Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie lange an jeder Brust ?

Frage: Wie lange an jeder Brust ?

Mitglied inaktiv

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Hallo Ihr Lieben, ich informiere mich schon bezüglich Stillen (bin erst in der 29 SSW) aber was man weiß das weiß man eben. Ich habe einiges gelesen und immer wieder folgendes: -daß das Baby an beide Brüste pro Mahlzeit angelegt wird. An der ersten Brust sollte es ca. 10 bis 15 Minuten tringen, dann vielleicht ein Bäuerchen machen und sich dann an der anderen Brust satt trinken (nochmal ca. 10 Minuten. -Beim nächsten Stillen beginnt man an der Brust, an der das Baby zuletzt getrunken hat. Außerdem sollte das Kind gestillt werden so oft es Hunger hat (alle 2 bis 4 Stunden). Stimmt das in etwa so ? Wie sieht dann wirklich die Praxis aus ? Kann ich mich an den genannten Zeiten orientieren ? Danke für Eure Erfahrungen. Silvia


Biggi Welter

Biggi Welter

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? Liebe Silvia, die Praxis sieht so aus, dass jedes Baby anders ist und es bei einem voll ausgetragenen, gesunden und gut gedeihenden Baby am besten ist, sich vom Kind leiten zu lassen. Inzwischen sind sich alle Stillexperten einig, dass das Stillen nach Bedarf die beste Lösung für Mutter und Kind ist. Auf diese Weise bekommt ein Baby die Nahrung, die es braucht, dann wann es sie braucht und die Milchmenge der Mutter stellt sich am besten auf den Bedarf des Babys ein. Eine Ausnahme davon ist ein schlecht gedeihendes Kind, das viel schläft. In diesem Fall muss die Mutter die Initiative ergreifen und das Kind zum häufigeren Trinken an der Brust wecken. Es gibt auch keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillzeiten einzuhalten, denn das Kind bekommt keine Bauchprobleme, wenn es häufig angelegt wird. Die Theorie „keine frische Milch auf angedaute Milch" ist wissenschaftlich nicht haltbar. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Muttermilch ist spätestens nach 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige kleine Mahlzeiten eingestellt. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Die wichtigsten Punkte für den Grundstein einer erfolgreichen Stillbeziehung auf die folgenden Schlagworte zusammenfassen: Bald stillen - oft stillen - uneingeschränkt stillen - keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben außer bei medizinisch begründeten Fällen. Die wichtigste Vorbereitung für das Stillen ist INFORMATION. Sehr viele Stillprobleme lassen sich vermeiden, wenn die Frau über die richtigen Informationen verfügt und zusätzlich eine kompetente Unterstützung erfährt. Wunden Brustwarzen und anderen Stillproblemen können Sie am besten dadurch vorbeugen, dass Sie sich informieren. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen, nicht nur um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern auch, damit die Brust gut stimuliert und richtig entleert wird und so die Milchbildung gut in Gang kommt bzw. aufrecht erhalten wird. Deshalb ist es entscheidend, dass Sie sich möglichst gut über das Stillen und die grundlegenden Dinge wie korrektes Anlegen und Ansaugen, das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Stillen nach Bedarf usw. informieren. Nochmals: Ganz wichtig ist dass Sie wissen, wie korrekt angelegt ist und woran Sie erkennen, dass das Baby richtig ansaugt und effektiv an der Brust trinkt. Hierzu bietet sich neben dem Lesen der entsprechenden Literatur (z.B. „Stillen - Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit" von Marta Guoth-Gumberger und Elizabeth Hormann, „Das Handbuch für die stillende Mutter" von der La Leche Liga, „Stillen - einfach nur stillen" von Gwen Gotsch, das erste bekommen Sie im Buchhandel, die beiden letzteren im Buchhandel, bei der La Leche Liga oder jeder LLL-Stillberaterin) der Besuch einer Stillgruppe an. In einer Stillgruppe treffen Sie nicht nur andere stillende Mütter, sondern Sie lernen auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, für den Fall, dass es nach der Geburt zu Stillproblemen kommen sollte. In jedem Fall würde Ihnen raten, möglichst noch vor der Geburt eine Stillgruppe zu besuchen und sich dort informieren und beraten zu lassen. Dort lernen Sie auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, falls es nach der Geburt zu Problemen kommen sollte. Ich suche Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Dazu brauche ich den Wohnort mit Postleitzahl. Ich wünsche Ihnen schöne restliche Schwangerschaftstage und eine gute Geburt LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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hallo sylvia, ja, so stehts wohl in den lehrbüchern... mein erfahrung mit meiner großen tochter sind da etwas anders: sie hat ziemlich lange pro mahlzeit immer nur an einer brust getrunken - und ich habs am anfang immer versucht, ihr auch die zweite zu geben und wir waren ziemlich oft genervt voneinander... dank dem stillforum hier und meiner damaligen hebamme haben wir dann aber eben doch irgendwann unseren rhythmuns gefunden: martje hat alle zwei std aus einer brust für 7-8 minuten getrunken, bis zur 10 woche, dann hat sie weiter nur aus einem busen getrunken, aber nur alle 4 std und ab der 16 woche hat sie auch so nachts 6std durchgehalten... also, ich denke, das muß jede mama mit jedem baby für sich selber finden. ich krieg jetzt z.b. zwillinge und will die auch gerne voll stillen, trotzdem hab ich schiß... liebe grüße und wieterhin alles gute für dich und deinen zwerg, jannicke plus zwei


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