Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Nun doch abstillen

Frage: Nun doch abstillen

Mitglied inaktiv

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Liebe Biggi, liebe Kristina, ich habe heute eine Frage bezüglich abstillen: im Urlaub hatte ich eine Bindehaut-Mandel-Mittelohrentzündung und musste deshalb Antibiotika einnehmen. Das erste hatte nicht gewirkt und so hat mir der Arzt ein stärkeres Antibiotikum verschrieben, dass jetzt zum Glück anschlägt. Die Konsequenz war, dass ich von jetzt auf gleich abstillen musste. Ich war zwar etwas traurig, aber mein Sohn ist jetzt 2 1/4 Jahre alt und da ist es schon o.k. für mich aufzuhören. Leider hatte ich keine Milchpumpe und auch sonst keine Hilfe. Zum Glück hat der Kleine nur wenig Theater gemacht. Er liebt seine Reismilch, leider auch nachts. Kann die Reismilch eigentlich nachts schädlich für die Zähne sein? Er trinkt aus dem Becher. Zuhause habe ich mir eine Milchpumpe besorgt und pumpe ab (naja, so 10 ml aus der Brust, mit der ich noch stillte) und kühle die Brust danach. Ich habe leichte Druckschmerzen und fühle aber keine für mich fühöbare Verhärtung an der Stelle. Sollte ich trotz der leichten Schmerzen weiterpumpen? Und kann der FA mit einem Medikament weiterhelfen? Vielen Dank für Eure Hilfe Manu


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Liebe Manu, es tut mir leid, dass euer Abstillen so Holter die Polter passieren musste und wenn du das doch noch rückgängig machen magst, dann kann es vielleicht auch noch sein. So lange deine Brust noch Milch produziert ist es kein größeres Thema. Wenn du jetzt jedoch ganz zufrieden bist, dann gilt es nur dann abzupumpen, wenn du spürst, dass zuviel Milch in der Brust ist; gerade so viel Milch abzupumpen, bis der Druck nachlässt. Pumpst du zuviel, dann würdest du die Milchbildung weiter anregen... Solange Du keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. hast, besteht überhaupt kein Handlungsbedarf. Deine Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Geweberesorbiert werden. Hattest du die Schmerzen bereits vor dem Abpumpen, oder könnten sie vom Pumpen gekommen sein? Das passiert zuweilen, wenn mit zu viel Druck gepumpt wird. Wenn die Brust "nur" schmerzt, hilft Kühlen am besten. Kommen die Schmerzen vom Milchdruck in der Brust, liegt also ein Milchstau vor, so kann es helfen, vor dem Pumpen die Brust zu wärmen und/oder sanft zu massieren. Gleichzeitig können unterstützend ein paar Tassen Salbei- oder PFefferminztee helfen. Von Abstilltabletten würde ich eher abraten, da die meisten schwere Nebenwirkungen haben können und nicht zwangsläufig tatsächlich helfen. Erfahrene Hebammen oder Homöopathen können auch mit Globuli den Abstillprozess begleiten. Was die Reismilch betrifft, so kann sie durchaus Karies verursachen, da sie Kohlehydrate enthält. Lieben Gruß, Kristina


Mitglied inaktiv

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Liebe Kristina, erstmal vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich möchte jetzt tatsächlich aufhören zu stillen und nicht nochmal anfangen. Mir war es zuletzt ein bisschen zu anstrengend, da ich meinen Sohn erstens nachts wieder gestillt habe (während seiner Mittelohrentzündung - wahrscheinlich habe ich mich bei ihm angesteckt) und auch tagsüber die Anzahl unserer Milchpausen auf mindestens 3-4 mal angestiegen war. Ich gebe zu, dass ich diese ständige "möchte mama milch" ganz schön belastend fand, aber immer nachgegeben habe. Nur in den ersten 2-3 Tagen war ich etwas traurig, aber da der Kleine sich fast problemlos in sein Schicksal ergeben hat ist es nun auch ok für mich. Das mit der Reismilch ist natürlich nicht so schön. Muss ich mir was anderes einfallen lassen bzw. das nächtliche Trinken ganz abschaffen. Zum Thema Schmerzen in der Brust: der Schmerz war vor dem Pumpen und so ca. am 2. Tag nach der letzten Milchmahlzeit da. Ich habe nur noch links gestillt im letzten Jahr. Meine Brust ist auch nicht mehr stark angeschwollen und war in den letzten Monaten auch erheblich kleiner geworden. Lediglich die Brustwarze ist immer ein wenig angeschwollen gewesen, wenn ich einen halben Tag nicht gestillt hatte. Ich spüre auch schon lange keinen Milcheinschuss mehr. Beim Stillen habe ich immer meinen Sohn gefragt, ob denn da auch noch Milch kommt, er hat immer mit "ja" geantwortet und hat auch viel geschluckt. Deshalb wundere ich mich, dass trotz guter Pumpe so wenig Milch rauskommt. Die schmerzende Stelle (wenn ich draudrücke) befindet sich an der Unterseite der Brust. Kann man daraus schließen, ob es ein Milchstau sein könnte? Viele Grüße + Danke Manu


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Liebe Manu, bei einem Milchstau hast du harte Stellen in der Brust, und zwar dort, wo die Milch gestaut ist und wo der Schmerz sitzt. Ob die Brust merklich größer ist, als vorher, spielt keine so große Rolle. Die Frage ist eher, ob es auch einen anderen Zusammenhang geben könnte, z.B. ein zu eng sitzender BH, dessen Bügel diese Stelle zu stark gedrückt hat, oder der Tritt eines kleinen Fußes, der eine kleine Prellung verursacht hat (hier würde abpumpen natürlich wenig helfen...). Wenn es mit dem Pumpen nicht auf Anhieb klappt, probiere es doch so: Leg dir eine kleine gut warme Wärmflasche auf (na ja: hier wohl eher "unter") die schmerzende Stelle, ca. 10 Minuten lang. Dann begibts du dich in den Vierfüßlerstand und nimmst die der Brust entgegengesetzte Hand, um mit den Fingern sanft über die schmerzende Stelle zur Brustwarze hin zu klopfen und zu streiche(l)n. Wirklich nur ganz sanft. Fast wie ein Kraulen... Und dann setzt oder stellst du dich bequem hin und versuchst mal, ein wenig Milch von Hand auszustreichen, statt abzupumpen. Wie das Ausstreichen von Hand funktioniert findest du in unserem Bereich "Stillen - so klappt es" unter "Muttermilch auf Vorrat" und dann "Tipps fürs Ausstreichen" (http://www.rund-ums-baby.de/stillen/vorrat_ausstreichen.htm) Danach tut kühlen sehr gut! Vielleicht geht das besser als mit der Pumpe. Beim Pumpen haben viele Frauen das Problem, dass die Milch nicht fließen möchte. Ich drück dir die Daumen, und wenn's nicht besser wird, oder andere Symptome dazu kommen (Fieber, Gliederschmerzen, Schüttelfrost), dann bitte gleich ab zum Arzt! Lieben Gruß, Kristina


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