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Meine Milch soll "labbrig" sein?

Frage: Meine Milch soll "labbrig" sein?

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Hallo Biggi! Wir hatten heute die U6, meine Tochter ist 11 Monate alt und wiegt 10,6 kg bei 73 cm Grösse (Geburt 3240, 49cm). Als ich sagte dass ich noch stille (habe fast 9 Monate voll gestillt), meinte er, ich müsse unbedingt abstillen, denn meine Milch würde in diesem Alter nicht mehr der Nahrungs- bzw. Kalorienzufuhr dienen, sondern lediglich der Gewohnheit und hätte deshalb keinen Sinn mehr. Ich würde sie so auch nie von der Brust bekommen. Habe ihm gesagt, dass ich vor habe Langzeitzustillen, dass fand er ganz schlimm, um Gottes Willen! Das Kind braucht die Brust jetzt nicht mehr und labbrige Milch sowieso nicht. Das ist doch wohl ein Witz?! Meine Tochter hat die ersten 6 Monate, jeden Monat 1 Kilogramm zugenommen. Sie bekommt jetzt Beikost, viel aber immer noch nicht. Sie wird um 19.30 Uhr das letzt Mal gestilt und trink dann wieder gegen 6.00 Uhr. Das würde sie wohl nicht aushalten, wenn meine Milch nicht mehr genügend Kalorien hätte. Oder? Ich stille die Maus solange weiter, wie es für uns beide okay ist. Basta! Was sagst du denn dazu? Liebe Grüße Iris


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Liebe Iris, es gibt durchaus noch den ein oder anderen Kinderarzt, der nicht weiß, welche Vorteile auch das längere Stillen mit sich bringen. Deinem Arzt empfehle ich, dass er sich die Empfehlungen der WHO zum Thema „Stillen" anschauen und sich auch etwas mehr über die Muttermilch informieren sollte. Muttermilch verändert sich in der Zusammensetzung, was den Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt, Vitaminen usw. betrifft nach der Entwicklung von Kolostrum in "reife Muttermilch" nicht mehr. Somit verändert sich auch der Kaloriengehalt der Muttermilch von rund 70 kcal pro 100 ml nicht und zwar gleich, ob das Kind sechs Wochen, sechs Monate oder zwei Jahre alt ist. Der Nährwert nimmt also nicht ab und deine Milch ist jetzt keinesfalls "labberig"! Was sich verändert ist der Gehalt an Antikörpern, der in verschiedenen Altersstufen STEIGT. Passenderweise erhöht sich der Antikörpergehalt der Muttermilch immer dann, wenn das Kind eine Stufe erreicht, in der es mit mehr Keimen in Berührung kommt, z.B. wenn es anfängt zu krabbeln und alles in den Mund zu stecken und auch wieder etwa nach einem Jahr, wenn das Kind nochmals mobiler wird und oft auch mit mehr Menschen zusammenkommt, als als Neugeborenes. Die Zusammensetzung der Muttermilch lässt sich nicht so einfach mit zwei Zeilen abtun. Hier ein kleiner Exkurs in die Biochemie der Muttermilch: Zu 88 % besteht Muttermilch aus Wasser. Reife Muttermilch enthält etwa 7,3 g/100 ml Laktose sowie kleinere Mengen anderer Kohlenhydrate (Ologo- und Polysacharide, Glykoproteine, Glukosamine usw.). Der Fettgehalt der reifen Muttermilch beträgt 4,2 g/100 ml, wobei der größte Teil davon auf die Triglyceride entfällt. 57 % der Fettsäuren der Muttermilch sind ungesättigt. Der Fettanteil der Muttermilch beinhaltet auch die fettlöslichen Vitamine, Phospolipide und Cholesterin. Reife Muttermilch enthält 0,9 g/100 ml Eiweiß. Zu den Molkeneiweißen gehören die Immunglobuline, Lysozym, Laktoferrin und Alphalaktalbumin. Außerdem enthält Muttermilch Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Weitere Bestandteile sind Hormone, Enzyme und Wachstumsfaktoren. Die WHO empfiehlt sechs Monate voll stillen und dann schritteweise Einführung geeigneter Beikost bei gleichzeitigem Weiterstillen bis mindestens zum zweiten Geburtstag des Kindes für ALLE Kinder. Nach dem zweiten Geburtstag kann weiter gestillt werden solange Mutter und Kind es möchten. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die die Vorteile des Langzeitstillen für Mutter und Kind belegen. Empfehlenswerte Lektüre für ÄrztInnen sind die „Breastfeeding Abstracts" die vierteljährlich von LLLInternational herausgegeben werden und Zusammenfassungen der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse rund ums Stillen bieten. Sie können auch hier in Deutschland über La Leche Liga Deutschland abonniert werden. Vielleicht hat dein Kinderarzt ja Interesse daran, sich was das Stillen betrifft, auf den aktuellen Stand der Forschung zu bringen? Und du stillst einfach weiter, wie es dir und deiner Maus gefällt, genau wie du es schreibst. Denn NIEMALS wirst du damit irgend etwas falsch machen können! Lieben Gruß, Kristina


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