Umm Abdullah
Hallo Biggi, ich bin derzeit verzweifelt und völlig ratlos. Ich habe damals oft deine Antworten gelesen und du hast mir damit sehr oft weitergeholfen in der bisher nun 2 Jahre andauernden Stillzeit mit meinem Sohn. Nun hat sich bei uns eine Situation ergeben bei der ich nun nicht mehr weiter weiß. Mein Sohn ist 2 J. und 1 M. alt. Er war schon immer sehr brustanhänglich. Er ist vom Wesen sehr sensibel und an mich gebunden. Leider haben mein Mann und ich den Fehler gemacht und ihm Nasentropfen reingezwungen durch Festhalten. Durch die Erklärung konnte er nicht stillen und immer nachdem er nicht stillen konnte, haben wir mehrmals am Tag diese Nasentropfen verabreicht. Da wir ihn sehr bedürfnisorientiert erziehen, kam er nicht damit klar, dass wir da so massiv eingreifen. Er hat sehr geweint und sich gewehrt. Das ging 3 Tage lang mehrmals bis er sich dann gemerkt hat, wenn er "Meme" macht, gibt es danach diese Nasentropfen. Sobald er die Brust sieht, sagt er "Meme ne!" Heute noch sprach er liebevoll über "Meme", aber sobald es darum geht zu stillen und er sie sieht, dreht er sich weg und weint. Es ist insofern momentan schwer, weil er ohne stillen nicht einschlafen kann. Wir geben ihm die Tropfen seit drei Tagen nicht mehr, aber er hat sich das natürlich gemerkt. Wir haben uns entschuldigt und erklärt, dass wir das nicht mehr machen. Seit 3 Tagen schläft er nicht mehr mittags, obwohl er total müde ist und ist fast 24h wach bis er vor Erschöpfung einschläft. In der Nacht im Halbschlaf nimmt er die Brust, aber sobald er aufwacht, dreht er sich sofort weg. Wir wissen nicht, wie wir ihn anders einschlafbegleiten sollen. Tragen, streicheln,.. alles hilft nichts. Zudem lehnt er mich als Mama plötzlich total ab zum Einschlafbegleiten. Er weint dann immer sehr und verhält sich so als würde er meine Nähe nicht ertragen können (das war noch nie so). Sobald wir im Bett liegen und ich mit dem Kissen etwas zu nah komme, weint er sich in Rage. Wenn er völlig kaputt ist, sagt er "Meme!", aber sobald er sie sieht, möchte er nicht. Oder wenn er sich verletzt, sagt er "Meme" und sobald ich ihm sie geben will, weint er noch mehr und geht aus dem Raum und will überhaupt nicht von mir getröstet werden. Nachts nuckelt er nun vermehrt, obwohl er ja eigentlich immer völlig k.o. einschläft. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich war der Meinung er braucht das Stillen eigentlich noch und wollte nicht abstillen. Zumal in 3 Wochen wahrscheinlich das neue Baby kommt und er in dieser kurzen Zeit ja wieder an "Meme" erinnert wird, wenn er sieht, dass ich das Baby wahrscheinlich stille. Kannst du mir einen Ratschlag geben?
Liebe Umm Abdullah, hab Geduld und schenke Deinem Baby die Zeit, die es braucht, um sich wieder zu beruhigen. Du hast einen Fehler gemacht, aber das ist okay. Du hast Dich entschuldigt und Dein Kind wird Zeit brauchen, um Dir wieder voll zu vertrauen. Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Wenn dich die Schuldgefühle allerdings so sehr plagen, wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Du einmal mit einem Therapeuten sprechen würdest. Dieser kann dir helfen, mit dir selbst ins Reine zu kommen und vor allem zu erkennen, dass Du nicht nur eine gute Mutter bist, wenn Du alles perfekt machst. Bei einem Münchener Psychologen und Arzt, S.K.D. Sulz fand ich in einem Buch einen sehr heilsamen Abschnitt: "Wir Eltern sollten den Mut haben, uns Versäumnisse einzugestehen. Ja, wir haben gravierende Entwicklungshemmungen unserer Kinder verursacht. Das ist nicht zu leugnen. Aber Verursachung ist nicht gleichbedeutend mit Schuld. Wir sind nicht schuld an den Grenzen unserer eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Wir sind nicht schuld an einer eventuellen finanziellen Not, an eigener Arbeitslosigkeit, an der Not des Alleinerziehens nach einer Scheidung, an sonstigen gesellschaftlich oder politisch bedingten Stressoren, denen wir so ausgeliefert sind, dass zu wenig für unsere Kinder übrigbleibt. Wir sind zwar Mutverursacher, aber wir sind nicht schuld an Vergangenem. Und wir tragen Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft." (aus "Als Sisyphus seinen Stein losließ. Oder: Verlieben ist verrückt!", S.K.D. Sulz, CIP Medien 1999) Nur Mut, Babys sind Gott sei Dank mit einer gewissen Robustheit ausgestattet und verzeihen und vergessen schnell. LLLiebe Grüße Biggi
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