annaarthur
Hallo, mein Kleiner wurde vier Wochen zu früh geholt und ist nun 7,5 Wochen alt. Da er aufgrund von Neugeborenengelbsucht auf die Intensiv musste, habe ich neben dem Stillen abpumpen müssen. Das Stillen wurde immer schwieriger und frustrierender, so dass ich mich vor ca. 3 Wochen mit meiner Hebamme darauf geeinigt habe, dass ich nur noch abpumpe. Es lief immer sehr gut. Die Milch lief mir meistens schon den Bauch runter, wenn es Zeit wurde.. :-) Seit neustem spannen die Brüste nicht mehr so, alles ist entspannter und ich gönne teilweise einen vierstündigen Pumprhythmus.. Nun hatte ich vor ein paar Tagen meine vierte fiebrige Brustentzündung, allerdings hatte ich diesmal keine harten Stellen, es war nix rot und die Brust spannte auch nicht so unerträglich..seitdem ist meine Milchmenge pro Pumpen von insgesamt ca. 100 auf ca. 60 geschrumpft. Der Kleine trinkt alle 3 Std. und ich habe bislang immer alle 3-4 Std. für 15 min. mit dem Doppelpumpset von Medela gepumpt. Alle Entspannungsmassnahmen, M assagen etc. scheinen nicht anzuschlagem.. trinke Malzbier und Fencheltee... Mein Vorrat ist aufgebraucht, gestern bekam er schon ständig weniger...nun bin ich besorgt, dass mein Sohn nicht satt wird und ich so früh zufüttern muss.Gibt es von Euch noch Tipps? Und falls nein, was kaufe ich am besten zum Zufüttern und wieviel bekommt er denn dann? Ahja..und warum kommen immer diese Entzündungen mit Fieber? Ich pumpe auch Nachts immer alle 3-4 Std. Liebe Grüße..anna
Liebe anna, die benötigte Milchmenge auf Dauer nur durch Pumpen aufrechtzuerhalten ist nicht immer leicht und verlangt oft sehr viel Disziplin und vor allem regelmäßiges und ausreichendes Pumpen. Dabei ist es in der Regel sinnvoller häufiger etwas kürzer abzupumpen statt selten und dann länger. Wenn Sie jetzt Ihre Pumpfrequenz wieder erhöhen, dann müsste sich die Milchmenge auch wieder steigern. Gönnen Sie sich gleichzeitig auch möglichst viel Ruhe, das wirkt ebenfalls positiv. Eventuell kann der Wechsel zu einer anderen Pumpe ebenfalls sinnvoll sein. Außerdem ist eine Pumpberatung durch eine Stillberaterin in vielen Fällen sehr hilfreich. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Es kann sein, dass die Entzündungen dadurch entstanden, dass Du doch längere Pausen gemacht hast, es ist wichtig, dass Du SOFORT abpumpst, wenn die Brust sich gespannt anfühlt oder Du Schmerzen hast. Wenn Du zufütterst, solltest Du Pre-Milch verwenden, die Erklärung ist ganz einfach: Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Wenn Du dir die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschaust, dann kannst Du sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: • Säuglingsanfangsnahrung • Folgenahrung • Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).
annaarthur
Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort. Reicht es, wenn ich heute alle 2,5 Stunden pumpe oder doch besser alle 1,5 oder 2? Und ggf. ich müsste Pre-Nahrung kaufen.. wie läuft das dann? Gebe ich einfach erst die abgepumpte Milchmenge und dann gleich hinterher die fehlende Hälfte Pre? Gibt es Erfahrungen, dass Babys das dann erstmal ablehnen? Achje ich hoffe so sehr, die Menge wird sich wieder erhöhen und ich kann noch lange lange Muttermilch geben.
Liebe anna, ich würde jetzt in den nächsten Tagen ruhig alle zwei Stunden pumpen, damit die Milchmenge sich schnell erhöht. Wenn Du wirklich zufüttern möchtest, würde ich erst die abgepumpte Muttermilch geben und dann noch die Flasche anbieten, allerdings glaube ich auch, dass Du es ohne schaffen kannst! LLLiebe Grüße, Biggi
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