ninnelor
Liebe Stillberaterin, ich bin sehr verunsichert, was den Abstillprozess betrifft. Mein Sohn ist jetzt gute 9 Monate alt und trinkt momentan tagsüber meist noch 1 mal an der Brust (immer nur wenn er sehr aufgewühlt oder müde ist), isst sonst sehr gut und gerne Brei bzw. Fingerfood - wir kombinieren das, weil er inzwischen gerne selber isst. Morgens kriegt er Brot mit Frischkäse und etwas Banane oder weiche Birne o.ä.. Mittags den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, abends einen Vollmilchbrei und zwischendurch nachmittags und manchmal auch vormittags einen Getreide-Obst-Brei. Nachts wacht er sehr häufig auf und will dann auch jedes mal an die Brust, er trinkt glaube ich wenig, aber sucht immer viel Nähe. Er wird so alle 1-2 Stunden wach. Wir schlafen in einem Zimmer, anfangs der Nacht schläft er in seinem Bett, später hole ich ihn dann zu uns ins große Bett. Soweit ist das auch alles okay für mich gewesen, aber ich fühle mich auf der einen Seite durch mein Umfeld unter Druck gesetzt, die mir immer wieder vermitteln, dass es doch wichtig wäre, dass er lernt sich ohne Brust nachts zu beruhigen, und zum anderen merke ich selbst langsam, dass ich gerne nachts ein wenig unabhängiger wäre bzw ich mich gerne besser mit meinem Freund reinteilen würde, was aber momentan leider garnicht funktioniert, weil Linus dann so lange meckert, bis er doch zu mir und an die Brust darf. Meine Frage nun: ist es wirklich (entwicklungspsychologisch) ein Problem, wenn er nachts nur durch die Brust beruhigen lässt? Und zweitens: wie kann ich ihn sanft nachts abstillen, ohne es für uns beide zu grob zu machen? Gibt es da irgendwelche Tipps und Vorgehensweisen, die sich bewährt haben? Ich bin für einen Hinweis sehr dankbar :) Liebe Grüße Anna & Linus
Liebe Anna, lass Dich bitte nicht verunsichern, Du machst NICHTS falsch! Ja, Du machst sogar alles richtig, es IST nur eine Phase und dein Baby braucht deine Nähe ;-)). Dein Kind wird von ganz alleine lernen, alleine einzuschlafen, ohne Druck und ohne Brüllen. Genauso wie Du es beschreibst, machen es Mütter seit Urzeiten mit ihren Babys und es hat noch nie einem Baby geschadet. Es gibt keinen Grund, dass Du etwas daran ändern musst, dass Du dein Baby nach Bedarf stillst und auch in den Schlaf stillst, es sei denn DICH persönlich stört etwas daran. Schenke Deinem Baby die Geborgenheit, die es noch so braucht, diese Zeit jetzt wird Dein Baby sein ganzes Leben lang tragen und der Grundstein für ein in sich ruhendes Wesen wird jetzt gelegt. Das hat nichts mit Verwöhnen oder Angewöhnen zu tun, Dein Baby wird mit jedem Tag reifer und wird lernen, alleine einschlafen zu können. Vielleicht möchtest Du ein Buch zum Thema lesen? Sehr empfehlenswert ist von Sibylle Lüpold das Buch: "Ich will bei euch schlafen - Ruhige Nächte für Eltern und Kinder.“ Auch das Buch von William Sears, "Schlafen und Wachen", das es z.B. über La LecheLiga Deutschland zu kaufen gibt, kann hilfreich sein. Allein das Wissen kann eine Mutter schon beruhigen, und ihr den Stress nehmen, sie hätte ihrem Kind etwas Verkehrtes antrainiert. Herzlichen Gruß Biggi
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