Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe da mal eine Frage. Ich habe vor 4 1/2 Wochen entbunden und hatte gleich Probleme beim Stillen, da kaum Milch da war. Meine Hebamme hat mir viele Tips gegeben um mehr Milch zu bekommen, was dann auch klappte. Jedoch hat die Milch nicht komplett zum alleinigen Füttern gereicht und außerdem mußte ich immer abpumpen. Das Anlegen klappte nicht so, wegen wunden Brustwarzen. Da ich das Abpumpen nicht immer zeitlich geschafft habe, hab ich einmal einen Milchstau bekommen und einmal eine heftige Brustentzündung. Mein Arzt riet mir dann zum Abstillen mit Tabletten. Diese nehme ich nun 7 Tage. Jedoch bereue ich das Ganze jetzt und frage mich, ob ich mein Baby doch wieder stillen kann. Wie mache ich das am Besten und wie klappt es, dass ich mein Baby anlegen kann ohne ständig abpumpen zu müssen. Viele Grüße Yvonne
Liebe Yvonne, solange nach der Einnahme eines Prolaktinhemmers noch Milch gebildet wird, kann auch gestillt werden. Auch ist eine Relaktation möglich. Allerdings gibt es verschiedene Medikamnete, Cabergolin z.B. hat eine sehr lange Halbwertszeit, so dass es lange dauern kann, bis die Milchbildung wirklich wieder gut in Gang kommt. Das grundlegende Vorgehen bei einer Relaktation und auch der induzierten Laktation besteht darin, das Baby dazu zu bringen so oft wie möglich an der Brust zu saugen. Dadurch werden die Brüste (wieder) zur Milchbildung angeregt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch mit einer guten Milchpumpe erreichen. Häufig ist auch zusätzliches Pumpen neben dem Anlegen des Kindes sinnvoll, um die Milchproduktion zu steigern. In manchen Fällen wird die Relaktation bzw. induzierte Laktation zusätzlich mit Medikamenten unterstützt. In den Ländern der dritten Welt, wird meist ohne Medikamente vorgegangen und die Ergebnisse sind dennoch fast immer besser als bei uns. Gut beschrieben wird der Vorgang der Relaktation in dem Buch `Stillen eines Adoptivkindes und Relaktation“ von Elizabeth Hormann (ISBN 3 932022 02 5), das im Buchhandel oder bei La Leche Liga Deutschland und bei jeder LLL Stillberaterin erhältlich ist. Allerdings verlangt eine Relaktation sehr viel Durchhaltevermögen und möglichst die Unterstützung einer darin erfahrenen Stillberaterin. Eine wesentliche Rolle spielt auch das Kind, das die Brust (wieder) annehmen muss. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi
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