Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nach 15 Monaten endlich abstillen, aber wie?

Frage: Nach 15 Monaten endlich abstillen, aber wie?

mausdiemaus

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Hallo, ich habe folgende "Probleme": Mein Sohn (15 Monate) wird immer noch in den Schlaf gestillt. Sowohl Mittagsschläfchen, als auch am Abend, wenn Schlafenszeit ist. Leider schläft er seit der Geburt sehr sehr schlecht und wacht in der Nacht fast alle zwei (manchmal auch jede Stunde) auf. Beruhigen lässt er sich nur mit Stillen. Ich habe das Abstillen mehrmals versucht, aber leider nimmt er keinen Schnuller und Milch (sowohl Muttermilch, als auch Milchpulver) aus der Flasche wurde sowieso von Anfang an verweigert. Manchmal denke ich, ich werde einfach so lange stillen, wie er möchte, denn bald wird er in die Krippe kommen und da wird er ja nicht in den Schlaf gestillt, wenn die Kinder ihr Mittagsschläfchen halten. Aber in letzter Zeit beißt er mich während dem Stillen andauernd und er hört nicht auf, auch wenn man es ihm erklärt, dass er es nicht tun soll. Ich verzweifle langsam und ich merke selber, dass ich schon sehr genervt bin, wenn es wieder soweit ist, ihn zum Schlafen zu bringen. Ich habe echt keine Ahnung mehr, was ich noch machen soll. Ich wollte eigentlich nie so lange stillen. Maximal 6-7 Monate war geplant. Und irgendwie bin ich sehr enttäuscht, weil ich das Gefühl habe, dass überhaupt nichts klappt. Das nächste Problem ist nämlich, dass er auch ein schlechter Esser ist. Brei wollte er kaum essen. Obst, Brot, Käse, Zwieback, ... und das Essen, was wir auch essen, es wird nur gespielt und gerne am Boden geworden. Ich hoffe, sie können mir ein paar Tipps geben, ich weiß einfach nicht mehr weiter. Vielen vielen Dank und liebe Grüße!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe mausdiemaus, zunächst würde ich dem Baby das Beißen abgewöhnen und erst dann in aller Ruhe abstillen. Ein Baby beißt nicht aus böser Absicht, sondern meist (zumindest beim ersten Mal) aus Versehen. Sobald Ihr Baby zubeißt, reißen Sie es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehen Sie es nahe an sich heran. Wenn Sie es nahe an sich heranziehen, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für die Brust, wenn das Baby loslässt, als es von der Brust zu reißen. Kleine Babys verstehen schon mehr als allgemein angenommen. Es gibt einige Tipps, wie man einem "bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann: o das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. o etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, bieten Sie dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. o das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. o einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. o mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Sie das Beißen nicht lustig finden (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Probieren Sie das mal aus. Vielleicht wäre es wirklich auch sinnvoll, einfach weiter zu stillen, wenn Ihr Baby in der Krippe ist, wird es automatisch mehr essen. Gerade bei der Eingewöhnung ist es für Ihr Kind wichtig, dass zu Hause nicht auch noch alles verändert wird. Natürlich können Sie trotzdem gleich abstillen. Jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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