Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

"Randale" an der Brust

Frage: "Randale" an der Brust

sommersonne82

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Hallo, unser Sohn ist jetzt fast 10 Wochen alt und wird voll gestillt, seit dem ersten Anlegen klappte dies wunderbar und er nimmt gut zu. Seit etwa zwei Wochen passiert allerdings (leider immer häufiger) folgendes: Das Andocken klappt noch gut, er trinkt auch etwa 3-5 Minuten und fängt dann plötzlich an zu schreien, wirft den Kopf zurück, tritt, kneift und macht sich steif. Obwohl er die Brust eigentlich im Mund hat, sucht er weiter und brüllt... Wenn ich Glück habe, schaffe ich es im richtigen Moment die Brustwarze in seinen Mund zu "rammen", dann trinkt er im besten Fall friedlich weiter. Meistens jedoch brüllt er sich dermaßen in Rage, dass nur noch der Papa oder aber der Schnulli trösten kann, sobald er auch nur in die Nähe meiner Brust kommt fängt er wieder an zu schreien. Entweder schläft er dann nach einiger Zeit ein und meldet sich erst Stunden später wieder oder aber wir versuchen es 20 oder 30 Minuten später erneut, wenn er quengelt - meistens klappt es dann ohne Probleme. Komischerweise zeigt er dieses Verhalten ausschließlich um 17 und 20 Uhr, also beim letzten und vorletzten Mal bevor er ins Bett kommt. Nachts trinkt er vorbildlich, tagsüber auch wenn er nicht abgelenkt wird. Um 17 Uhr stille ich ihn im Wohnzimmer bei normalem Tageslicht, um 20 Uhr im Schlafzimmer nur mit einem kleinen Nachtlicht beleuchtet. Den Schnulli nimmt er von Anfang an, da er ein so starkes Saugbedürfnis hat. Da er aber den Rest des Tages gut trinkt denke ich eigentlich nicht dass es damit zu tun hat?! Woran kann es dann liegen? Ich möchte wirklich gerne mind. bis zum sechsten Monat stillen, aber das macht den ganzen Stillvorgang ziemlich anstrengend und zehrt an meinen Nerven! Vielen lieben Dank!!


Biggi Welter

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Liebe sommersonne82, für dieses Verhalten kann es eine Vielzahl von Gründen geben und ohne weitere Angaben und ohne euch sehen zu können, bin ich auf’s Raten angewiesen. Eine Möglichkeit ist die, dass der Kleine gelernt hat schnell zu trinken und schlicht satt ist. Bekommt der Kleine einen Schnuller oder eine gelegentliche Flasche? Dann könnte eine Saugverwirrung vorliegen. Selbst wenn es monatelang gut gegangen ist, kann eine Saugverwirrung nicht ausgeschlossen werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. Manche Kinder reagieren auch so auf einen starken Milchspendereflex. Dann schießt die Milch geradezu aus der Brust und damit kommen nicht alle Kinder zurecht. Es kann auch sein, dass das Kind sehr leicht ablenkbar ist. Bei Babys, die in einer der Phasen sind, in denen sie besonders leicht ablenkbar sind, hat sich bewährt, sich zum Stillen mit dem Baby in eine ruhige und ablenkungsarme, „langweilige“, eventuell auch abgedunkelte Umgebung zurückzuziehen. Am besten wenden Sie sich einmal an eine Kollegin vor Ort und besprechen Ihre Situation in aller Ruhe mit ihr. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi Welter


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