Evaaa
Liebe Biggi, Mein Sohn ist fast 2,5 Jahre alt und wir hatten eine lange und schöne Stillbeziehung. Aber seit mehreren Monaten möchte ich einfach nicht mehr. Das Abstillen fällt uns jedoch schwer, und wir haben es bis jetzt nicht geschafft. Vor 3 Monaten haben wir mithilfe eines Buches von einer Baby-Schlafberaterin das Stillen in der Nacht, zum Mittagschlaf und zum Einschlafen beendet. Auf möglichst liebevolle und achtsame Weise. Das hat auch gut geklappt. Bis mein Sohn ein paar Tage krank wurde, wenig gegessen hat, und so gerne an die Brust wollte, dass er mir total Leid tat und ich es ihm wieder erlaubt habe. Danach waren wir wieder an dem Punkt wie davor: Ca. 4x am Tag und 2-3x in der Nacht stillen. Der Kleine liebt das Nuckeln an der Brust so sehr, es bedeutet für ihn Nähe, Geborgenheit, Trost wenn was wehtut... Er ist sehr willensstark und jetzt im Sommer reißt er mir oft einfach das Hemd runter, wenn ich ihn nicht nuckeln lasse. Es macht mich wütend, wenn er sich an meinem Körper „bedienen“ will, und er spürt natürlich meinen Unwillen. Es ist manchmal wie ein körperliches Kräftemessen oder Herumrangeln. Das will ich natürlich überhaupt nicht. Nun bin ich so ratlos, dass ich mir am liebsten die Brüste mit Stoffbändern komplett einwickeln möchte, um das Stillen schnell zu beenden. Der Busen ist ja immer vor seiner Nase, auch wenn wir kuscheln, und es ist so unglaublich schwer, ihn davon los zu bekommen. Wie kann ich denn trotzdem noch liebevoll und konsequent abstillen? Vielen Dank, Eva
Liebe Eva, das hört sich nach einem gewaltigen Machtkampf an, der auch Deinem Kind nicht gut tut. Es ist Dein gutes Recht, jetzt weniger oder gar nicht mehr zu stillen und auch wenn es Deinem Kleinen nicht gefällt, musst Du klar und konsequent bleiben. Ich habe das Gefühl, dass Du Dich Deinem Sohn unterlegen fühlst und nachgibst, weil er die Regeln vorgibt. Genau das ist jedoch falsch. DU bist diejenige, die bestimmt wo's lang geht, Dein Kind ist dazu noch viel zu klein. Und: er BRAUCHT es, dass DU die Zügel in die Hand nimmst. Also ist es Deine Aufgabe zu definieren, wie ihr jetzt die stressigen Situationen beenden werdet. Dein Kleiner wird sich vehement wehren, er wird toben, wüten und traurig sein, aber er kann lernen, dass Du die Regeln aufstellst und jetzt nicht mehr stillen dauernd wirst. Wichtig ist, dass Dir klar ist, dass einige stressige Nächte und Tage bevorstehen, aber die müssen sein, denn bisher hat Dein Kind gelernt, dass es nur lange genug fordern muss, bis sein Wunsch doch erfüllt wird. Begleite Dein Kind, sei liebevoll und entziehe ihm die Brust, aber nicht Deine Liebe und bleibe konsequent. Wenn Dein Sohn merkt, dass Du genau das meinst, was Du sagst, dann wird er die neue Situation auch akzeptieren. Er wird keinen Schaden erleiden, keine Bange. Wichtig ist allerdings, dass Du ruhig bleibst und Dich von ihm nicht anstecken lässt. Und denk daran: DU bist euer Chef, DU bist diejenige, die die Richtung vorgeben muss. Das gilt nicht nur fürs Schlafen, doch diese Übung wird Dir für andere Bereiche eures gemeinsamen Lebens gute Dienste erweisen. Lieben Gruß, glaub mir: Du schaffst das, wenn du es wirklich willst!! Biggi
Evaaa
Liebe Biggi, vielen Dank für deine Antwort. Deine klaren Worte haben mir den nötigen Anstoß gegeben, um endlich zu handeln! Ja, Abgrenzung ist ein Thema, das ich gerade lerne. Ich stille seit genau 3 Wochen überhaupt nicht mehr. Habe vom einen auf den anderen Tag aufgehört. Das hat sich richtig angefühlt, da die stressigen Situationen meinem Sohn und mir nicht gut getan haben. Der Kleine hat beim Abstillen gar nicht so heftig reagiert wie gedacht. Ein paar Tage hat er gemeckert und geweint, wenn ich Nein gesagt habe. Aber er ließ sich gut beruhigen. Am Anfang habe ich mir die Brüste tatsächlich mit Bändern umwickelt, das hat geholfen, um auch im Halbschlaf nicht in die Versuchung zu kommen. Kuscheln, Vorlesen und Singen sind jetzt umso wichtiger, und wir genießen die gemeinsame Zeit! Lieben Gruß, E.
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