Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wöchentliche Gewichtszunahme zu wenig?

Frage: Wöchentliche Gewichtszunahme zu wenig?

littlemärz

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Guten Tag! Ich mache mir sorgen wegen der Gewichtszunahme von meinem Baby. Ich stille voll und auch wirklich gerne auch wenn der Start echt schwierig war. Ich hatte fast eine Woche keinen milcheinschuss und war sehr geschwächt von einer schweren Geburt. Musste auch die ersten Tage zufüttern weil er gleich 10% des Gewichts verlor. Er ist am 6.1 geboren und wurde mit 2900 g entlassen (geburtsgewicht 3120g). Heute am 1.3 wiegt er 3990 g. Leider hat er die Woche auch Schnupfen und tut sich schwer beim trinken. Jetzt hat er die Woche nur 70 g zugenommen. Ist das schlimm? Sollte ich ihn noch öfter anlegen? Er will dann aber eher nicht. Jetzt ist es auch manchmal so dass er an der Brust schreit. Ich versuche ihn dann zu beruhigen (am Ball hüpfen) besonders am Abend kommt das vor. Ich hab ihm dann mal eine Flasche angeboten. Er hat daraufhin 50 mal getrunken. Danach hat er gespuckt (so viel wie sonst nicht) und ist aber gleich friedlich eingeschlafen was sonst um die zeit eher ein Problem ist. Heißt das er bekommt zu wenig? Nasse Windeln hat er immer 5-6 und er ist auch ein sehr aktives Baby. Nachts möchte er alle drei Stunden trinken. Am Tag eher alle zwei bis drei. Stuhl hat er nur alle drei bis vier Tage dann aber richtig viel. Ich bin mir wirklich unsicher. Er ist mein erstes Baby und ich würde so gerne einfach nur stillen ohne ihn abzuwiegen ohne Stillproben zu machen ohne auf die Uhr zu schauen ohne ihm eine Fläche zu geben. Aber ich mache mir auch sorgen wegen dem Gewicht. Was bedeutet es also wenn er am der Brust schreit, ich gebe ihm eine flachte und er ist zufrieden. Das hab ich Übrigens bis jetzt nur 2 mal gemacht und das ist auch nur am Abend (zwischen 6 und 7 Uhr so) am Tag nie.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe littlemärz, bekommt Dein Baby auch einen Schnuller? Wenn ja, kann es sein, dass Dein Kleiner saugverwirrt ist und nicht mehr korrekt und effektiv trinken KANN. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Nun kann ich aber weder dich noch dein Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und dir auch nichts zeigen. Deshalb möchte ich dich zu allererst ermutigen, nach einer Stillberaterin in eurer Nähe zu schauen. "Nah" kann auch 1 Stunde entfernt sein - es lohnt sich allemal!! Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps, wie dein Kleines vielleicht doch mehr trinkt: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. LLLiebe Grüße Biggi


littlemärz

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Ja er bekommt sehr selten mal einen Schnuller wenn er sehr viel schreit (hat oft Bauchweh und dann will er an etwas saugen) dann halte ich es nicht aus ihn drei Stunden an der Brust nuckeln zu lassen. Zum trinken macht er den mind schon weit auf und ich hör ihn auch schlucken. Würden sie die durchschnittliche Gewichtszunahme als zu wenig bewerten? Muss ich mir sorgen machen wenn er einmal nur 70 g zunimmt in einer Woche ( hat in der woche aber Schnupfen) Das mit dem schreien beim trinken kommt mir ein mal am Tag vor. Zwischen 7 und 8 Uhr abends? Soll ich ihm da immer eine rasche geben oder einfach an der Brust bis er halt irgendwann doch einschläft.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe littlemärz, Schnuller können wie alle künstlichen Sauger zu einer Saugverwirrung führen. Ist das Kind dann auch noch erregt oder besonders müde, dann „erinnert" es sich unter Umständen nicht mehr an die korrekte Trinktechnik für die Brust. In diesem Fall hilft nur konsequentes Verzichten auf alle künstlichen Sauger. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt bzw. effektiv gepumpt werden, um die Milchmenge zu steigern. Wenn Du jetzt regelmäßig zufütterst, wird sich die Milchmenge immer weiter reduzieren und es kann auch passieren, dass Dein Baby sich ganz zur Flasche hin abstillt und die Brust verweigert. Vielleicht kannst ja ein paar „Stilltage“ einlegen, das heißt Du legst Dich mit Deinem Baby ins Bett und kümmerst Dich ausschließlich um Dein Baby und das Stillen. Wenn Dein Kind dann weiterhin so wenig zunimmt, besteht Handlungsbedarf, eine Woche weniger Zunahme ist sicher nicht schlimm! Melde Dich doch nächste Woche einmal, wie es Euch geht! LLLiebe Grüße Biggi


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