Ilopop
Hallo Biggi, meinen Sohn, 23 Mon. stille ich immer noch zum Einschlafen. Am Tage schon lange nicht, das hat er von selbst irgendwann gelassen. In der Nacht habe ich es ihm so mit 15 Mon. abgewöhnt. Bis auf einige Ausnahmen, wenn er krank ist/war, hat er das auch akzeptiert. Wenn er zahnt, dann verlangt er auch noch nachts die Brust.Doch es blieb bei Ausnahmen. Aus mehreren Gründen möchte ich entgültig abstillen, sehe aber es als sehr schwierig an. Denn mein Sohn ist nun im Trotzalter und irgendwie will er wieder die letzen Tage auch nachts an die Brust.Ich habe ihm diese versucht zu verweigern,( das Einschlafstillen aber immer zugelassen ) da schrie er sich richtig ein und war nicht zu beruhigen. Ich trug ihn, habe Getränk angeboten, habe ruhig auf ihn eingeredet, veruchte ihn zu steicheln, usw. Nichts half, bis ich nach ca. 1 St. nachgegeben habe, da ich es nicht mehr aushielt.Danach nuckelte er mehrere Stunden, ohne sich zu lösen. Ich möchte solche Situation vermeiden, wie kann ich es besser machen. Was würden Sie mir raten? Herzlichen Dank Ilona
Liebe Ilona, ich mag auch das Wort "Trotzalter" nicht, besser ist "Ichfindungs Phase". Das Kind ist in dieser Zeit seinen Gefühlen hilflos ausgeliefert. Es kann (zumindest zu Beginn dieser Phase) das "Trotzverhalten" nicht steuern und leidet selbst darunter. Muttersein ist einer der härtesten und anstrengendsten Berufe der Welt ist, der sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr einen 24 Stunden Dienst ohne Urlaubsanspruch und Krankschreiben bedeutet. Und an dieser Tatsache ändert sich nichts, ob frau nun stillt oder nicht. Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Abstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, kannst Du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Um wenigstens ein bisschen ruhigere Nächte zu haben, kannst du probieren, ob dein Kleiner es schafft, eine "stillfreie Zeit" in der Nacht zu akzeptieren. So könntest du wenigstens ein paar Stunden am Stück schlafen und dich erholen. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das erst im Herbst auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße Biggi
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