backfee
Hallo! Mein Sohn ist 8,5 Monate alt und momentan ist es v.a. nachts sehr schwierig mit ihm. Er wacht fast stündlich auf und kann alleine nicht wieder einschlafen. Das einzige was hilft ist stillen bzw anlegen, denn meistens ist es kein Hunger, sondern er will einfach andocken und schon schläft er wieder. Er nimmt keinen Schnuller, seinen Daumen nimmt er auch seit 1 Monat nicht mehr. Tragen, kuscheln, streicheln usw hilft momentan alles nix. Wir hatten vor dieser anstrengenden Zeit schon Nächte mit nur 1-2x stillen, ich denke er ist im Schub und die nächsten Zähne quälen ihn auch. Das alles ist ok und ich gebe ihm die Nähe die er braucht, doch ich bin an meinen Grenzen. Wir haben noch eine 3 jährige Tochter, die auch noch relativ schlecht schläft, oft aufwacht und mich daneben braucht zum Einschlafen. Ich renne zum Teil zwischen beiden hin und her, schlafe kaum noch, mein Kreislauf ist seit ein paar Tagen schon schlecht, ich habe keine Kraft mehr. Dazu kommt, dass ich solange ich stille, Clexane spritzen muss. Mein Bauch ist nach 1 1/2 Jahren spritzen überwiegend blau, verhärtet und ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr. Jede Spritze ist eine Qual. Ich möchte abstillen. Tagsüber isst mein Sohn seinen Brei bzw bei uns mit und trinkt Wasser aus der Flasche, das klappt super. Ich wollte langsam beginnen. Erst das morgendliche Stillen durch eine Milchflasche ersetzen, sodass er es kennenlernt wenn er wach ist. Am ersten Tag lief es gut, 30 ml und danach noch Brot/Gurke vom Frühstückstisch. Ab dem nächsten Tag hatte ich keine Chance mehr, er hat sofort geweint. Nachts wollte ich ihm die Milchflasche geben, wenn er Hunger hat und wenn er nur die Nähe braucht anderweitig versuchen ihn zu beruhigen. Ich habe keine Chance! Ich bekomme ihn nicht beruhigt oder er wacht dann ganz auf, ist dann zwar ruhig aber ist 1-2 Stunden wach in der Nacht. Haben Sie einen Tip wie ich weiter vorgehen könnte? Bei mir endet irgendwie jeder Versuch doch im Stillen. Auch dass der Papa nachts versucht zu beruhigen oder die Flasche gibt, wird nicht akzeptiert. Ich weiß nicht weiter, aber ich kann nicht mehr :-( Ich hoffe Sie haben noch einen Rat. Vielleicht gehe ich es auch völlig falsch an, ich weiß es nicht. Bei meiner Tochter wurde es einfach immer weniger, sie nahm auch einen Schnuller und ließ sich trösten. Vieien Dank schon mal für Ihre Mühe! Viele Grüße, Melanie
Liebe Melanie, ich kann Dich gut verstehen, das kannst Du auf Dauer nicht durchstehen. Dein Baby ist mitten in der Fremdelphase, es zahnt und sucht verständlicherweise nach Trost und Nähe und bekommt es beim Stillen. Es wird jetzt sicherlich nicht einfach werden, aber mit viel Geduld wird Dein Baby lernen, dass es nicht stündlich an die Brust kann. Möchtest Du denn ganz abstillen? Wenn ja, würde ich weiterhin mit viel Geduld versuchen, Dein Baby an die Flasche zu gewöhnen. Hier einige Tipps, wie Dein Baby die Flasche evtl. doch annimmt: - Lass immer JEMANDEN ANDEREN die Flasche anbieten, mach es nie du selbst (vielleicht kannst du den nächsten Versuch ja auf ein Wochenende legen?). Es gibt einige Tricks, die helfen können: - versucht die Flasche anzubieten, wenn das Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird es keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lass die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, die Unterlippe damit kitzeln, damit das Kind selbst ihn nimmt; - dein Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach dir riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmen Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - probiert verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - probiert verschiedene Trinkpositionen aus; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probiere, die Flasche zu geben, wenn dein Baby schläft; - gib nicht sofort auf, wenn es nicht klappt, probiert es weiter - aber bedenke auch, dein Baby kann auch (tagsüber) aus einer Tasse, vom Löffel, mit der (Kunststoff-) Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden - es muss nicht zwangsläufig eine Flasche sein. Wenn du bei Youtube die Stichworte "Cup feeding" und "baby" eingibst, kannst du viele Videos finden auf denen zu sehen ist, wie das geht. Es ist in der Regel von Fütterer und Kind wirklich schnell gelernt. Liebe Grüße Biggi
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