Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Mit knapp 3 immer noch an die Brust

Frage: Mit knapp 3 immer noch an die Brust

Jerry19992

Beitrag melden

Hallo, mein Sohn wird nächsten Monat 3 Jahre alt und will am liebsten minütlich an die Brust. Sein Lieblingsgetränk ist Muttermilch! Er schläft auch ohne Trinken nicht ein und schläft nicht durch. Im Schnitt wacht er drei Mal in der Nacht auf und will trinken. Er hat auch ständig seine Hand bei mir im Ausschnitt. Er schläft auch nicht in seinem Bett, sondern mit mir im großen Bett. Ich muss dazu sagen, dass er ein sehr "scheues" Kind ist. Er fremdelte extrem. Nicht mal Oma und Opa durften ihn vor kurzem auf den Arm nehmen. Wenn ihn Fremde ansprechen, versteckt er sich hinter mir oder fängt an zu weinen. Er geht seit August`11 in den Kindergarten. Seine Eingewöhnungsphase dauerte mehrere Wochen. Auch jetzt nach den Schulferien seiner großen Schwester, war er wieder extrem zurückhaltend und saß stundenlang bei mir auf dem Schoß... Naja, was ich eigentlich wissen wollte ist, ist sein extremes Trinkbedürfnis normal??? Mittlerweile stört es mich massiv. Dieses ständige Gegrabsche nervt ebenfalls. Manchmal entzündet sich die Brustwarze und es tut alles nur noch weh. Hört das denn überhaupt mal auf??????? Vielen Dank für Ihre Antwort!!


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Jerry19992, jedes Kind stillt sich irgendwann von selbst ab. Der Abstillprozess gehört zur Entwicklung eines Kindes wie Krabbeln Lernen, Laufen Lernen oder Sprechen Lernen. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich abstillt, so geschieht dies selten vor dem zweiten Geburtstag in vielen Fällen etwa mit drei Jahren, es gibt aber auch Kinder, die sich länger Zeit lassen. Das durchschnittliche weltweite Abstillalter wurde lange Zeit mit vier Jahren und drei Monaten angegeben, durch die aber leider sinkenden Stillzahlen ist auch diese Zahl inzwischen gesunken. Stillen ist viel mehr als nur eine Form der Ernährung: es ist Trost, gibt Nähe, Geborgenheit und Zuwendung. Deshalb ist das Stillen in keiner Hinsicht mit dem Flaschegeben zu vergleichen. Dennoch bedeutet es keineswegs, dass eine stillende Frau nur mit der Brust Zuwendung gibt. Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin `schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Dein Sohn verhält sich gar nicht so "brustversessen" wir Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Irgendwann sind unsere Kinder aber so groß, dass sie lernen (müssen), dass es nicht immer so gehen kann wie man möchte. Das hat sicher auch bei Euch schon vor längerer Zeit begonnen, und das Abstillen wird nun ein Teil dieser Erfahrung für deinen Sohn werden. Er kann dadurch auch Positives lernen: Man bekommt zwar nicht immer, was man will, "aber ist doch gar nicht schlimm", wie mein Dreijähriger zu sagen pflegte. "Mama ist da, sie ist immer noch liebevoll, schimpft nicht, weil ich einfach so gern bei ihr trinken würde, sie sagt nein, aber sie tröstet mich." Denk also daran, dich nicht von ihm zu distanzieren, wenn du ihn abstillst, sondern ihm erst recht viel Nähe und Kuschelmöglichkeiten zu bieten. Es dauert meist nur ein paar Tage, bis die Kleinen akzeptiert haben, dass sich die bislang bekannten Gewohnheiten nun geändert haben. Vielleicht hilft es euch, zunächst einmal nur "punktuell" abzustillen. Sprich mit deinem Sohn und erkläre ihm, dass Ihr z.B. nur noch abends zum Einschlafen Stillen werdet, dass er zwischendurch zwar (wenn ihr zuhause seid) an der Brust kuscheln darf, aber nicht trinken. So oder ähnlich könnte die Vereinbarung aussehen. Wichtig ist, dass du dir genau überlegst, wie es sein soll. Dann sprichst du mit deinem Kind und erklärst ihm, was sich ändern wird. Und dann nimmst du ihn so, wie er ist, und erlaubst ihm auch traurig oder gar wütend zu sein, ohne ihm deine Liebe zu entziehen. Ich bin sicher, du findest den für euch optimalen Weg! LLLiebe Grüße, Biggi


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Frau Welter, Ich weiß aktuell nicht weiter. Meine Tochter ist nun 4 Monate und seit einer Weile ist sie in einer schwierigen Phase.  Früher hat sie wirklich überall geschlafen. Stundenlang im Kinderwagen, in der Trage, im Stubenwagen etc... Seit einiger Zeit hat sich dies auf Trage und Brust beschränkt. Was ok für mich war. Daheim h ...

Liebe Fr. Welter!   Seit etwa einer Woche produziert meine linke Brust deutlich mehr Milch als zuvor und auch als die rechte Brust und mein Milchspendereflex ist stärker. Auch spukt meine Tochter häufiger. Meine Tochter ist 2 Monate alt, ich stille sie voll. Am Anfang hatten wir kleine Startschwierigkeiten, da habe ich zusätzlich abgepumpt ...

Hallo! Meine 10 Wochen alte Tochter schreit tagsüber ganz doll die Brust an und dockt dauernd an und ab. Wegen meiner vielen Milch und meines extrem starken Milchspendereflexes verschluckt sie sich dauernd und spuckt auch noch extrem (wobei sie das auch tut, wenn sie Ma ruhig trinkt). Woran kann es liegen, dass sie sich so ärgern muss und warum nur ...

Liebe Biggi, ich wende mich an dich, weil ich seit Längerem mit einem zu starken Milchspendereflex kämpfe und seit einigen Tagen das Gefühl habe, dass wir mittlerweile eher Rückschritte statt Fortschritte machen und meine Tochter bereits 11 Wochen alt ist.  Ich habe bereits einiges versucht um es unter Kontrolle zu bringen, leider mit nur mäßigem ...

Guten Tag Biggi, ich bin total aufgelöst. Ich hab seit 7 Tagen einen Ausschlag unter der Brust bei dem ich mir unsicher bin ob es durch meinen Waschzwang "Wund" ist oder es sich tatsächlich um eine Pilzinfektion handelt. Da mein Hausarzt in Pension gegangen ist, musste ich mir einen neuen suchen, bei der ich soeben war.  Die Ärztin war sehr unfreu ...

Hallo liebe Biggi!  Mein Sohn (7 Monate) hat bereits vier Zähne und mir vor einer Woche beim Stillen kräftig in die Brustwarze gebissen.  Dadurch ist eine kleine, recht tiefe Bisswunde entstanden, die höllisch schmerzt. Mit Tipps meiner Nachsorge-Hebamme und unter Einsatz eines Softlasers hat die Wunde recht gut angefangen zu heilen. Das Problem is ...

Meine Tochter ist nun 10 Monate und mag nichts essen, auch nimmt sie kein Fläschchen. Vor ca 1-2 Monaten waren wir schon bei einem halben Gläschen Brei am Abend. Dann hat sie ihre ersten 2 Zähne bekommen und aus war's. sie macht einfach den Mund nicht auf, isst maximal ein kleines Löfferl und dreht dann den Kopf weg, oder schlägt sogar mit der Hand ...

Guten Morgen Biggi, ich stille meine Tochter seit 4, fast 5, Monaten und habe seit gestern Nachmittag plötzlich einseitig eine schwere, harte Brust die punktuell auch schmerzt. Auch das Trinken bei den ersten Zügen ist schmerzhaft.  Es ist meine dritte Tochter welche ich stille aber das kenne ich nicht. Kann das ein Milchstau sein? Da die schmerz ...

Guten Abend, meine Tochter (20 Mon) hat sich wohl bei einem Familienmitglied mit Herpes angesteckt (was mich wahnsinnig ärgert) und seit gestern kleine weiße Bläschen im Mund und an der Lippe, dazu seit 3 Tagen Fieber. Sie stillt eigentlich nur noch zum Schlafen Mittags, Abends und in der Nacht, wenn sie krank ist jedoch fast durchgehend.  Seit g ...

Guten Abend, ich wollte wie gewünscht ein kurzes Update geben und um Rat fragen. Laut Kinderärztin hat meine Tochter wohl wirklich eine Herpes Erstinfektion. Bei meiner Brust ist es laut Frauenärztin kein Herpes. Es sieht mehr nach falscher Trinktechnik, einer Righarde und einer entzündeten Drüse aus. Es sind seit der Untersuchung am Dienstag auc ...