Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Schreit die Brust an

Frage: Schreit die Brust an

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Meine Tochter (12 Wochen alt) schreit seit ca 10 Tagen ständig die Brust an. Erst trinkt sie, dann fängt sie aus heiterem Himmel wie am Spieß zu brüllen an. Dann schnappt sie sich die Brust wieder und dann wiederholt sich das Ganze bis sie scheinbar irgendwann satt ist. Ich wechsle sie dann zwischendurch an die andere Brust, dann geht es erst ein bisschen, aber dann geht das Geschrei wieder los. Es ist echt nervig und ich weiß nicht, was ich tun kann, dass es wieder vorbei geht. Bin für jeden Tipp oder Hintergrund dankbar. Gruß, Silke


Biggi Welter

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? Liebe Silke, kommt es plötzlich zu so einem Verhalten, sollte das Kind unbedingt von der Kinderärztin/arzt angeschaut werden, um auszuschließen, dass es eine medizinische Ursache gibt und dem Kind etwas weh tut. Nach Ihrer Beschreibung tippe ich allerdings eher auf einen starken Milchspendereflex. Beobachten Sie in den nächsten Tagen die Stillzeiten einmal ganz genau. Können Sie sehen, wie Ihre Milch in einem kräftigen Strahl aus Ihrer Brust herauskommt? Verschluckt sich Ihr Baby? Läuft Milch aus seinem Mundwinkel? Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (legen Sie sich eine Windel zum Auffangen der Milch hin) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg-auf-Stillen". Dazu halten Sie Ihr Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als Ihre Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnen Sie sich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützen Sie Ihr Baby von unten mit zwei Kissen in Ihrem Schoß und lehnen sich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten bei einem starken Milchspendereflex sind: - erhöhen Sie die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Sie die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößern, verschlimmert sich das Problem noch weiter. - bieten Sie nur eine Brust pro Mahlzeit an. Dieser Vorschlage passt nicht zu dem, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn Ihr Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Sie ihm mehrere Male diesselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbieten, bevor Sie die Seite wechseln Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, sollten Sie gerade soviel Milch ausstreichen, dass Sie sich wohlfühlen, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - stillen Sie Ihr Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - versuchen Sie verschiedene Stillpositionen (auch das Berg-auf-Stillen, dazu halten Sie Ihr Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als Ihre Brustwarze. Beim Stillen im Rückengriff lehnen Sie sich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützen Sie Ihr Baby von unten mit zwei Kissen in ihrem Schoß und lehnen sich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Eventuell kann Ihr Baby auch schon an ihrer Brust trinken während es auf Ihrem Bauch liegt. So könnten Sie im Liegen stillen und das Baby anschließend auf Ihrem Bauch einschlafen lassen.) - lassen Sie das Baby oft aufstoßen. - vermeiden sie den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird. Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Baby weiterhin genügend nasse Windeln hat und auch sonst alle Anzeichen für ein gut gedeihendes Baby zeigt. Bekommt Ihr Baby einen Schnuller oder eine Flasche? Künstliche Sauger verlangen eine andere Saugtechnik als das Trinken an der Brust. Es gibt Kinder, die mit dem Wechsel zwischen diesen beiden Saugtechniken nicht zurechtkommen und dann an der Brust so reagieren, wie Sie es von Ihrem Kind beschreiben. Falls Ihr Baby also künstliche Sauger bekommt, lassen Sie diese probehalber für einige Zeit weg und beobachten Sie, ob sich das Verhalten der Brust wieder bessert. Ich hoffe, der lange Text hat Sie jetzt nicht erschlagen, aber versuchen Sie es einmal mit diesen Tipps und sollte es nicht besser werden, melden Sie sich nochmals. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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