Orchid11
Liebe Stillberaterinnen, Mein Kind wird in genau einer Woche 18 Monate alt. Er möchte noch sehr viel gestillt werden. Nachts durchschnittlich 7 Mal, manchmal auch mehr. Ich kann und will nachts nicht mehr. Ich möchte nicht aufhören zu stillen aber gerne nachts Abstillen und bräuchte dafür Tips. Unser Sohn hat bisher mit mir im gleichen Bett geschlafen, mein Mann mit unserer älteren Tochter im anderen Zimmer. Er wäre bereit mit unserem Sohn zu schlafen, damit ich anfangen kann die Nacht durchzuschlafen. Wie sollten wir es am Besten machen? Ist es Ok, dass mein Mann direkt mi unserem Kleinen schläft, oder ist es besser dass ich selbst die "Entwöhnung" mache? Wie sollten wir die Abstillprozedur am Besten "durchziehen"? Ich möchte unser Kind nicht traumatisieren ; auch nicht dass ich einen Milchstau bekomme. Könntet ihr mir bitte Tips geben? Liebe Grüsse, Orchid
Liebe Orchid, ich persönlich würde dem Kind nicht Mutter UND Brust entziehen, sondern neue Regeln einführen. Wenn das Kind bis jetzt siebenmal gestillt wurde, würde ich auch nicht sofort ganz abstillen in der Nacht, da es sonst sicher zu einem Milchstau kommen wird. Du kannst jedoch eine stillfreie Zeit einführen, die Pantley-Methode hat sich hier oft genug bewährt, darum kopiere ich sie Dir hier ein: Erkläre Deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich Dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von Dir aus Deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf Dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst Du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich Dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, dass Dir meine Antwort weiterhilft. Liebe Grüße Biggi
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