Melli1543
Hallo, meine Tochter ist 19 Monate und wird zum Einschlafen gestillt....und beim Zahnen oder in verschiedenen Situationen verlangt sie dann oft nach der Brust indem sie mein T-Shirt hochzieht. Sie schläft Mittags an der Brust ein und Nuckelt dann ewig dahin... Nippel entziehen funktioniert kaum. Beim Einschlafen reißt und zwickt sie an der freien Brustwarze rum. Schnuller nimmt sie nicht. Ich schlafe oder lese dann Mittags im Bett da sie ohne Köperkontakt tagsüber nicht schläft....Habe versucht wenn sie im Tiefschlaf ist den Raum zu verlassen....Entweder sie wacht umgehend auf oder spätestens nach 10 Minuten und ist dann kaum mehr zum schlafen zu kriegen. Abends braucht sie zwischen 30 Minuten und 1 1/2 Stunden um in den Schlaf zu kommen. Momentan ist der Raum total abgedunkelt....da sie sonst nur spielen will und nicht schlafen. Nachts meldet sie sich unterschiedlich häufig....mal kaum und mal kommt sie mehrmals und dann gibt es eine Zeit wo sie meist zur gleichen Zeit aufwacht und auch kaum zum weiterschlafen zu kriegen ist. Nachts kann ich den Raum verlassen ohne dass sie nach 10 Minuten oder so aufwacht. Nun komm ich aber an die Grenze wo ich nicht mehr ihr Nuckel sein will...Ich kuschel gern auf andere Art mit der Maus aber das will sie nicht ....nur Kuscheln wenn es die Brust gibt. Ich habe auch schon mal versucht weniger zu Stillen aber da führt sie sich auf, mit großen Krokodilstränen und Wutanfällen...was einen dann auch an eine andere Grenze bringt. Essen tut sie gut und so ziemlich alles....trinken war immer bescheiden ...egal welches Getränk welche Flasche oder Glas....man muss sie regelrecht betteln dass sie was trinkt. Wo trinken am besten geht ist wenn wir mit dem Fahrradanhänger unterwegs sind, da bleibt ihr ja nix anderes übrig. Ich habe gelesen man sollte langsam abstillen, aber mittlerweile bin ich an dem Punkt wo ich die "Abstill-Hölle" nur noch möglichst schnell hinter mich bringen will. Da die kleine Maus sich bestimmt Furchtbar aufregen wird. Ich habe gern gestillt und war auch froh die Wunderwaffe Stillen für die ein oder andere Situation zu haben, doch manchmal denk ich mir hätt ich nicht gestillt müsst ich jetzt nicht diesen Abstill Kampf führen. Ich will auch nicht weiter stillen bis sie sich irgendwann in 1 bis 2 Jahren vielleicht mal irgendwann abstillt. Leider kann mir diesbezüglich keine unter die Arme greifen, dass sie von jemandem anders zu Bett gebracht wird. Da mein Mann oft zur Bettzeit in der Arbeit ist. Was kann ich tun, um das ganze schnell und für beide Seiten einigermaßen erträglich zu gestalten? Tee für mich und evtl Globuli für die kleine Maus? Vielen Dank im voraus für eine Antwort
Liebe Melli1543, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin „schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Kleine verhält sich gar nicht so "brustversessen" wir Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein gut 1 1/2 jähriges Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Wenn Du nicht mehr ständig stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Deine Kleine wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich gar schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem zarten Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass deine Kleine sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du sie ein wenig ablenken wollen (falls sie sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in ihrer Nähe und versicherst ihr, dass alles ok ist. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi
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