Mitglied inaktiv
Am 8.8.07 wurde unsere Tochter Luisa geboren. Seit ca 3 Jahren nehme ich wg Epilepsie Lamotrigin ein, habe während der Schwangerschaft reduziert auf 100mg am Tag (vorher 200mg) Jetzt sagen die einen, dass st kein Problem beim Stillen (im Krankenhaus etc) Heute waren wir zur U2 beim Kinderarzt und der sagte, ich soll bitte abstillen und dem Baby Pre-Nahrung geben, mann solle ihm keine Medikamente mit der Muttermilch zukommen lassen. Jetzt bin ich hin- und hergerissen. Ich will ja nur das beste für Luisa und will ihr natürlich mit meiner Muttermilch meine Abwehrstoffe weitergeben. Oder ist das Risiko zu hoch wegen dem Lamotrigin? Bitte, können sie mir sagen was ich machen soll? Vielen Dank, Ena mit Luisa
Liebe Ena, ich zitiere Ihnen aus "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit", Spielmann, Schaefer, 7. Auflage 2006: Neuere Antiepileptika (Zusatzantiepileptika) Lamotrigin Zwei Fallberichte (Rambeck 1997, Tomson 1997) und eine Untersuchung an neun Müttern (Öhman 2000) zu Lamotrigin (Lamictal®) ergeben einen M/P-Quotienten von etwa 0,6. Lamotrigin geht offenbar in erheblichem Maße in die Milch über. Bis zu 6,5 mg/l fanden sich in der Milch einer Frau, die täglich als Monotherapie 300 mg einnahm. Das entspricht einer maximalen relativen Dosis von 20%. Im Serum des unauffälligen Kindes wurden mit bis zu 2,8 mg/l gemessen, eine nahezu therapeutische Serumkonzentration (3,6-9,6 mg/l). Bei 4 weiteren Mutter-Kind-Paaren wurden 10 Tage nach Geburt bei Tagesdosen zwischen 200 und 800 mg zwischen 4,6 und 9,2 (µg/ml im Serum der Mütter und zwischen < 1 und 2,0 (µg/ml im Serum der Kinder gemessen. Prozentual ergaben sich bei 3 Kindern zwischen 20 und 43 % der mütterlichen Serumkonzentration. Nach 2 Monaten waren es 23% (Liporace 2004). Empfehlung für die Praxis: Bei guter Beobachtung des Kindes spricht eine Monotherapie mit einem der neuen Antiepileptika nicht grundsätzlich gegen volles Stillen. Im Fall neu auftretender, nicht anders zu erklärender Symptome während der Stillzeit sollte der Kinderarzt aufgesucht und ein embryonaltoxikologisches Zentrum konsultiert werden. Bei Frühgeborenen, anderen Risikosituationen und bei einer antiepileptischen Kombinationstherapie muss im Einzelfall über das Stillen entschieden werden. Am besten wendet sich Ihre behandelnde Ärztin/Arzt an die Beratungsstelle für Embryotoxikologie in Berlin Tel.: 030 30308111. Das Team um Dr. Ch. Schaefer hat dort einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte zu Medikamentenfragen und Fragen zu Diagnoseverfahren in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi Welter
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