käse, Joghurt) werden für 2-3 jährige Kinder empfohlen - 100 ml Kuhmilch entsprechen ca 100g Naturjogurt (hinsichtlich Eiweiß-und Calciumgehalt). Auch ca 15 g Schnittkäse wie Gouda, Edamer (= ca 1/2 Scheibe) oder 30 g Weichkäse (pasteurisierter Brie etc) und ca 30-40g Frischkäse ersetzen je 100 ml Kuhtrinkmilch. Miteinberechnet werden auch Milchprodukte, welche in Speisen verarbeitet wurden bspw in Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Pizza, Auflauf, Kuchen und Gebäcken, Pudding, etc.
Das kriegt ihr hin, oder?
Zusätzlich kannst du calciumreiche Speisen anbieten:
Mandeln als Mandelmus oder ganz fein gemahlen (als Aufstrich, in Kuchen, in Fruchtriegel)
Sesam (als Mus = Tahin, in Hummus), als Süßspeise
zerkleinerte/gemahlene (aufgeweichte) Sonnenblumenkerne (im Brot, zu Salat)
grüne Blattgemüse (Kohlrabiblätter mit verwenden)
Brokkoli (Kochwasser natürlich mitverwenden)
Haferflocken
Datteln (getrocknete (Bio-)Datteln entkernen und klein schneiden, oder male bzw zermusen und als Aufstrich oder Süßungsmittel verwenden.)
Sprossen
Und wusstest du auch, dass Oxalsäure (im Spinat, in Mangold, in Rhabarber) die Calciumaufnahme hemmt? Da die Oxalsäure Calcium gewissermaßen dem Körper entzieht, sollten diese Gerichte (für Kinder) am besten immer mit Milchprodukten kombiniert werden.
Und: sehr eiweißreiches Essen, ein hoher Phosphatgehalt in der Nahrung wie sie bspw in Cola-und anderen Softgetränken, sowie in machen Wurstwaren und diverse Fertigprodukten enthalten sind, hemmen die Aufnahme ebenfalls.
Unerlässlich für die Calciumaufnahme aus der Nahrung, ist übrigens das Vorhandensein von Vit D. Dafür ist es besonders wichtig, dass dein Kind ausreichend häufig draussen toben kann. Achte einfach auf genügend Sonnenlicht (durch die Haut) in Kombination mit Bewegung.
Fazit:
als Trinkmilch muss Kuhmilch nicht sein. Du kannst Kuhmilch auch in anderer Form geben (Käse und Co) oder Kuhmilch im Müsli etc verwenden, in Gerichte einarbeiten (Kartoffelbrei, Muffins, Waffeln, etc).
Milchreis:
Ca 3-4 P
100g Milchreis mit ein paar Rosinen plus 1 Msp Zimt und ca 1 EL Zucker mischen.
Die Mischung in 300 ml Milch und 100 ml Wasser kochen. Einmal aufkochen lassen und unter Rühren (ab und zu) auf kleiner Flamme köcheln lassen - ca 1/2 h bis der Reis gut weich ist. Wenn der Reis noch hart ist und Flüssigkeit benötigt, immer mal wieder - auch zwischendurch - einfach Wasser nachgießen und weiter köcheln, bis der Reis gut weich ist. Fertig.
Nach Geschmack kannst du noch kleingeschnittene Fruchtstücke zugeben. Statt Rosinen kannst du auch andere Trockenfrüchte mitkochen, kleingeschnittene getrocknete Apfelringe oder klein geschnittene Datteln sind besonders lecker.
Du kannst den Reis auf Vorrat zubereiten. Da er manchmal etwas nachdickt, könntest du den Reis vor Verzehr nochmals kurz in Milch/Reisdrink aufkochen. So wird er noch weicher, cremiger und noch leckerer.

oder eine frisch gemixte Bananenmilch?

Oder Milch mal so:
mm einen 1 Becher Naturjoghurt (3,5%). Verrühre den Inhalt cremig. Nimm ein kleines Küchensieb und lege 1-2 Lagen Küchenkrepp (Küchentücher von der Rolle) hinein. Lege das Sieb über eine Tasse und gib den gerührten Joghurt in das Sieb. Decke den Joghurt ab und stelle ihn (mit der Tasse drunter) in den Kühlschrank - für ca 12-24 h. Der Joghrut bekommt so eine festere Konsistenz und schmeckt sahnig, kaum sauer. Kombiniere den Joghurt bspw mit einem Klecks Marmelade (Rezeptur nach Wunsch) oder etwas frisch geriebenem Obst. In der darunter stehenden Tasse sammelt sich die sog.Molke, die du vielseitig verwenden kannst.

Bspw in Brötchen verbacken:
Molkebrötchen
6 g frische Hefe in 150 ml Molke (oder Wasser) auflösen
250 g Dinkelmehl (Type 1050)
2 EL Öl
1 Pr Zucker
3g Salz
alle Zutaten zu einem Teig verkneten. Teig stehen lassen. Den Teig in ca 6-8 Stücke teilen, zu Brötchen formen. Teiglinge auf ein Backblech (Backpapier) setzen, mit Wasser bepinseln (oder besprühen) und mit einem Ausstechförmchen ein Muster eindrücken, abdecken. Ca 20 min aufgehen lassen. Die Brötchen im Backofen (vorheizen) bei 200° ca 20 min backen.


Was das Müsli betrifft:
mische einfach selbst eine leckere MIschung aus Haferflocken und allerlei anderen Zutaten.
Rezept für eine "Karibik-Müsli"
du brauchst:
2 EL Vollkorn-Haferflocken (ggf zerkleinert)
1 TL fein geriebener Apfel
4 Scheiben, klein geschnitten Banane
1/2 TL Kokosflocken
Orangensaft oder Milch bzw Joghurt, Menge nach Belieben
Mische alle festen Zutaten in einer Schüssel und übergieße deine Mischung mit Orangensaft oder Milch bzw Joghurt,
Dein Sohn darf so viel essen, wie er schafft. Die Mengenangaben sind "für kleine Mäuschen" und können selbstverständlich multipliziert werden.
Das Rezept gibt nur eine kleine Anregung.

Müslimischung zum Selbermachen:
nimm als Basis Haferflocken und mische dazu, was euch gefällt:
Cornflakes, Crunchy*, Nüsse, Rosinen, Trockenfrüchte nach Wahl. gepuffter Amaranth, Getreideflocken aus bspw Weizen oder Dinkel, Dinkelpops. Kokosflocken etc etc
Im Naturkostladen bekommst du bspw auch Müslifertigmischungen (ohne Zucker) mit besonderen Zutaten wie bspw Beerenfrüchten (gefriergetrocknet), Mischungen ohne Rosinen u.v.m.
So hättest du eine Grundmischung und könntest diese nach Gusto mit Haferflocken u.a. auffüllen - Durch das dazu Mischen von Haferflocken (oder anderen Flocken) bekommst du mehr Masse - teure Müslimischungen werden insgesamt betrachtet so wieder günstiger.
Es gibt auch sog. Basismischungen, die eine Mischung aus den Grundzutaten (= hauptsächlich verschiedene Flockensorten) enthalten. Diese Mischungen könntest du wiederum nach Belieben umgestalten und hier nach Gusto weitere Zutaten nach Belieben dazu mischen.


Fruchtriegel
Rezept für 2-3 Riegel
20g getrocknete Datteln
15g getrocknete Aprikosen
15g feine Vollkorn-Haferflocken
1 rechteckige Oblate (du kannst auch runde Formen nehmen)
die Zutaten abwiegen. Die Früchte mit dem Messer grob hacken.
Alle Zutaten in das Zerkleinerungsgerät geben und fein hacken lassen.
Die Masse formen, zwischen Oblaten kleben und diese schneiden.

Was das Brot essen betrifft:
bleibt einfach dran und lasst ihn Brot essen. Vermeide es zwischendurch im Buggy zu geben, denn sonst gewöhnt sich dein Sohn daran und hat zur eigentlichen Mahlzeit am Tisch kein Interesse mehr und schon gar keinen Hunger oder Appetit darauf.
Bleibt dran, an eurem Konzept. Findet ggf Kompromisse.
Wichtig ist, dass der Hunger da ist. und dass euer Kind abends noch nicht zu müde ist, denn sonst haben die Kleinsten häufig einfach keine Lust das Brot zu kauen.
Wenn du etwas Zeit hast, könntest du mit deinem Sohn einmal Brot selbst backen.
So wird er es garantiert lieben lernen.
Schau dazu in diesen Beitrag. Mein Artikel hier würde sonst zu lang....
https://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/Fruchtriegel_47984.htm

Also dann
meld dich gerne noch einmal, wenn du weitere oder nochmals konkrete Fragen zu deiner Ursprungsfrage hast.
Soweit einmal
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 25.11.2019

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