Wibli
Liebe Biggi, Ich stille meine 15 Monate alte Tochter morgens, nachts und tagsüber auch nachmittags, sobald ich sie aus der Krippe abgeholt habe. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten - in den ersten Wochen waren beide Brüste wund - hat das Stillen sehr gut geklappt. Wir haben es beide sehr genossen und ich könnte gelassen bleiben, als meine Tochter mit Beikost lange nicht viel anfangen konnte oder wollte. Seit vor ein paar Wochen die beiden oberen Schneidezähne da sind, hat sich das leider geändert. Meine Tochter beißt oder tut mir beim Stillen jedenfalls sehr weh. Ich habe gelesen, beim Trinken können sie nicht beißen. Ich bin aber ziemlich sicher, dass sie doch saugt, während die oberen Zähne zupacken. Meine Brustwarze ist an der Stelle wieder offen bzw. verschorft. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie versteht, was sie falsch macht. Ich sage ihr immer, sie solle vorsichtig sein und nicht beißen. Wenn sie es doch tut, nehme ich die wieder ab. Dann oder wenn sie hört, dass sie mir sehr wehtut, brüllt sie los. Inzwischen sind wir beide ziemlich verkrampft. Seltsamerweise besteht das Problem nur an der rechten Brust, links können wir entspannt weiterstillen. Ich biete ihr die rechte Brust nur noch an, wenn es sein muss, weil sie so voll ist. Zwischendurch streiche ich rechts auch Milch aus. Am liebsten würde ich die Seite ganz abstillen, aber mir scheint, als würde die Milch da nicht weniger. Für Rat, wie wir doch ohne Schmerzen weiterstillen oder aber einseitig abstillen können wäre ich dir sehr dankbar! Viele Grüße, Wibli
Liebe Wibli, das „Scheuern" der Zähne kann extrem unangenehm sein. Die erste Sofortmaßnahme ist, dass Du immer wieder die Stillposition änderst, so dass nicht immer die gleichen Stellen belastet werden. Außerdem solltest Du unbedingt darauf achten, dass dein Kind keine Beikostreste im Mund hat, bevor Du anlegst. Kleine Beikostreste können wie Schmirgelpapier wirken. Lass dein Baby eventuell vor dem Anlegen erst einen Schluck Wasser trinken. Zusätzlich wäre es gut, wenn Du dich an eine Kollegin vor Ort wenden könntest, die dir gezielte Tipps zur Anlegetechnik und verschiedenen Stillpositionen geben kann und dir auch zeigen kann, worauf Du achten musst. Sprich mit deinem Kind und sobald Du spürst, dass seine Zähne scheuern, ermahne ihn wieder. Du kannst Fridolin sagen er soll „zart" oder „vorsichtig" (oder welches Wort auch immer in eurem Sprachschatz vorkommt) trinken. Unter Umständen solltest Du sie wirklich jedes Mal neu anlegen. Um deine verletzten Brustwarzen schneller heilen zu lassen, haben sich die folgenden Tipps bewährt: • vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor das Baby an die Brust anlegt wird. • an der weniger wunden Seite (so es eine gibt) zuerst anlegen • nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet). • ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhältlich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen). Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind. zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation im Büstenhalter tragen, um die Brustwarzen zu schützen. Es können auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinandergeschichtet und in der Mitte ein Loch, das als Aussparung für die Brustwarze dient, hineingeschnitten werden. Natürlich könntest Du auch nur noch einseitig stillen. Die Milchmenge in der bevorzugten Brust wird dann mehr und nimmt auf der anderen Seite ab. Das ist im Allgemeinen kein großes Problem, denn es ist durchaus möglich ein Baby mit nur einer Brust zu ernähren. Es dauert allerdings einige Zeit, bis sich die erforderliche Milchmenge durch häufigeres Anlegen an der bevorzugten Seite eingependelt hat vielfach sind beim einseitigen Stillen zumindest anfangs die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten auch kürzer. Der in diesem Fall entstehende Größenunterschied zwischen den beiden Brüsten gleicht sich nach dem Abstillen wieder aus. LLLiebe Grüße, ich hoffe, die Tipps helfen dir weiter! Biggi
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