Haro
Hallo! Ich habe ein großes Problem. Meine Tochter ist inzwischen 19 Monate alt und möchte immer noch gestillt werden und schläft auch nicht durch. Sie geht nach langem hin und her gegen 21 Uhr ins Bett. Eher ist nicht zu schaffen weil sie einfach nicht schlafen möchte. Entweder schläft sie dann an der Brust ein oder durch Buch lesen und streicheln. Dann schläft sie relativ gut bis ca 1/2 Uhr nachts und dann kommt sie alle 1,5 bis 2 Stunden und möchte an die Brust und gestillt werden. Flasche trinkt sie nur unter Protest und nach langen Diskussionen mit viel Geschrei! So geht das jetzt schon ewig und da ich wieder im Job bin ertrage ich solche kurzen Nächte einfach nicht mehr lange! Jegliche versuche abzustillen endeten mit endlosen schreianfällen! Einmal haben wir drei Stunden Geschrei ertragen und dann entmutigt aufgegeben! Alle anderen Kinder im Bekanntenkreis schlafen schon lange durch, nur wir kriegen es einfach nicht auf die Reihe! So langsam bin ich echt verzweifelt und brauche dringend Rat! LG Sofie
Kristina Wrede
Liebe Sofie, zunächst einmal ist es so, dass auch mit 19 Monaten Stillen nicht "abnorm" oder falsch ist. Es ist ein Alter, in dem ein Menschenbaby von Natur aus noch das Stillen bräuchte - nur passt das eben mit unseren modernen Vorstellungen nicht so ganz zusammen. Was ich jedoch sagen möchte: Es ist kein Fehler, kein Versagen, wenn du sie weiterhin stillst. Natürlich solltest du selbst dabei nicht auf der Strecke bleiben. Bevor du jetzt jedoch gleich kategorisch komplett abstillst wäre die Frage, ob du dir vorstellen könntest, ihr das Stillen auch weiterhin zu gönnen (das ihr ja durchaus gut tun kann), wenn du dabei mehr Schlaf abbekommst? Falls ud es mit JA beantwortest, empfehle ich dir, eine stillfreie Zeit in der Nacht einzuführen. Um diese Antwort nicht zu lang zu machen, füge ich dir hier einen Link zu einer anderen Antwort ein, die das empfohlene Vorgehen beschreibt: https://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=173353 Falls du das mit NEIN beantwortest (was dein gutes Recht ist!) gibt es wirklich nur einen Weg: Konsequent beim Nein zu bleiben (und ich kann gut nachvollziehen, dass dir das schwer fällt). Natürlich trifft dies auch für die festgelegten stillfreien Zeiten in der Nacht zu. Natürlich wird dein Baby toben und wüten und wohl auch aggressiv reagieren. Es kann ja auch gar nicht anders!! Sie darf wütend werden, es darf weinen und schreien. (Aber es darf dich nicht beißen und schlagen. Da ist es deine Aufgabe und im Grunde auch deine Pflicht, es zu halten und ihr zu sagen: "So geht das nicht. Ich kann verstehen, dass du sauer bist, aber du darfst mich nicht beißen und du darfst mich nicht schlagen.") Das ist eine wichtige Lektion, und sie kann ganz wichtige Weichen stellen für euch beide. Sie sieht, dass du stark und klar bist, du wirst erleben, dass sie dir folgt, wenn du nicht zauderst. Sag ihr aber auch, sie kann kuscheln kommen, dass du sie in den Arm nehmen und dass sie ihren Kopf auf die Brust legen darf, wenn sie das möchte (das wird sie erst einmal noch zorniger machen, aber irgendwann IST es eine Alternative, die ihr helfen wird. Bestrafe sie nicht für ihre Reaktionen, tadele sie nicht und mach ihr keine Vorwürfe. Aber bleib bei dir und bei dem Weg, der jetzt für euch beide der richtige ist... Und zuletzt möchte ich dir sagen: Nicht alle Kinder in deinem Bekanntenkreis schlafen schon lange durch. Das wäre nämlich extrem ungewöhnlich, weil ich Baby überhaupt nicht durchschlafen KANN! Ich vermute eher, dass die meisten, die sagen ihre Babys schliefen durch, ein sogenanntes Schlaftraining gemacht haben. Das wird jedoch von Bindungspsychologen abgelehnt, und mittlerweile konnte man mit bildgebenden Verfahren auch nachweisen, wie sich solche Trainings auf das Stresszentrum im Gehirn auswirken: Sie lassen es wachsen - was sich langfristig negativ auf die Psyche des Menschen auswirkt. Sogar der "Erfinder" dieser Methode, Dr. Ferber, distanziert sich mittlerweile ganz klar davon, Babys durch Weinen- und Alleinelassen zum Aufgeben zu zwingen, damit sie schlafen. Das einzige, was wirklich hilft, ist anzuerkennen, dass Babys sind wie sie sind, ihre Bedürfnisse anzuerkennen und ggf. liebevoll und achtsam zu kanalisieren - und ihnen die nötige Zeit zu geben, die sie brauchen, um zu reifen. Ich hoffe, meine Antwort hilft dir weiter! Lieben Gruß, Kristina
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