Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie kann ich meinem Baby beibringen die Flasche zu nehmen?

Frage: Wie kann ich meinem Baby beibringen die Flasche zu nehmen?

Diana-Shiva

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Sehr geehrte Frau Welter, sehr geehrte Frau Wrede, unser Sohn ist inzwischen 8 Monate alt und wird gestillt. Seit 3.6.18 ( also 2,5 Monate) haben wir mit der Beikost begonnen. Das läuft sehr schleppend. Abends gegen 18.00 Uhr schafft er manchmal ein bisschen mehr (bis 100g). Dennoch wird er nachts sehr häufig wach. Leider nimmt er weder die Flausche noch einen Schnuller. Mein Mann trägt ihn häufig in den Schlaf, jedoch wird er sofort wieder wach, wenn man ihn ablegt. Oft bleibt mir nix anderes übrig, als ihn im Liegen zu stillen, sodass er neben mir einschläft. Er trinkt sich regelrecht ein Polster an in der Nacht, sodass er tagsüber kaum was braucht. Mittags isst er 2 Löffel Brei und wird dann später jämmerlich und will gestillt werden und schläft meistens dabei ein (Mittagsschlaf). Man gab mir den Ratschlag ihm nachts Wasser mit einem Schuss Milch in der Flasche zu geben, damit er Mittags hungrig genug ist. Selbstverständlich würde ich ihn alle vier Stunden nachts noch stillen, aber alle zwei oder teilweise stündlich für ein paar Schlucke ist einfach zu viel. Und das ist keine Phase, das geht jetzt sehr lange so. Meine eigentliche Frage ist: wie kann ich meinem Sohn beibringen die Flasche zu nehmen? Gibt es eine Marke die Sie empfehlen? Er kaut nur darauf rum. Sowohl auf dem Fläschchen von Avent, als auch auf der Trinklernflasche von NUK. Beim Schnuller das gleiche. Da haben wir fünf verschiedenen probiert. Das stört mich aber nicht, dass er sie nicht nimmt. Da er weder Brei isst noch die Flasche nimmt ist er noch sehr auf mich angewiesen und so langsam wird mir das zu viel. Abgesehen davon will ich Ende des Jahres wieder anfangen zu arbeiten und da MUSS er mittags ohne mich auskommen. Ich weiß, bis da hin ist noch Zeit, aber da wir nach 2,5 Monaten nicht mal annähernd eine Mahlzeit erfolgreich ersetzt haben, werde ich langsam unruhig. Ich will ja gar nicht komplett abstillen. Aber zu wissen, dass mein Sohn während meiner Abwesenheit nicht “verhungert”, weil er weder Brei isst noch die Flasche nimmt, würde mir schon sehr helfen. Ich muss dazu sagen, unser Sohn ist mit knapp 70cm und 6,5 Kilo ein Leichtgewicht (ich auch, weshalb die Ärzte sich da keine sorgten machen). Allerdings habe ich gehört, dass die Muttermilch ab dem 6 Monat nicht mehr so gehaltvoll ist. Dementsprechend wichtig wäre es mir, wenn er isst. Vielleicht haben Sie ja einen Rat für mich. Vielen lieben Dank. Mit freundlichen Grüßen, DianaI’m


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Diana-Shiva, das Schlafverhalten hängt nicht unbedingt oder nur in extrem geringem Maße von der Ernährung ab. Gerade in der Zeit ab etwa vier bis sechs Monate wachen viele Babys (wieder) vermehrt auf. Dies liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung auch keine Garantie für angenehmere Nächte. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Und auch nach sechs oder auch zwölf Monaten enthält die Muttermilch noch die gleichen Inhaltsstoffe wie vorher. Die Milch wird ab diesem Zeitpunkt keineswegs plötzlich „schlechter" oder „weniger gehaltvoll". Der Kaloriengehalt der reifen Muttermilch liegt bei etwa 68 kcal/100 ml. Reife Muttermilch enthält etwa 7,3 g/100 ml Laktose sowie kleinere Mengen anderer Kohlenhydrate (Oligo und Polysacharide, Glykoproteine, Glukosamine usw.). Der Fettgehalt der reifen Muttermilch beträgt 4,2 g/100 ml, wobei der größte Teil davon auf die Triglyceride entfällt. 57 % der Fettsäuren der Muttermilch sind ungesättigt. Der Fettanteil der Muttermilch beinhaltet auch die fettlöslichen Vitamine, Phospolipide und Cholesterin. Reife Muttermilch enthält 0,9 g/100 ml Eiweiß. Zu den Molkeneiweißen gehören die Immunglobuline, Lysozym, Laktoferrin und Alphalaktalbumin. Außerdem enthält Muttermilch Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Weitere Bestandteile sind Hormone, Enzyme und Wachstumsfaktoren. Reife Muttermilch bleibt in Bezug auf Kaloriengehalt, Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate usw. in ihrer Zusammensetzung während der gesamten Stillzeit gleich, lediglich bei den Antikörpern und bei einigen Vitaminen und ergeben sich Veränderungen. So teigt der Antikörpergehalt mit etwa einem halben Jahr und dann nochmals im zweiten Lebensjahr (jeweils dann, wenn das Kind mobiler wird und mehr Kontakt mit der Außenwelt aufnimmt) an. In der Abstillphase kommt in Bezug auf den Salzgehalt zu Veränderungen. Zur Flasche gibt es folgende Tipps: - Lass immer JEMANDEN ANDEREN die Flasche anbieten, mach es nie du selbst (vielleicht kannst du den nächsten Versuch ja auf ein Wochenende legen?). Es gibt einige Tricks, die helfen können: - versucht die Flasche anzubieten, wenn das Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird es keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lass die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, die Unterlippe damit kitzeln, damit das Kind selbst ihn nimmt; - dein Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach dir riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmen Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - probiert verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - probiert verschiedene Trinkpositionen aus; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probiere, die Flasche zu geben, wenn dein Baby schläft; gib nicht sofort auf, wenn es nicht klappt, probiert es weiter - aber bedenke auch, dein Baby kann auch (tagsüber) aus einer Tasse, vom Löffel, mit der (Kunststoff-) Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden - es muss nicht zwangsläufig eine Flasche sein. Vielleicht klappt es aber diesmal doch besser, magst Du Dich evtl. mal eine Kollegin vor Ort wenden, welche Dir beistehen kann? Adressen von Stillberaterinnen finden sich im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, alles Gute! Biggi


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