Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe mich in letzter Zeit schon einmal an sie gewendet, wegen dem Ersetzen der morgendlichen Stillnahrung. Sie erinnern sich vielleicht, meine Tochter ist 8,5 Monate. Nun ist es so, dass ich bald komplett abstillen muss, da ich wegen meiner Augen (Uveitis/zu hoher Augendruck) medikamentös behandelt werden muss. Meine Tochter isst i.d.R. pro Breimahlzeit nur ca. 120-130g und kommt dann nachts 2-3 mal. Vorgestern versuchte ich, die Breimengen durch mehrmaliges anbieten zu erhöhen. Das hat sehr gut funktioniert und wir kamen dann pro Breisorte auf knapp 170/180g. Am nächtlichen Verhalten meiner Tochter hat sich leider nichts geändert. So viel zum Thema, sind die Kinder tagsüber gesättigt, kommen sie nachts seltener ;-) Nun meine Frage: Wie kann ich ihr es am schonensten beibringen, dass es nachts bald keine Milch mehr gibt? Vielen Dank für Ihre Meinung. LG Ina
Liebe Ina, die Fähigkeit längere Zeit am Stück zu schlafen ist unabhängig von der Ernährung. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Sie können nun entweder nachts noch eine Flasche anbieten oder aber weiterstillen. Medikamente in der Stillzeit sind selten wirklich ein Grund zum Abstillen. Es gibt in den meisten Fällen stillverträgliche Lösungen, auch wenn verschiedene Medikamente erforderlich sind. Es gilt hier immer abzuwägen, was nun schwerer wiegt: der Übergang der Medikamente in die Muttermilch und damit die eventuelle Belastung des Kindes oder die Risiken, die mit dem Abstillen einhergehen. In vielen Fällen wird nämlich leider das Risiko der Medikamente überschätzt und die Risiken des Abstillen bzw. Nicht-Stillens werden unterschätzt. Nun kommt aber noch ein weiterer Punkt dazu und das ist der Wunsch der Mutter. Wenn Ihnen das Stillen wichtig ist und Sie weiterstillen möchten - und dieses Gefühl habe ich schon, wenn ich Ihr Posting lese - dann sollte sich Ihre behandelnde Ärztin/Arzt mit der Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin (Tel.: 030-306 867 11) in Verbindung setzen und sich dort genau erkundigen, welche Präparate für Ihre Situation in Frage kommen, so dass ein Weiterstillen möglich ist. Das Team um Dr. Schaefer hat einen speziellen Beratungsservice für Ärzte zu Medikamentenfragen in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. LLLiebe Grüße, Biggi
Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, danke für die Antwort. Es stimmt schon, ich stille ungern ab, auch wenn es einerseits unruhig in unserem Bett ist, wenn die Kleine bei uns ist, genieße ich es doch sehr :D Was das Thema mit dem gesättigten Kind und nachts schlafen angeht, solltet ihr euch vielleicht mal mit den Kollegem vom Nachbarforum "Hipp Ernährungsforum" austauschen ;-) Dort wird nämlich die Meinung vertreten, ist ein Baby tagsüber gut gesättigt, schläft es nachts eher durch ;-). Den Tipp mit Beratungsstelle werde ich auf jeden Fall weitergeben. Ich hoffe, es schadet der Kleinen nicht. Aber getan muss was werden, da sonst für mich die Gefahr der Erblindung besteht (grüner Star). Auch hier viele Llllllllllllllllllliebe Grüße Ina
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