Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie abstillen

Frage: Wie abstillen

Ssdpln

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Liebe Stillberaterinnen, meine Tochter wird in 12 Tagen 2 Jahre alt. Ich habe sie immer gerne gestillt, Probleme hatten wir bislang keine. Die ersten 5 Monate habe ich sie vollgestillt, dann mit Beikost immer weniger. Sie ist einschlafgestillt und schläft im Familienbett. Seit etwa einem Jahr habe ich sie nur noch mittags und abends zum Einschlafen gestillt, 2-3 mal etwas in der Nacht und manchmal morgens. Zum Trost brauchte sie die Brust nicht. Seit etwa 3 Wochen stille ich sie nur noch abends, nachts und morgens nicht mehr. Mittags bleibt sie wach. Wir haben weiteren Kinderwunsch und ich bin nach 3 Fehl- und einer Totgeburt dabei auf verschiedene Medikamente angewiesen, mit denen ich nicht stillen mag/darf. Alternativen gibt es keine und ich möchte auch keine Doppelbelastung für meinen Körper roskieren. Seit gestern schläft meine Tochter auch ohne Brust ein, denn ich habe ihr erzählt, dass die Geburtstagsfee ein ganz tolles Geschenk für sie hat. Das ist aber nur etwas für große Kinder, die nicht mehr an der Brust trinken. Sie protestiert nicht, aber muss sich mühen, nicht an die Brust zu wollen. Ich wiege sie in den Schlaf. Es beschäftigt sie sehr und heute versuchte sie zu "tricksen" und meinte, ich solle doch das Geschenk auspacken und sie trinkt Brust. Süß, oder? Na ja, jetzt habe ich aber Zweifel, ob das so klappt. Was mache ich denn, wenn die Spannung nicht hält und sie doch trinken will und das Geschenk, Geschenk sein lässt? Oder es gefällt ihr nicht (Laufrad)? Oder sie will nach dem Geburtstag wieder? Was mache ich derweil mit meiner vollen Brust? Gibt es ein Mittel, das die Milch versiegen lässt? Nach dem Motto: Wenn nichts mehr da ist, gehts halt nicht mehr? Pfefferminz- und Salbeitee trinke ich schon. So viele Fragen. Danke für's Lesen! Hoffentlich habt ihr ein paar Tipps für mich! LG


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Ssdpln, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Und so lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du nicht mehr stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Baby spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Abstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Wenn Du jetzt bald wieder schwanger werden möchtest, dann ist das völlig ok! Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt deine Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass dein Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass dein Baby sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil es auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. Solange die Brust nach dem Abstillen spannt, pumpst Du gerade so viel Milch ab oder streichst von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Die Erfahrung zeigt, dass es beim Abstillen hilfreich sein kann, wenn die Frau den Salzkonsum einschränkt. Keinesfalls einschränken solltest Du deine Trinkmenge. Du solltest dich weiterhin nach dem Durstgefühl richten. Ehe sich die Milchmenge durch eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr vermindern würde, bekämst Du massive Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Die Empfehlung die Trinkmenge zu reduzieren gehört wirklich endgültig in die Mottenkiste der nicht ratsamen Tipps. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Du Dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. Ich wünsche dir, dass es gut klappt! LLLiebe Grüße Biggi


zweizwerge

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Hach, schwierig... Ich glaube, einer von meinen beiden hätte das Laufrad vorgezogen, einer die Brust ;-). Wir hatten es nicht über ein Geschenk gemacht, sondern Weihnachten angefangen zu besprechen, dass sie ja Ostern schon sooo groß sein werden, dass sie nicht mehr stillen müssen. Ich habe auch ins Spiel gebracht, dass die Brust nach so langer Zeit müde ist, und das haben sie auch verstanden. Außerdem war Ostern noch so weit hin, dass sie einverstanden waren ;-). Es ging dann auch, auch wenn einer ganz schön traurig war. Vielleicht brauchst Du eine Backup-Story, weil Du ja durch die Medikamente nicht wirklich flexibel bist. Naheliegend ist natürlich, dass die Fee das Geschenk sonst wieder mitnimmt, aber das würde ich nicht machen, weil das ja nicht der Sinn der Sache ist. Aber vielleicht bringst Du die müde Brust mit ins Spiel, vielleicht, falls das Kind Babies mag, ja auch, dass sich Dein Körper auf ein neues Baby vorbereiten muss (klar, dass das etwas dauert ;-). Und da ist es doch gerade recht, dass sie so ein tolles Spielzeug für große Kinder kommt, was für ein Zufall, dass das so gut zeitlich passt. Oder so :-)? Viel Glück!


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