Zonnenbloemtje
Guten Tag! Ich habe zwei Töchter. Meine erste Tochter habe ich 16 Monate lang gestillt. Es wurde von den Abständen zwischen dem stillen automatisch immer weniger und als ich ihr dann irgendwann keine Brust mehr gegeben habe, war das von jetzt auf gleich auch okay. Meine zweite Tochter verhält sich da etwas anders. Sie ist inzwischen 18 Monate alt. Ich habe sie von Geburt an gestillt und es hat immer prima geklappt. Sie hat mit der Beikost keine Probleme gehabt und diese akzeptiert und auch bis heute isst sie sehr gut. Mit einem Jahr hat sie tagsüber keine Milch mehr benötigt und wurde nur noch abends zum einschlafen und ein oder maximal zweimal in der Nacht gestillt. mit den Monaten wurde das dann immer weniger. Ich dachte, es würde ähnlich laufen wie bei meiner großen Tochter. Aber als die kleine 18 Monate alt geworden ist wollte sie nicht nur nachts wieder mehr an die Brust, sondern inzwischen fängt sie auch an, dass sie tagsüber danach fragt. Nach dem ganz normalen Frühstück kommt sie an und zieht an Meinem Shirt und möchte Milch. Nicht jeden Tag, aber doch häufiger. Auch nachmittags oder zu anderen Tageszeiten kommt sie auf meinen Schoß geklettert und sagt Milch und will trinken. Selten kann ich sie dann ablenken und sie überzeugen etwas anderes zu essen oder zu trinken, aber meistens weint sie und schreit und verweigert alles andere bis sie doch gestillt wird. Das ist natürlich nicht ideal, denn nun, wo sie auf die zwei Jahre zugeht wollte ich sie doch eigentlich eher abstillen als wieder mehr an die Brust zu lassen. Sie trinkt dann aber auch immer nur ganz kurz, viel Milch kann da gar nicht kommen der Milch Spende Reflex wird oft gar nicht ausgelöst. Scheint mir eher so eine Sache zu sein, dass sie kuscheln und nah sein möchte. Haben Sie Tipps, wie ich davon wieder weg kommen kann ohne sie dauernd zum weinen zu bringen, weil sie nur die Brust nicht bekommt? Und über kurz oder lang möchte ich auch komplett damit aufhören. Vielen Dank.
Liebe Zonnenbloemtje, wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Vielleicht versuchst Du es damit, die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Damit meine ich, Du stillst dein Kind eine bestimmte Zeit und dann nimmst Du es sanft von der Brust und streichelst es, kuschelst mit ihm, bietest ihm zusätzlich ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke an usw. Im Laufe der Zeit verkürzt Du die Zeit an der Brust immer mehr. Ich möchte Dir nun noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst deine Tochter eine kleine Weile anlegen und sie dann ablenken oder ihr etwas zu essen anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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