MiNiAn
Liebe Biggi! Ich habe bisher immer nur mitgelesen und viel aus den Texten mitgenommen. Doch nun habe ich auch mal eine Frage. Meine kleine ist nun fast 19 Monate und ich würde doch langsam echt gern abstillen. Tag wie nach und nach auch nachts. Sie geht bereits seit sie ein Jahr ist in die Kita. Sie kommt also in der Zeit ohne mich oder das stillen klar. Sobald sie nach Hause kommt, holt sie alles nach. Wenn sie krank ist oder wir Urlaub haben, dann hängt sie wieder vermehrt an „mir“. Am Tag kann, mal mehr oder weniger durch ihr weinen begleitet, mein Mann sie zum schlafen bringen. Abends aber nur ich und nur mit einschlafstillen. Genau das wird langsam jetzt das Thema. Ich lade nun schon sehr oft meine Nichte ein. unsere Maus und meine Nichte spielen toll miteinander. Dann braucht sie mich weniger am Tag. Abends fordert sie aber nach wie vor, auch mit viel weinen, das einschlafstillen ein. Mir ist klar, dass dies normal ist, da sie es von klein auf so kennt. Der derzeitige Ablauf abends ist: Abendbrot Sandmann Baden bzw waschen Zähneputzen Noch einmal kurz etwas in ihrem Zimmer spielen bzw beschäftigen (kocht uns meist Tee) und dann ins Bett (schläft noch bei uns) Wo sie dann stillt bis sie schläft Oft wird sie nach 10-30 min wieder wach und stillt dann wieder in den Schlaf Ich habe sie auch schon ein paar mal in ihrem Bett zum schlafen hingelegt, und gehofft, wenn sie mich nicht riecht, schläft sie Viellt „durch“. Ist aber nicht. Sie ist sehr willensstark und lässt nur wenig Ablenkung zu, wenn ich versuche sie zu ziehen. Entschuldigung für manche Wörter. Es fallen mir gerade keine besseren ein. Da ich nun immer mehr Öfter Probleme mit meinem Körper habe (stillen, sehr viel Stress auf Arbeit) - zuletzt gerade jetzt einen Pilz auf beiden Brüsten und immer öfter Wunden durch ihre Zähne (nicht durch direktes beißen) und der Wunsch nach doch nun langsam mehr Zeit wieder, für mich und auch meinen Mann, aufkommt, würde ich gern etwas ändern und am Tag komplett abstillen und vorerst das einschlafstillen abändern wollen. Wie gestalte ich das verändern nun am besten und wie geh ich es überhaupt an? Ist abstillen nach gordon hier möglich? Oder eher eine andere Idee? Kannst du mir da etwas helfen? Ich liebe mein Kind und prinzipiell das stillen auch. Aber komme langsam dann doch an eine Grenze. Dass es langsam weniger werden soll bzw mama langsam aufhören möchte, erzähle ich ihr schon immer wieder Ich danke dir Liebe Grüße Nicole
Liebe Nicole, so lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Abende und Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Deine Kleine wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem zarten Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihr und sei du ruhig und klar, so dass deine Kleine sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du sie ein wenig ablenken wollen (falls sie sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in ihrer Nähe und versicherst ihr, dass alles ok ist, und dass ihr weiter stillen könnt (oder kuscheln), sobald sie sich etwas beruhigt hat. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... LLLiebe Grüße, Biggi
MiNiAn
Liebe Biggie,
Vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort. Ich hoffe mein Text kam nicht kalt an, denn dass wäre ein falsches Bild von mir. Meine kleine und ich hatten mit dem stillen einen schwierigen Start. Erst keine Milch und nachher öfter Staus. Es wurde viel reingeredet und ich verunsichert. Nach einiger Zeit lief alles problemlos und ich habe, durch dieses Forum, meinen Instinkt und Hilfe einer ehrenamtlichen stillberaterin, meinen Weg mit dem Stillen gefunden. Zusammen mit ihr
Das stillen gibt mir, genauso wie ihr, viel: Nähe
Ruhe und das Gefühl das Richtige zu tun
Doch wie oben schon erwähnt, wird es für mich etwas schwieriger und ja, ich bin noch im Kampf mit mir. Ich weiß dass es für sie noch gut ist. Aber ist es das auch noch für mich? Möchte ich wirklich aufhören und diese Momente hergeben? Dagegen steht: wie schaffe ich es diese Schmerzen der Wunden zu ertragen, Reserven für den Körper zu schaffen, der den Spagat labgsam nicht mehr schafft. Sie ist meine kleine Maus, aber es gibt da ja auch noch mich. Daher Danke ich dir für den Tipp mit dem Buch, und die Anregungen. Ich werde versuchen mir jetzt richtig klar zu werden und ihr dieses dann eindeutig zu vermitteln.
Liebe Grüße und noch einmal vielen lieben Dank
Nicole
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