Mitglied inaktiv
Hallo liebes Team, heute wende ich mich an Sie, weil auch meine Hebamme mir keinen Rat mehr geben kann. Mein Sohn Arthur ist nun fast 11 Monate alt und wird immer noch voll gestillt, dh. vier bis sechs mal am Tag. Er ißt aber auch schon richtig mit uns mit. Aktzeptiert auch Tee und Wasser aus der Flasche, jedoch keine Milch. Ich hab verschiedene Folgemilchsorten probiert auch schon H-Milch, die ich mit Wasser verdünnt habe. Jedoch mehr als 50 ml nimmt er nie. Das Stillen dauert meist nicht mehr länger als 5 Minuten. Er nimmt auch meistens nur noch meine rechte Brust, die anscheinend mehr produziert als die linke. Gern möchte ich aufhören, weiß aber nicht mehr, wie ich es noch versuchen soll. Ich hab schon festgestellt, wenn wir viel unterwegs sind, dann hat er weniger Stillmahlzeiten als wenn wir daheim sind. Ich bin Mama von zwei Kindern. Meine Große ist fast 6 Jahre und ich bin viel allein mit beiden. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich dann schneller Arthur beruhigt bekomme, wenn er die Brust bekommt. Abends dauert es sehr lange - bis zu 2 Stunden manchmal- , bis er endlich schläft. Auch nur an der Brust. Was kann ich noch tun? Bin sehr gespannt auf die Antwort und bedanke mich schon mal im Voraus. Nadine PS. Bei meiner Tochter hatte ich auch große Probleme beim Abstillen. Damals mußte ich nach einem Jahr wieder arbeiten und hab mir daher vom Arzt Tabletten geben lassen. Ich hab sie aber auch 10 Monate voll gestillt. Dann nahm sie mir H-Milch ab. Sie wollte auch keine Folgemilchprodukte.
Kristina Wrede
Liebe Nadine, wahrscheinlich spielt schon mit ein, dass wir Mütter unsere Babys an der Brust am schnellsten beruhigen, ablenken, entspannen können. Daher ist es so wichtig, dass WIR uns klar darüber sind, was wir ändern wollen, und WIE das dann ausschauen soll. Und wenn Sie z.B. beschließen, dass als erster Schritt zwischen z.B. der Morgenstillzeit und dem Einschlafstillen nicht mehr getrunken werden soll an der Brust, dann muss das auch immer gelten, ganz egal, wie umständlich es sein mag, z.B. ein weinendes Kind auf anderem Weg zu beruhigen. Das mit dem Plan ist ganz wichtig, denn es hat sich bewährt, allmählich abzustillen. Das kann bedeuten, dass Sie Schritt für Schritt eine Stillmahlzeit nach der anderen wegfallen lassen, oder auch, dass sie die Stillmahlzeiten verkürzen. Beim allmählichen Abstillen können Sie zum Beispiel das Stillen jedes Mal weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wenn Ihr Sohn keine Milch trinken will, dann nimmt er vielleicht abends einen Milchbrei und tagsüber ein Joghurt, oder etwas Frischkäse. Milch muss nicht zwangsläufig flüssig zu sich genommen werden... Eine Möglichkeit nachts abzustillen ist es, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt. Es muss erkennen können, dass Sie ihm zwar die Brust, aber nicht Ihre Liebe entziehen. Ich hoffe, diese Hinweise helfen schon ein bisschen weiter. Herzlichen Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Hallo Kristina, vielen lieben Dank für die schnelle und besonders ausführliche Antwort. Ich werd versuchen, Ihre Tipps umzusetzen. Ich denke auch, dass Abstillen hat viel mit meiner Einstellung zu tun. Soviel Nähe wird man nie wieder zu seinem Kind haben. Daher auch meine Zweifel, auf einer Art und Weise möchte ich gern aufhören zu stillen, um auch mal wieder an mich denken zu können und die Verantwortung für meinen Kleinen kurzseiteitig mal an jemand anderen weitergeben zu können (den Papa, Großeltern) und auf der anderen Seite geniesse ich es noch viel zu sehr, den kleinen Mann zu stillen. Dennoch versuche ich tagsüber die Abstände zwischen zwei Stillmahlzeiten so groß wie möglich zu gestalten. Heute hatte ich z.B eine Pause von 6 Stunden drin - von früh um 8 Uhr bis 14 Uhr. ....Dann machte sich aber auch schon meine Brust bemerkbar..... Sie haben mir mit Ihrer Antwort vorerst sehr geholfen. Vielen vielen Dank Viele Grüße aus der Nähe von Jüterbog Nadine
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