Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Milch-bis-zum-Hals?

Frage: Milch-bis-zum-Hals?

Mitglied inaktiv

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Ich weiß nichtmal ob ich richtig liege, aber mir scheint fast, mein "Kleiner" (5 Wochen alt) verwechselt "Oberkante Unterlippe" und "Unterkante Oberlippe". Spuck! Brüll... Die Nachsorgehebamme hatte ihn ein Bisschen als Vielfraß geneckt, weil er jeweils satt über 300g pro Woche zunimmt und hatte gemeint, er würd halt gern Milch mögen, und ein Stillbaby (voll gestillt) könne man nicht überfüttern, kein Problem also... Inzwischen aber habe ich nach dem Stillen nie ein zufriedenes Baby, sondern eines, das auch wenn ich es lange Zeit aufrecht trage, bestenfalls knöttert, immer häufiger richtig anhaltend weint. Und beim "Spucken" kommen Milch und Quark gern durch die Nase, was wieder zu besonders heftigem Gebrüll und verstopfter Nase führt... Medizinisch mag das kein Probmlem sein, das Kind gedeiht ja fast zu gut. Aber Spaß macht es auch nicht, weder ihm noch mir, neee, wirklich nicht... Sein Bettchen (nur für nachts) haben wir schon "aufgesteilt", das hatte zuerst geholfen, aber es scheint von Tag zu Tag schlimmer zu werden. Das macht einfach keinen Spaß mehr... ...und schließlich ist da ja auch nocht der "große Bruder" (3), der ebenfalls versorgt und bespielt sein will. Kann meine Deutung überhaupt so stimmen? Gibts das so? Lernt ein Baby das irgenwann oder wächst sich das irgendwann aus? Oder muss ich selbst zusehen, dass ich die Milchmenge reduziert bekomme? Er bekommt ja sowieso nur 1 Brust, und wenn ich ihn früher abnehme -wie soll ich wissen, wann es "genug" ist?- oder warten lasse, um die Milchbildung zu bremsen, brüllt er so kläglich, dass es mir schier das Herz bricht. Ich traue mich nicht so recht, mit Phytolacca (D6, habe ich halbherzig schon mal genommen), Minztee o.Ä. ranzugehen, denn zu wenig Milch ist sicher ebenfalls kein Vergnügen. Jedenfalls möchte ich vorher erst wissen, ob es wohl so sein mag, wie es mir vorkommt... Auch beim ersten Baby hatte ich das Gefühl, Drillinge ernähren zu können, aber der Erste hörte jeweils selbstänig auf - und ich hatte ziemlich oft Milchstau. Sorry für die vielen Worte, ich hoffe halt, es kommt dabei sowas wie ein Gesamtbild heraus. Ich bin sehr gespannt, wie wir aus dieser misslichen Lage herauskommen. Spätestens mit Ende der Stillzeit wird das ja überstanden sein, aber das möge doch eigentlich noch fern sein... Liebe Grüße sagt Martins Mami


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Liebe Martins Mami, kann es sein, dass Du einen sehr starken Milchspendereflex hast, mit dem dein Baby nicht zurecht kommt? Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg Dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das "Berg auf Stillen". Dazu hältst Du Dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch veringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst , verschlimmert sich das Problem noch weiter. biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade soviel Milch ausstreichen, dass Du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg auf Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) lass das Baby oft aufstoßen. vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Wenn ein Kind beim Aufstoßen etwas Milch mit hoch bringt, dann liegt das meist daran, dass es beim Trinken Luft geschluckt hat und sich im Magen unter der Milch eine Luftblase gebildet hat. Sobald die Luft aus dieser "Blase" ihren Weg nach oben findet, nimmt sie einen Teil der Milch mit, die über ihr lag. Manchmal trinkt ein Baby auch mehr, als sein kleiner Magen verkraften kann, auch dann kann ein Teil der Milch wieder hochkommen. Das ist nicht besorgniserregend. Das Spucken von Babys ist ohnehin in den meisten Fällen ein Wäscheproblem und kein medizinisches Problem. Solange das Kind gut zunimmt und gedeiht, besteht normalerweise kein Anlass zur Sorge. Problematisch wäre immer wieder (immer häufiger) auftretendes schwallweises Spucken in hohem Bogen, verbunden mit zu geringer Gewichtszunahme oder sogar einer Gewichtsabnahme. Das Spucken sieht auch für die Erwachsenen sehr viel unangenehmer aus, als es für das Baby ist. Nach einiger Zeit verliert sich das Spucken bei den meisten Babys und die Waschmaschine kann wieder weniger in Anspruch genommen werden. Meist wird es etwa mit drei Monaten besser, eine Garantie gibt es jedoch nicht. Dein Baby sollte (ausgehende vom niedrigsten Gewicht) durchschnittlich pro Woche mindestens 110 g zunehmen. Haben Babys Spuckprobleme, wird empfohlen, sie während und nach den Mahlzeiten aufrecht zu halten, sie häufig aufstoßen zu lassen und sie häufig, aber für kürzere Zeit anzulegen. Manchmal liegt das Spucken wirklich daran, dass die Babys zu hastig trinken. Für eine Stillberaterin besteht daher der erste Schritt bei einem Kind mit Bauchproblemen, bei Problemen der Mutter mit den Brustwarzen und bei übermäßigem Spucken darin, die Stillposition, Anlegetechnik und das Saugverhalten des Kindes zu überprüfen. Ein nicht korrekt angelegtes Kind und/oder ein Kind, das nicht richtig saugt, schluckt an der Brust meist sehr viel Luft und darin kann schon die Ursache für das Spucken und Blähungen begründet sein. Solange diese Ursache nicht beseitigt wird, können alle anderen Maßnahmen allenfalls "Kosmetik" betreiben, aber nicht wirklich helfen. Nun kann ich weder sehen, wie dein Kind an der Brust angelegt ist, noch beurteilen wie es trinkt. Deshalb solltest Du dich an eine Kollegin vor Ort wenden, die dich und dein Kind SEHEN kann. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus. Herzlichen Gruß, Kristina


Mitglied inaktiv

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Liebe Kristina, der Milchspendereflex ist soweit ich es beurteilen kann zwar nicht so wahnsinnig stark (weder aus der 2. Brust noch beim Ausstreichen kommt länger als 20 Sekunden was heraus, spritzt auch nicht, es ergibt nichtmal einen Esslöffel voll, was ich genau weiß, da ich für meinen 3jährigen manchmal auf diese Weise was auffange). Aber ansonsten stimmt die Sache wohl so ähnlich. Das hat auch seine Geschichte (beim 1. Baby hatte ich nämlich das gegenteilige Problem), aber das zu erklären würde vielleicht wieder zu viele Worte brauchen. Was ich an deinem Vorschlag nicht verstehe ist, inwiefern es nützen könnte, die Stillabstände zu verkürzen. Kurzfristig ist mir das klar, bloß... ...ich dachte doch immer, je häufiger angelegt wird, desto mehr Milch wird produziert. Ich überlege aallerdings schon, ob ich einfach die Steigerung der Milchmenge in Kauf nehmen soll (ist ja sowieso immer zu viel) und es nochmal mit einer Handpumpe versuche. Beim ersten Baby hatte ich zwar ganz frustriert meine Milchpumpe bei ebay vertickert... Schließlich ist Muttermilch ja ein gutes Heilmittel und ein prima Badezusatz... Was meinst du? Ansonsten danke ich natürlich für die Hinweise, werde es mit dem Berg auf Stillen probieren und hoffentlich bald eine Erfolgsmeldung einstellen. Lieben Gruß, Martins Mami


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Liebe Martins Mami, Du sollst deshalb vermehrt anlegen, da sich die Menge der gestauten Milch verringert und dein Kind nicht so schnell und hastig trinken muss, außerdem trinkt es häufigere kleinere Mahlzeiten und spuckt vielleicht weniger. Wenn Du zusätzlich zum Stillen noch abpumpst, kann es sein, dass noch mehr Milch produziert wird und dein Kind erstrecht nicht mehr nachkommt. Schau doch wirklich mal, ob Du einen Termin bei einer Kollegin vor Ort bekommst, die dich und dein Baby sehen kann und so sehr viel gezielter beraten kann. Herzlichen Gruß noch mal, Kristina


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