Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

nächtliches Stillen

Frage: nächtliches Stillen

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Hallo, unsere jüngste Tochter Mariella wird in 10 Tagen 5 Monate alt. Das Stillen klappt auch wieder wunderbar. Nun ist es aber so, dass Mariella, wie so viele Babys, nachts oft munter wird und erzählt. Ich versuche sie dann durch leises Reden oder mit ihrem Schnuller zu beruhigen. Bringt das nach 15 Minuten keinen Erfolg, stille ich sie, auch aus Rücksicht auf meine Mann und unsere größere Tochter. Danach ist sie meistens wieder richtig müde und schläft weiter. Dadurch stille ich nachts mitunter bis zu 4 Mal. Sollte ich diese Taktik beibehalten oder sie lieber auch mal länger erzählen lassen? Freunde meinten, sie gewöhnt sich ans nächtliche Füttern. Vielen Dank für Ihre Antwort. Doris


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Liebe Doris, viele Kinder im Alter deiner Tochter stillen nachts noch relativ häufig. Keine Angst, eine "dumme Angewohnheit" ist es sicher nicht, wenn deine Mariella in der Nacht weiter stillen darf. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Es ist ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys ab dem Alter von vier bis sechs Monaten nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder selbst das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte. Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Ich hoffe, dass diese Informationen dir ein wenig Mut machen, weiterhin auf deine innere Stimme zu horchen. Lieben Gruß, Kristina


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