Dr. Almut Dorn

Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn

Psychologische Psychotherapeutin

Frau Dr. phil. Almut Dorn ist als Psychotherapeutin seit über 20 Jahren im Bereich der Gynäkologischen Psychosomatik tätig. Sie studierte Psychologie in Bielefeld, Paris und Mannheim. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychotherapeutin in der Gynäkologischen Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn leitete sie die Gynäkologische Psychosomatik im Endokrinologikum in Hamburg. Seit 2010 ist sie in eigener Privatpraxis in Hamburg tätig und ist neben der Patientenversorgung als Dozentin und Supervisorin tätig.

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Dr. Almut Dorn

Wie finde ich den Umgang mit meiner Trauer und meiner Angst?

Antwort von Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn, Psychologische Psychotherapeutin

Frage:

Liebe Frau Dorn,

ich hatte nach kurzer Zeit der Freude über meine 1. Schwangerschaft eine reine Berg und Talfahrt mit hoffen und bangen und dann die traurige Diagnose Missed Abortion, rechnerisch 9. SSW. Es ist einfach bei 6+1 von der Entwicklung stehen geblieben, einen Herzschlag gab es nie.

Letzte Woche Mittwoch musste ich dann zur Ausschabung in die Klinik. Die Nacht zuvor ist mir auch besonders ins Gedächtnis gebrannt, da ich durch diese Cyrtotec Tabletten heftigste Schmerzen und Blutungen bekommen habe. Ich glaube in der Nacht habe ich mein Kind schon verloren, kann es aber nur vermuten. Es ist schlimm mit den Gedanken zu leben, dass ich es vielleicht in der Toilette weggespült habe :-(.

Seit der OP vegetiere ich nur zuhause dahin, will einfach nur liegen und nichts machen. Am Samstag war ich mit meinem Mann einkaufen, aber mir gingen all die ganzen Menschen auf die Nerven, ich wollte nur weg. Zum Glück bin ich krankgeschrieben und habe anschließend noch 1 Woche und 1 Tag Urlaub.

Ich bin unendlich traurig, bin total schockiert. Gestern habe ich soviel geweint. Heute war es besser als gestern, aber dennoch weine ich ständig zwischendurch. Weiß gar nicht wie ich damit zurecht kommen soll?
Ich weiß jetzt schon, dass ich nicht ewig mit der weiteren Babyplanung warten möchte und kann, da ich schon 39 bin. Vorher hatte ich viele Ängste warum ich nicht in die konkrete Kinderplanung gegangen bin. Und einige Jahre ging es aufgrund eines Hypophysenturmors nicht. Der Zeitdruck und jetzt die Ängste wegen der Fehlgeburt machen mir echt zu schaffen. Wenn ich wieder schwanger werde wird es bestimmt keine Schwangerschaft die Leichtigkeit hat. Gibt es Wege nicht die ganzen Monate in Angst zu leben?

von Kinderüberraschung am 16.11.2020, 17:30 Uhr

 

Antwort auf:

Wie finde ich den Umgang mit meiner Trauer und meiner Angst?

Trauer ist verständlich, vor allem, weil Sie anscheinend länger auf diese Schwangerschaft warten mussten; die Phantasien und Bilder zu einem Kind sobald der Test positiv ist, gehen immer schon viel weiter als der Embryo in der Entwicklung ist. Und von diesen Bildern muss man sich ja auch wieder verabschieden. Auch die Angst ist verständlich, Frauen mit Verlusterfahrungen gehen nicht unbeschwert in eine weitere Schwangerschaft. Gerade ist unser Ratgeber-Buch zum Umgang u.a. mit genau solchen Ängsten erschienen. Vielleicht wäre das für Sie hilfreich: Almut Dorn / Anke Rohde, Krisen in der Schwangerschaft. Ein Wegweiser für schwangere Frauen und alle, die sie begleiten. Kohlhammer Verlag.

von Dr. Almut Dorn am 16.11.2020

Antwort auf:

Wie finde ich den Umgang mit meiner Trauer und meiner Angst?

Liebe kinderüberraschung,

Das was du fühlst und wie es dir geht ist absolut gerechtfertigt und normal - der Verlust einen Kindes ist schwer egal wie weit die Schwangerschaft war. Lass dir Zeit zu trauern weine wenn du möchtest und rede viel mit deinem Partner.
Ich (41 und eigentlich super rationale powerfrau) hatte vor 14 Wochen die Ausschabung bei MA 11. Woche. Es wird leichter aber jeden Do (Tag der Diagnose) und Freitag falle ich noch in ein Loch. Die ersten 14 Tage hatte ich mich komplett eingeigelt - mein Mann und ich haben uns diese Zeit auch zum bewussten trauern zusammen genommen. Wir haben unser Sternchen Elisabeth einen Namen gegeben einen Stein besorgt und eine abschiedsdose für die ultraschallbilder. Man kann auf dem Standesamt das Ungeborene auch eintragen lassen - damit hat man das Gefühl das es reeller ist (und nicht wie manche abtun nur ein paar Zellen - hat mir jemand gesagt tat sehr weh zu hören ich soll mich doch nicht so anstellen). Durch die bewusste Trauer konnte ich langsam wieder in den Alltag gehen - aber die Traurigkeit ist immer irgendwie da. Auch wenn man wiede nach vorne schaut - jede Schwangere jedes Neugeborene tut weh und man braucht glaub ich einfach Zeit und Geduld mit sich.....
Fühl dich gedrückt und ganz viel Kraft

von Tauchmausmama am 20.11.2020

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