Mitglied inaktiv
Hallo, Mein Sohn ist 11,5 Monate und mag immer noch nichts richtiges Essen. Mein Kinderarzt hat uns jetzt zu einer dipl. 'Oecotrophologin zur Ernährungsberatung verwiesen und mit ihr habe ich einen "sanften" Weg erarbeitet, wenigstens schonmal Mittags abzustillen. Der Versuch ist aber nun schon total fehlgeschlagen und jetzt meint sie, müssen wir es auf die harte Tour machen, sprich ihn nach dem angebotenen Mittagessen nicht mehr zu stillen! Und zur Not brüllen lassen. Sie sagt, dass wird bestimmt hart, aber hinterher ging es uns beiden besser! Mir geht es ja gar nicht schlecht! Ich möchte zwar schon, dass er mittags vernünftig was ißt, und ich würde auch gerne mittags nicht mehr stillen, aber für diesen Preis?! Mein Süßer musste noch NIE brüllen! Ich möchte alleridngs auch -ehrlich gesagt- nicht mehr so lange stillen, also mit ca. 1,5 Jahren wäre mir das echt lang genug, ich finde einfach, danach "passt es nicht mehr". Möchte damit hier niemanden verurteilen, kann es mir halt nur für uns nicht vorstellen. Und da ist halt meine Sorge, wenn ich´s jetzt nicht durchziehe, hab ich dann bald einen 2-jährigen vor mir stehen, der verhemend meine Brust einfordert?! Oder kann ich darauf vertrauen, dass er wirklich von selbst BALD auf den Geschmack kommt,mittags nicht mehr zu stillen?! Er wird sonst noch morgens gestillt (das möchte ich auch auf jeden Fall so beibehalten) und abends, wobei ich da langsam glaube, da brauch er es bald von selbst nciht mehr, weil er dabei nur noch rumhampelt, auf mich klettert und zwischendurch spielen geht. Ich hoffe, ihr versteht, in welchem Zwiespalt ich mich gerade befinde: einerseits würde ich -wenigsten mittags- gerne abstillen, aber nicht unter so harten Bedingungen, andererseits möchte ich nicht mehr "ewig" stillen. Außerdem habe ich Sorge, dass meinem Süßen langsam was fehlen könnte, er hat die letzten 2 Monate nicht mehr zugenommen, ist aber gewachsen. Fleisch bekommt er ja dadurch auch keins (Eisen?!) Er frühstückt allerdings ganz gut, und abends futtert er auch ganz gut (Brot). Sorry, für das Gejammer, aber ich weiß echt nciht mehr weiter!
Liebe Engelchen94, verweigert ein Kind lange jegliche Beikost, ist es zu allererst einmal sicher nicht verkehrt, das Kind genauer anzuschauen und eventuell auch die Eisen und Zinkwerte zu kontrollieren. Es kommt zwar eher selten vor, doch manchmal liegt die Essensverweigerung der Kinder gerade an einem Mangel dieser Spurenelemente und dieser Mangel verschärft sich dann noch weiter, wenn das Kind nicht isst. Bis dahin würde ich das Kind niemals zum Essen zwingen! Der beste Weg, ein Kind zu einem "schwierigen Esser" zu machen besteht darin, es zum Essen zu zwingen! Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen und eine sehr bewährte Methode lautet "Die Mutter bietet an, was es gibt, das Kind entscheidet wie viel oder wenige es davon isst". So wie Du es beschreibst kann sich das Essen schnell zu einem absoluten Kampfthema entwickeln und das Kind ist so weit, dass es sich nur noch mit "Totalverweigerung" wehren kann. Genau diese Situation sollte aber unbedingt vermieden werden, denn mit soviel Kampf und Druck erreichst Du genau das Gegenteil. Das Thema Essen wird immer konfliktbeladener, das Kind erlebt essen nicht als etwas Sinnliche und Angenehmes, sondern nur als Tortur. So kann der Grundstein für eine langfristige Essstörung gelegt werden. Was sollst Du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen? Kehr den Spieß einmal um und frage all diejenigen, die dich so freigiebig kritisieren, was für KONSTRUKTIVE Vorschläge sie denn anzubieten haben. Es ist immer leicht zu sagen "Du machst das falsch" und sich dann umzudrehen und keinerlei sinnvolle Vorschläge zu machen, wie denn in dieser Situation besser vorgegangen werden soll. Wenn dein Sohn gut gedeiht und sich altersgemäß entwickelt, dann versucht doch einmal, das Thema "Essen" nicht mehr zum alles beherrschenden Thema zu machen. Es hat keinen Sinn, ein Kind zum Essen zwingen zu wollen und es hat auch keinen Sinn, wenn sich das ganze Familienleben nur noch darum dreht, wie dem Kind irgendwelche Nahrung "einzutrichtern" sei. Je angespannter die Situation wird, umso verkrampfter sind schließlich alle Beteiligten. Bei einem Kampf ums Essen gibt es fast immer nur Verlierer. Sicher ist auch für dich das nun neu auf deutsch erhältliche Buch "Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3 932022 12 2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiß: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Wenn dein Kind freiwillig besser isst, wird es von ganz alleine immer weniger an die Brust mögen und wenn nicht, kannst Du dann mit dem Abstillen beginnen, wenn gesichert ist, dass dein Kind auch von anderer Nahrung ausreichend versorgt wird. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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