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Hallo Biggi, ich stille meinen Sohn seit knapp 2,5 Jahren und suche einen Weg, ihn abzustillen. Ich bin erneut schwanger und meine Brüste sind sehr empfindlich, so dass das Stillen nicht besonders angenehm ist. Ich möchte auch ungern zwei Kinder gleichzeitig stillen. Mir wird es einfach zuviel. Ich mag nicht mehr. Klingt das gemein? Mein Sohn braucht das Stillen zum Einschalfen – also jeden Abend und am Mittag. Zusätzlich kommt er noch nachts. Tagsüber kann ich ihn oft vertrösten und verschiebe es dann auf unsere Bettzeit aber im Bett besteht er auf die Brust.Wir schlafen in einem Bett. Ich weiss nun gar nicht genau, wie ich vorgehen soll. Soll ich sagen, die Brust ist kaputt und Pflaster raufkleben? Oder wäre das ein zu grosser Schock? Kannst Du mir einen Rat geben? Vielen Dank Julia
? Liebe Julia, Mit zweieinhalb Jahren ist ein Kind zwar einerseits in einem Alter, in dem sie sich für den Mittelpunkt der Welt hält und außerdem wahrscheinlich häufiger zu Wutausbrüchen neigt (das sogenannte „Trotzalter"), doch es ist auch schon so weit, dass es durchaus Mitgefühl empfinden und Rücksicht nehmen kann. Wenn dir das Stillen jetzt unangenehm ist, was vor allem in der Frühschwangerschaft nicht selten der Fall ist, dann kannst Du das deinem Sohn erklären und auch von ihm verlangen, dass sie Rücksicht nimmt. Etwas Konsequenz solltest Du dabei schon aufbringen, wenn es dir wichtig ist. Unter Umständen bleibt dir die Entscheidung „wie abstillen" sogar erspart, da es bei recht vielen Stillkindern so ist, dass sie sich selbst abstillen, wenn die Schwangerschaft weiter fortschreitet und sich der Geschmack der Milch deutlich verändert. Ich werde dir jetzt noch ein paar Tipps geben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder trinken anbieten. Die Methode ein Pflaster über die Brustwarze zu kleben und dem Kind erklären, dass die Brust „Aua" hat oder krank ist, kann Erfolg haben. Vor allem ist es ja bei dir so, dass die Brust wirklich weh tut. Allerdings kann ein so plötzliches, vollständiges Abstillen, wie es bei dieser Methode erfolgt, erhebliche Probleme mit Milchstau usw. mit sich bringen, wenn das Kind noch relativ viel trinkt. Ich wünsche dir eine problemlose Schwangerschaft und eine gute Geburt. LLLiebe Grüße Biggi
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