Aprilscherz01
Hallo, Meine Tochter ist jetzt fast 7 1/2 Monate alt. Ich habe sie bisher voll gestillt und mache es auch weiter, weil sie sich leider nur sehr schwer an Brei heranführen lässt. Am Abend bekommt sie eine Flasche mit Säuglingsmilch und schläft auch ganz gut allein in ihrem Beistellbett neben meinem Bett im Schlafzimmer ein. Bisher kam sie 2-3 mal in der nacht. Das war so zwischen ein und zwei Uhr, zwischen drei und vier Uhr und dann noch mal ab sechs Uhr. Habe sie gleich angelegt, sie trinkt ca. 5-10 minuten und schläft ein. Ich lege sie dann gleich wieder zurück, weil ich sehr schlecht mit ihr an meiner Seite schlafe. Wenn es so weiter gehn würde wäre alles ok. Seit einer Woche kommt sie immer ca. 15 Minuten nachdem ich im Bett bin. Ich möchte aber nicht anfangen ihr so zeitig die Brust zu geben. Von Mal zu Mal ist es trotz Nuckel schwieriger sie wieder in den Schlaf zu bekommen. Bis zu einer Stunde. Und dann kommt sie trotzdem wieder um ein Uhr zum ersten Mal Stillen. Dazu kommt dass sie zwischen den Stillzeiten immer wieder kurz wach wird, lässt sich dann aber mit dem Nuckel wieder beruhigen. Letztendlich schlafe ich kaum noch und bin ziemlich gestresst und genervt. Was soll ich also nun machen? Ich habe gelesen, dass es mein Geruch ist, der sie 15 Minuten nachdem ich im Bett bin aufwacht, kann das sein? Ich würde auch gerne abstillen, jedoch nur Nachts, geht das? Weiter würde ich sie auch gern in ihrem eigenen großen Bett schlafen lassen, im Kinderschlafzimmer mit meinem dreijährigem Sohn zusammen. Ist das ne gute Idee? Mein Idee siehts so aus, dass ich sie Nachts abstille, indem ich sie Abends ganz normal mit dem gewohnten Ritual in das große Bett bringe. Aber sobald sie in der Nacht wach wird, versucht mein Mann sie mit Wasserflasche, Nuckel und Herumtragen wieder zu beruhigen. Ist das ne gute Idee wenn ich mich da ganz rausnehme, wegen dem Geruch halt? Oder haben sie noch einen anderen Ratschlag ob und wie das nächtliche Stillen realisierbar ist? Danke für Ihre Zeit.
Kristina Wrede
Liebe Aprilscherz01, zunächst einmal kann ich dich hoffentlich beruhigen in dem ich dir schreibe, dass es überhaupt nicht ungewöhnlich ist, dass deine Maus noch nicht wild auf Beikost ist. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte ja die Milch die Grundlage der Ernährung sein, und alles andere kommt dazu (darum auch „zu-füttern“). Sie wird ganz ohne dein Drängen immer mehr essen und irgendwann auf die Milch verzichten können, denn so hat es die Natur vorgesehen! Je mehr aber wir versuchen unsere Kinder zu drängen, desto mehr verunsichern wir sie und behindern die naturgemäße Entwicklung. Auch ist es so, dass es ein normales Verhalten ist, dass Kinder in diesem Alter wieder häufiger wach werden in der Nacht. Wenn du hier fleißig mitliest wirst du sehen, dass es ganz viele Mütter mit Kindern in diesem Alter gibt, die genau dasselbe erleben wie du gerade. Die Kinder verarbeiten in diesem Alter die Eindrücke, die sie tagsüber gesammelt haben, viel viel intensiver als früher, und das macht den Schlaf unruhig. Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses „natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit „Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Leider geht der Trend zu immer früherer Anwendung sogenannter Schlaftrainingsprogramme und Eltern von Babys, die sich nicht dieser „Norm" anpassen, wird mehr oder weniger direkt vermittelt, dass sie selbst schuld sind, ja manchmal kommt unterschwellig sogar dazu, dass dies Eltern sich als Versager fühlen sollten. Ein Baby schläft ohne Brust ein, sobald es reif genug dazu ist. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass Du noch die nächsten Jahre damit verbringen musst, dein Baby in den Schlaf zu stillen, wahrscheinlich wird es sogar schneller vorbei sein, als Du es dir jetzt vorstellen kannst. Du KANNST natürlich auch versuchen, sie in der Nacht abzustillen, wie du es beschreibst. Erfahrungsgemäß ist es einfacher, ein so kleines Kind einfach zu sich ins Bett zu nehmen und stillen zu lassen. Wenn das für dich keine Option ist, und dein Leidensdruck so groß, dass du es nicht mehr anders machen möchtest, dann still sie nachts ab. Vielleicht versuchst du zuerst, ob es nicht hilft, wenn dein Baby neben dem Papa schläft statt neben dir... Wäre gut möglich, dass allein dieser Wechsel schon Ruhe in eure Nächte bringt. Kennst du den "Kinn-Trick"? Der ist oft sehr hilfreich bei Babys, die die Brust fast ein wenig aus Gewohnheit im Mund haben wollen beim Schlafen. Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... Das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden :-). Das kann natürlich auch der Papa... LIeben Gruß, Kristina
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