Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

Antwort:

Wie weitermachen mit Kita? Trennungsangst

Sehr geehrter Herr Dr. Nohr,

ich danke Ihnen herzlich für Ihre Einschätzung! Sie unterstützt meinen eingeschlagenen Weg. Danke für ihren zugewandten Rat für ein wehes und ratloses Mutterherz!
Darf ich Ihre Einschätzung noch einmal bemühen, jetzt, da der nächste Trennungsversuch in Sichtweite kommt? Es würde mein Herz sehr erleichtern.
Mein Sohn wird mich in nächster Zeit nicht freiwillig gehen lassen, so viel scheint mir sicher. Der Grund ist - das hat seine bisherige Kita - Zeit recht gut offenbart - dass es ihm einfach weh tut, sich von mir zu trennen. Es ist nicht die Angst, nicht wieder abgeholt zu werden, und er ist vor Ort auch nicht ohne Bezugsperson (von der er sich vor den Weihnachtsferien nach einiger Zeit des Klammerns sogar schon wunderbar gelöst hatte und ganz frei war). Der Moment der Trennung ist der Knackpunkt.

Ich habe wie erwähnt am Anfang 7 Wochen in der Kita verbracht, und er hat es nach dieser Zeit nicht mal geschafft, mich im Kita – Garten alleine spazieren gehen zu lassen und selbst drinnen zu bleiben. So dass ich irgendwann gesagt habe: Ich will die Trennung vesuchen; er hat Spaß im Kindergarten, mag die Rituale und ist mit allen Abläufen und Personen gut vertraut - ich mute ihm das jetzt zu, weil ich glaube, dass es das Richtige ist. Und am Ende schien sich ja auch alles gut entwickelt zu haben...

Auch jetzt gehe ich davon aus, dass der Punkt, an dem er mich von sich aus gehen lassen würde, überhaupt nicht in Sichtweite ist.
Heißt das 1., dass er einfach nicht reif für eine Trennung von mir in dieser Form ist und ich weiter bleiben müsste (oder er nicht kita - reif ist), oder heißt es 2. dass sein Trennungsschmerz „hinnehmbar“ ist und ich ihn diesem aussetzen kann (oder sogar muss?)?
Ich bin so abgeschreckt, weil er nach der Trennung vor einigen Tagen ja in der Folge am nächsten Morgen bei Abfahrt schon zu Hause weinte. Wenn sich das wiederholt, soll ich wieder abbrechen? Oder kann ich einige Tage probieren, ob die Heftigkeit der Trennungssituation abebbt? Oder ist die Heftigkeit der Trennungssituation am Ende gar nicht das Entscheidende?
Ich will einfach nur nicht unnötig in Verzweiflung stürzen. Ich will ihm aber auch nicht zu wenig zutrauen / zumuten... Ach!
(Übrigens führe ich gerade das abendliche Gespräch mit ihm ein: was war heute doof, was war toll. Ich wünschte, das hätte ich längst getan, es ist ein toller Moment zum Reflektieren.)
Ganz herzlicher Gruß zu später Stunde!
Katrin

von Kopfsalat am 12.01.2019, 00:10 Uhr

 
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