Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, seit ein paar Tagen verläuft das Stillen bei uns wie ein Kampfakt. Unsere Tochter ist knappe 5 Monate alt und ich stille sie voll (ca. alle 4 Stunden). Sie reißt den Kopf mit der Brustwarze weg von meinem Körper - und dockt dann wieder an, stoßt sich mit den Beinen ab und vollzieht schlangenförmige Bewegungen. Manchmal stöhnt sie noch dabei und kriegt einen roten Kopf. Wenn ich sie von der Brust weg nehme schreit sie. Mir macht das Stillen so auch keine Freude mehr. Was ist passiert? Uschi
? Liebe Uschi, Unruhe an der Brust kann verschiedene Ursachen haben, die von Neugier (das kleine Menschlein könnte ja während des Stillens etwas verpassen) bis hin zu Schmerzen reichen können. Um ganz sicher zu sein, dass der Kleinen nichts weh tut, solltest Du sie vorsichtshalber von der Kinderärztin/arzt anschauen lassen. Auch das Zahnen kann dazu führen, dass ein Kind sich so an der Brust verhält. Bei manchen Kindern ist das Einschieben der Zähne in den Kiefer mit mehr Problemen verbunden als das eigentliche Zahnen und selbst wenn es noch keine Anzeichen für Zähne gibt, können sie sich doch bemerkbar machen. Hier können eine Massage der Zahnleisten und auch ein (gekühltes) Beißspielzeug gute Dienste leisten. Manche Babys müssen ihre Umgebung erforschen müssen und dann sehr leicht ablenkbar sind. Jedes Geräusch, jeder vorbeihuschende Schatten muss erforscht werden. Versuch doch einmal, ob es euch besser geht beim Stillen, wenn Du dich mit deinem Kind zum Stillen in eine ruhige, „langweilige" vielleicht auch abgedunkelte Umgebung zurückziehst. Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wickelst Du dein Baby gut in eine Decke ein, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn Du dein Kind auf diese Weise eingepackt hast, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Wenn das alles keinen Erfolg bringt, lass dir einmal von einer Kollegin vor Ort beim Stillen zuschauen. Im direkten Kontakt fallen einem oft noch viele Dinge auf, die ich aus der Ferne nicht beurteilen kann. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi
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