Mitglied inaktiv
Mein Deutsch ist nicht so korrekt, aber ich hoffe Sie können meine Fragen verstehen. Meine Tochter ist 8 Monate alt. Ich folge kein Speiseplan sondern eher mein Gefühl. Ein Tag sieht mehr oder weniger so aus: 8:00 – stillen 9.00 – 60-90gr. Gemüse Brei (halbes Gläschen) mit Fleisch (Rind oder Pute) und stucke von irgendwelche Obst den ich esse. 12:00 – stillen 14:00h – sie bekomm Stücke von etwas was wir essen…Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln,… 16.00 - 60-90gr. Gemüse Brei (halbes Gläschen) mit Fleisch (Rind oder Pute) +stillen 19.00 – stillen 23.00 – stillen 02.00 – stillen 05.00 – stillen Manchmal will Sie ganz kurz zwischen trinken, aber mehr als Durst Löscher als hunger glaube ich. Ich bin nun sehr verzweifelt, da viele Leute um mich rum und selbst meinem KinderArtz haben mir gesagt das Mutter milch reich nicht und das ich ein Speiseplan haben sollte und langsam die Milch Malzeiten ersetzen. Manche sagen auch, wenn ich abends einen Brei geben würde, würde Sie nachts wahrscheinlich durch schlafen. Ich habe es ein paar Mal probiert und sie ist trotzdem aufgewacht und wollte trinken, so habe ich es nicht mehr gemacht, da ich das Gefühl hatte es gibt ihr mehr Bauch Probleme abends… Wenn ich eure Kommentare in diesem Forum richtig verstanden habe, sollte das Muttermilch schon reichen und Bei-Kost sollte nur eine Ergänzung sein, oder? Meine Tochter hat bis jetzt immer gut zu genommen und ist sehr Aktiv Tagsüber. Sie krabbeln schon seit einen Monat und fang jetzt schon an aufstehen. Brauch sie dann mehr essen? Sollte ich wirklich mehr bei-kost geben? Mache ich etwas falsch mit meinem „probiere alles und ist was du willst“ Philosophie? Vielen Dank
Liebe Airam, keine Sorge, 1) verstehe ich jedes Wort und 2) machen Sie NICHTS falsch. Ihre Tochter ist gerade erst acht Monate alt und damit noch am Beginn der „Beikostkarriere“ und in dieser Zeit sollte der Begriff „BEI Kost“ wörtlich verstanden werden. Beikost ist etwas, was die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Es ist deshalb normal und richtig in Verbindung mit der Beikost zu stillen, nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise bestimmte Bestandteile der Beikost vom Kind besser verwertet werden können. Ich weiß, dass fast überall steht: „zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird „eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. Die Fähigkeit längere Zeit am Stück zu schlafen ist unabhängig von der Ernährung. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Für Tipps rund um das Thema Beikost bietet sich das Buch „Babyernährung gesund & richtig – B(r)eikost und Fingerfood“ von Gabi Eugster an. Dort finden sich sehr viele Informationen und Tipps zum Thema Ernährung ab dem siebten Monat. Sie bekommen es im Buchhandel, bei einer LLL Beraterin oder auch hier im Still Shop. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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