Mitglied inaktiv
Hallo, meine kleine ist jetzt 6 Wochen alt. Ich stille, muß aber abends schon eine Flasche zufüttern, da sie nicht wirklich satt wird. Mittlerweile ist es auch schon am Tag so das sie immer weint an der Brust. Langsam weiß ich nicht mehr weiter. Soll ich nach jeder Stillmahlzeit zufüttern das sie in den Schlaf kommt??? Katrin
? Liebe Katrin, ich fürchte, dass Sie das normale Verhalten eines kleinen Babys und einen Wachstumsschub mit zu wenig Milch verwechselt haben. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Ein Wachstumsschub ist mit etwa drei Wochen zu erwarten. Wachstumsschübe sind Zeiten erhöhter Nachfrage, in denen das Baby sehr oft gestillt werden möchte. Wird das Baby dann auch häufig angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal „mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Sie haben dann nicht zu wenig Milch und das Kind sucht auch nicht nach einem Schnuller, sondern der Bedarf Ihres Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, das die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Ehe Sie jetzt noch weiter zufüttern, kann ich Ihnen nur wärmstens ans Herz legen, sich mit einer Stillberaterin in Ihrer Nähe in Verbindung zu setzen, die sie dabei unterstützt, Ihre Milchmenge wieder an den Bedarf Ihres Kindes anzupassen. Ich gebe Ihnen nun noch einige allgemeine Hinweise zur Förderung der Milchmenge, bis Sie eine Kollegin vor Ort erreichen können. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb sollten Sie Ihr Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Etwa alle zwei Stunden (jeweils vom Beginn der letzten Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit gerechnet) und vermeiden Sie den Schnuller. Der Schnuller befriedigt das Saugbedürfnis ihres Kindes, ohne dass es dabei Nahrung erhält. Bei einen wenig zunehmenden Kind ist dies nicht günstig. Um das Interesse Ihres Babys an der Brust wachzuhalten, können Sie es mit Wechselstillen versuchen. Beim Wechselstillen legen Sie Ihr Baby an und stillen es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nehmen Sie es sanft von der Brust (vergessen Sie nicht den Saugschluss zu lösen) und lassen es aufstoßen, streicheln seine Fußsohlen oder massieren es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Sie es wieder etwas ermuntert haben. Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Nach ein paar Tagen sollte eine Gewichtszunahme bei Ihrem Baby feststellbar sein. Um die Milchproduktion zu steigern kann außerdem zusätzliches Pumpen sinnvoll sein. Am besten wäre es, wenn Ihnen eine Stillberaterin vor Ort das Abpumpen genau erklärt und Ihnen zeigt wie Sie die Brust massieren können. Achten Sie darauf, dass SIE so viel Ruhe und Erholung wie möglich bekommen (am besten legen Sie sich zusammen mit Ihrem Baby ins Bett) und sich möglichst ausgewogen und ausreichend ernähren. Kohlenhydratreiche Nahrung wirkt sich positiv auf die Milchmenge aus. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Sie müssen keinen Milchbildungstee trinken und wenn Sie ihn trinken wollen, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme bei den Kindern verursachen. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr wirkt sich nicht positiv auf die Milchbildung aus. Sie trinken genügend, wenn Sie sich nicht ausgedörrt fühlen, wenn Ihr Urin hell ist und Sie keine Verstopfung bekommen. Bieten Sie bei jeder Mahlzeit beide Brüste an. Dadurch das Baby wirklich die gesamte vorhandene Milch bekommt und die Milchproduktion in beiden Seiten angeregt wird. Achten Sie auf eine korrekte Stillhaltung und richtiges Ansaugen Ihres Babys. Das Baby darf nicht nur die Spitze der Brustwarze in den Mund nehmen. Seine Lippen müssen auf dem Warzenhof aufliegen. Nicht selten liegt es an einer ungünstigen Saugtechnik des Babys, wenn die Milchmenge nicht ausreicht ist. Stillhütchen können dieses Problem noch weiter verschärfen. Am besten wäre es, wenn Sie sich von einer Stillberaterin vor Ort das korrekte Anlegen zeigen lassen und sich erklären lassen, woran Sie erkennen, ob ihr Baby richtig saugt. Die derzeit notwendige Zusatznahrung sollte nach Möglichkeit nicht mit der Flasche, sondern mit einer alternativen Fütterungsmethode (z.B. dem Becher) gegeben werden. Auch das Bechern sollten Sie sich von einer Kollegin vor Ort zeigen lassen. Möglicherweise ist der Einsatz eines Brusternährungssets sinnvoll. Alles Saugen des Babys sollte möglichst an Ihrer Brust erfolgen. Wenn Sie den oben genannten Tipps folgen, müssten Ihre Milchmenge und auch Ihr Kind nach ein paar Tagen deutlich zugenommen haben. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Hallo Katrin, Das Problem hatte ich auch,da hilft nur viieeeel Trinken. Probiers mal mit Malzbier oder Fencheltee. Und ich hab meine süße immer wieder angelegt. Nach ein paar Tagen pendelt sich das ein und du hast genung MuMi.Zufüttern? Hmm ich weiß nicht davon versteh ich nichts ich würds eher nicht machen.Aber wie gesagt keine Ahnung. Hoffe das du bald genug MuMi hast damit dein kleiner satt wird.Daumeendrück. Manuela
Mitglied inaktiv
Hallo Katrin, könnte es sein, dass deine Kleine eine Wachstumsschub hat? Versuche doch mal, sie immer dann anzulegen, wenn du meinst, dass sie Hunger hat. Wenn`s sein muss halbstündlich... Ich erinnere mich an Tage, an denen ich abends überlegt habe, was ich ausser stillen und wickeln gemacht habe... ;-) Zufüttern führt eher zu noch weniger Milch. Angebot und Nachfrage können sich so nicht aufeinander einstellen. Meine Hebamme gab mir den Tip: Leg dich 1-2 Tage mit deinem Baby ins Bett und stille und schlafe... Essen und Trinken natürlich nicht vergessen :-) Vielleicht hast du ja die Möglichkeit es so zu versuchen, ich wünsche dir viel Geduld und vor allem Erfolg. Zu viel Trinken auch übrigens laut Biggi auch nicht gut sein. Liebe Grüße Nicole
Mitglied inaktiv
Hei, vermutlich hat deine kleine gerade Ihren ersten Wachstumsschub und deswegen so viel Hunger. Das war bei mir auch so. Da hilft nur Anlegen, Anlegen , Anlegen- trinken , trinken, trinken ich habe mit Stilltees gute Erfahrungen gemacht. Damit reguliert sich der Milchfluß am schnellsten. Wenn Du zufütterst, kann es passieren, dass deine kleine 1. nicht mehr an die Brust will, weil es schnell merkt, dass aus der Flasche mehr kommt und 2.wird der Milchfluß nicht größer, da Dein Körper keinen Bedarf sieht. Gruß Juli74
Mitglied inaktiv
Hi! Wir hatten ein ähnliches Problem! Habe mir dann in der Apotheke einen Tee mixen lassen aus je 1 Teil Fenchel, Anis, Kümmel und 2 Teile Bockshornkleesamen. Hat bei mir auch geholfen, bin mir aber nicht sicher ob es nur ein Placeboeffekt war (aber wenns hilft ist das ja auch egal). Von dem Tee habe ich täglich 2 Liter getrunken und ansonsten nochmals 2 Liter stille Apfelschorle. Ich glaube, daß das Trinken sehr wichtig ist und natürlich auch so oft anlegen wie möglich, damit der Körper merkt, daß das Kleine mehr Milch braucht. Hat bei mir nach etwa 3-4 Tagen auch geholfen. Viel Erfolg!
Mitglied inaktiv
Liebe Katrin, ich hatte ganz zu Anfang ähnliche Probleme beim Stillen.Keine Sorge: Alles kann gut werden!Nur nicht zu früh aufgeben! Ich habe Milchbildungstee von Weleda(Naturkostladen,Apotheke)getrunken- das hilft.Ich hatte Wochen später soviel Milch, dass ich sogar eine Brustentzündung bekam.Dann musste ich den tee absetzen.Ausserdem gibt es meiner Beobachtung nach bestimmte Nahrungsmittel, die mehr milchbildend als andere wirken(weiss nicht , ob das wissenschaftlich zu erhärten ist, aber die Erfahrung zeigt es), so z.B. Karotten und Kartoffeln. Unbedingt vermeiden sollte man andere Nahrungsmittel, die Babies offensichtlich nicht bekommen und daher zur Abwendung von der Brust führen könnten.Die Liste dieser Nahrungsmittel ist länger als die derjenigen, die man essen kann. Hier einige Tips, die ich teilweise selbst erst learning by doing herausgefunden habe: -schwarzer Tee -sprudelndes Mineralwasser -Spinat -stark geräucherte Dinge -auch Quark und Milchprodukte kritisch beobachten -Eier -Spargel -Basilikum von Zwiebeln, Knoblauch, Kohl ganz zu schweigen. Jedes Baby ist anders, aber meine kleine Tochter mag diese leckeren Dinge gar nicht. Mit dem Stillen spielt sich bestimmt alles bald ein!! Viele liebe Grüsse Antje
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