Mitglied inaktiv
Hallo, ich bin wieder schwanger und nun am überlegen, ob ich mein zweites Kind stillen soll. Ich hatte bei meiner Tochter am Anfang sehr starke Probleme. Meine Brustwarzen waren wund und blutig. Besonders die linke, denn die ist in der Mitte geteilt. Ich habe dann nur mit Stillhütchen gestillt. Die linke Brust habe ich dann ganz weggelassen nach der dritten Brustentzündung. Nach 3 Monaten hat es sich dann mit einer Brust und Stillhütchen so eingespielt, daß ich ein Jahr gestillt habe. Aber nach meinen Erfahrungen weiß ich nicht ob ich das nochmal machen soll, denn auch der Milcheinschuß war sehr schmerzhaft und es hat lange gedauert bis die Milch richtig lief. Obwohl ich von der Hebamme massiert wurde und Infrarot benutzt habe. Ich glaube jetzt nicht, daß ich nochmal das alles durchmachen möchte. Ist es den möglich die Probleme von anfang an zu umgehen? Kann ich auch nur mit einer Brust stillen? Es wäre nett wenn sie ein paar Tips hätten. MfG Manuela Wagner
? Liebe Manuela, Infrarot und Massage können zwar manchmal hilfreich sein, wichtig ist jedoch, dass Sie korrekt anlegen und das Kind korrekt saugt. Richtige Stilltechnik ist das A und O des erfolgreichen und schmerzfreien Stillens, ist diese nicht gegeben, sind alle anderen Maßnahmen nur Kosmetik und werden nicht wirklich helfen. Ein schmerzhafter Milcheinschuss lässt sich vermeiden oder zumindest deutlich mildern, wenn von Anfang an oft und korrekt angelegt wird. Häufiger und uneingeschränkter Zugang des Kindes an die Brust ist der beste Beginn. Die Form der Brust oder der Brustwarzen hat lange nicht den Einfluss auf das Stillen, wie es immer wieder behauptet wird. Das englische Wort für „Stillen" verdeutlicht so schön, dass die Form der Brustwarze nicht unbedingt wichtig für den Stillerfolg ist: Stillen heißt „Breastfeeding" also Brusternährung. Es heißt nicht etwa „Nipplefeeding" sondern „Breastfeeding". Das Kind trinkt nicht ausschließlich an der Brustwarze, sondern an der Brust. Ein korrekt angelegtes Kind umfasst nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen Teil des Warzenhofes. Wenn ein Kind ausschließlich die Brustwarze beim Saugen an der Brust fasst, dann führt das zu wunden Brustwarzen. Die wichtigsten Punkte für den Grundstein einer erfolgreichen Stillbeziehung auf die folgenden Schlagworte zusammenfassen: Bald stillen - oft stillen - uneingeschränkt stillen - keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben außer bei medizinisch begründeten Fällen. Die wichtigste Vorbereitung für das Stillen ist INFORMATION. Sehr viele Stillprobleme lassen sich vermeiden, wenn die Frau über die richtigen Informationen verfügt und zusätzlich eine kompetente Unterstützung erfährt. Wunden Brustwarzen und anderen Stillproblemen können Sie am besten dadurch vorbeugen, dass Sie sich informieren. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen, nicht nur um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern auch, damit die Brust gut stimuliert und richtig entleert wird und so die Milchbildung gut in Gang kommt bzw. aufrecht erhalten wird. Deshalb ist es entscheidend, dass Sie sich möglichst gut über das Stillen und die grundlegenden Dinge wie korrektes Anlegen und Ansaugen, das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Stillen nach Bedarf usw. informieren. Nochmals: Ganz wichtig ist dass Sie wissen, wie korrekt angelegt ist und woran Sie erkennen, dass das Baby richtig ansaugt und effektiv an der Brust trinkt. Hierzu bietet sich neben dem Lesen der entsprechenden Literatur (z.B. „Stillen - Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit" von Marta Guoth-Gumberger und Elizabeth Hormann, „Das Handbuch für die stillende Mutter" von der La Leche Liga, „Stillen - einfach nur stillen" von Gwen Gotsch, das erste bekommen Sie im Buchhandel, die beiden letzteren im Buchhandel, bei der La Leche Liga oder jeder LLL-Stillberaterin) der Besuch einer Stillgruppe an. In einer Stillgruppe treffen Sie nicht nur andere stillende Mütter, sondern Sie lernen auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, für den Fall, dass es nach der Geburt zu Stillproblemen kommen sollte. In jedem Fall würde Ihnen raten, noch während der Schwangerschaft eine Stillgruppe zu besuchen und sich dort informieren und beraten zu lassen. Dort lernen Sie auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, falls es nach der Geburt zu Problemen kommen sollte. Theoretisch ist es möglich, dass Sie nur mit einer Brust stillen, doch sinnvoller ist es, dass Sie sich möglichst bald mit einer Kollegin vor Ort in Verbindung setzen, die Ihnen genau zeigt und erklärt auf was Sie achten müssen, um eine ungetrübte Stillbeziehung erleben zu dürfen. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Ich wünsche Ihnen eine schöne restliche Schwangerschaft und eine gute Geburt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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