Prof. Dr. med. Michael Zemlin

Risiko vorzeitiger Blasensprung bei zweiter Schwangerschaft

Antwort von Prof. Dr. med. Michael Zemlin

Frage:

Liebes Expertenteam,

vor 15 Monaten kam unser Sohn bei 35+0 nach vorzeitigem Blasensprung zur Welt (Spontangeburt). Er ist gesund und entwickelt sich ganz normal. Nun wünschen wir uns ein Geschwisterchen für ihn. Mich beschäftigen folgende Fragen sehr und ich hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können (ich bin 38 J.)):

1. Meine Schwangerschaft verlief komplikationslos, jedoch bekam ich ungefähr ab der 25. SSW sehr oft einen harten Bauch, der währenddessen weh tat. Können das die "Vorboten" für einen vorzeitigen Blasensprung gewesen sein?

2. Kann ein vorzeitiger Blasensprung durch sehr heftige Kindsbewegungen ausgelöst werden? Das war bei mir kurz vorher der Fall. Oder ist das total absurd?

3. Bei meinem Abstrich im Krankenhaus ist der Keim Pseudmonas aeruginosa festgestellt worden. Meine Untersuchung erfolgte kurz nach Ankunft im Krankenhaus, davor war ich dort kurz auf Toilette. Kann ich mir den Keim im Krankenhaus eingefangen haben? Oder ist es eher wahrscheinlich, dass ich ihn schon hatte und er den Blasensprung ausgelöst hat? Ich frage, weil ich in der Schwangerschaft sehr aufgepasst habe, mich nie auf öffentliche Toiletten gesetzt habe, nicht im Schwimmbad war usw.
MIr konnte auch keiner Genaueres zu diesem Keim sagen, außer, dass er gefährlich ist. Meine Entzündungswerte waren bei Ankunft im Krankenhaus gut, zwei Tage später erhöht und ich hatte leicht erhöhte Temperatur.

4. Bei der Histologie steht beginnendes Amnioninfektionssyndrom (verstehe ich) und Chorangiose Typ II. Was ist Letzteres und hat es eine Bedeutung für eine weitere Schwangerschaft?

5. Man hört, dass das Risiko einer erneuten Frühgeburt höher ist, wenn man bereits eine hatte. Ist das pauschal so, oder hängt es davon ab, was der Grund für die erste Frühgeburt war?

Verzeihen Sie mir den langen Text. Herzlichen Dank bereits im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.

Liebe Grüße!

S.

von Hellobaby am 05.05.2020, 17:02 Uhr

 

Antwort auf:

Risiko vorzeitiger Blasensprung bei zweiter Schwangerschaft

1. Ob eine Verhärtung des Bauches (vorzeitige) Wehen sind oder nicht, kann durch eine CTG Untersuchung geklärt werden. Verhärtungen des Bauches sollten daher bei einer Vorsorgeuntersuchung erwähnt werden.
2. Kindsbewegungen sind bei gesunder Fruchtblase nicht als Auslöser für einen vorzeitigen Blasensprung anzusehen.
3. Es ist biologisch so gut wie undenkbar, dass Sie innerhalb von so kurzer Zeit vom Toilettengang bis zum Abstrich eine Besiedlung mit Pseudomonaden entwickelt haben. Es ist davon auszugehen, dass dies bereits länger vorlag. Es gibt unterscheidliche Pseudomonaden. Manchmal, aber längst nicht immer, können sie eine Infektion verursachen und auch einen vorzeitigen Blasensprung auslösen.
4. Eine Chorangiose ist eine Anpassung des Mutterkuchens an eine Minderversorgung mit Sauerstoff, die zahlreiche Ursachen haben kann. Ob ein Wiederholungsrisiko besteht muss mit der Frauenärztin/ dem Frauenarzt besprochen werden.
5. Das Risiko für eine Frühgeburt hängt von so vielen Faktoren ab, dass alleine aus der vorangegangenen Frühgeburt kaum auf das Wiederholungsrisiko geschlossen werden kann. Es hängt, wie Sie vermuten, vor der Ursache ab. Wenn ein Risikofaktor vorhanden ist, z.B. Rauchen, dann gilt dies auch unabhängig davon, ob bereits eine Frühgeburt vorangegangen ist oder nicht.

von Prof. Dr. med. Michael Zemlin am 05.05.2020

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